Muss man den Chef darüber informieren, dass man Schulden hat?

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4 Antworten

Das ist mal wieder eine sehr heikle Frage. Im Normalfall ist die eindeutig mit "Nein" zu beantworten. ABER: Sicher gibt es Situationen wo man zur Offenbarung von Schulden verpflichtet ist. Beispiel: Jemand bewirbt sich auf eine Stelle als Bankbuchhalter und verschweigt, dass sein früherer Chef ihn wegen Unterschlagung von Kundengeldern zivilrechtlich belangt.

Allerdings sollte man auch bei fehlender Offenbarungspflicht das Thema nicht verschweigen. Man stelle sich nur den Eindruck vor, den es hinterläßt, wenn kurz nach Beschäftigungsaufnahme die ersten Lohnpfändungen eingehen. So ein Arbeitnehmer wird die Probezeit nicht überleben und steht hinterher nur schlechter da als zuvor. Da sollte man sich besser gleich einen Chef suchen, der mit so etwas leben kann.

Wenn Du eine Vertrauensstelle einnimmst, ( Buchhalter, Kassierer, etc) ist es sicher besser mit offenen Karten zu spielen. Besonders wenn eine Lohnpfändung im Raume steht. Wenn die Schulden getilgt werden (können) und kein Mahnverfahren läuft, hat das den Chef auch nicht zu interessieren, erst recht wenn der Arbeitsplatz nicht mit einem besonderen Maß an Vertrauen ausgestattet ist. Kann auch auf Lagerleiter etc zutreffen.

Soweit ich richtig informiert bin, muss man nicht aktiv den Chef darüber informieren. Anders sieht es in Berufen in der Finanzbranche aus. Dort wird aber auch ganz spezifisch die Vermögenssituation der Bewerber abgefragt bevor ein Arbeitsvertrag zu Stande kommt.

http://www.blume-kischko.de/Fragerecht.htm

Solange deine Schulden privat sind und in keiner Weise deine Arbeit beeinflussen hat dein Chef da nichts zu melden. Das ist privat und geht ihn nichts an!

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