Muss man das Amt eines Testamentsvollstreckers annehmen - was wenn ich es nicht tue?

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Testamentsvollstreckungen sind wie Patenschaften - eine Ehre gefragt zu werden, aber kein Verpflichtung, dies tatsächlich zu übernehmen.

Nur wäre dieses Amt gut bezahlt - je nach Nachlasshöhe und Dauer der Vollstreckung (Minderjährigkeit der Erben) mit 4 % - 1% des Nachlasswertes :-)

Wenn dich das nicht lockt, du erwartbare Auseinandersetzungen eher scheust, die Nachlassichtung zu umfangreich oder kompliziert erscheint oder du dir den Sachverstand nicht zutraust, sagst du das deinem Onkel und er beauftragt einen Anwalt oder Steuerberater damit.

G imager761

Hallo Kronprinz, nach deiner Beschreibung zu urteilen, erfreut sich dein Onkel noch guter Gesundheit. Prinzipiell kann jeder eine andere Person - ungeachtet seiner Ausbildung - zum Testaments-vollstrecker beauftragen. Dieses Amt kann ohne jegliche Verpflichtung oder Konsequenzen abgelehnt werden.

Ein Testamentsvollstrecker kann für seine Tätigkeit bezahlt werden. Die Vergütungsregelung kann unterschiedlich erfolgen, bspw. durch Festsetzung durch das Nachlassgericht (je nach vermuteten Aufwand und fachlicher Kompetenz des Testamentsvollstreckers 1 % - 4 % des aktiven Nachlasswertes. Es kann auch ein Stundenhonorar oder eine schriftliche Kostenregelung mit dem "Erblasser" Anwendung finden; letztlich auch unentgeltlich möglich.

Familiäre Streitigkeiten können schnell entstehen. Sollte dein Onkel dich schriftlich zum Testamentsvollstrecker ernennen, können seine Kinder dies nur noch in ganz speziell begründeten Fällen vermeiden. Du musst selbst entscheiden, ob du dich darauf einlassen möchtest. Ansonsten gibt es Profis, wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Notar, sogar Richter und eigens dafür ausgebildete Testamentsvollstrecker (bspw. ehem. Banker).

Seit Abschaffung der Todesstrafe sind die Konsequenzen der Ablehnung leider etwas milder geworden. Um es genau zu sagen: Es gibt für Dich keine, vgl. dazu § 2202 BGB:

http://dejure.org/gesetze/BGB/2202.html

Wie Du siehst, kannst Du das Amt jederzeit niederlegen. Aus Gründen der Fairness würde ich dem Onkel das fehlende Interesse aber auch mitteilen und ihm so die Chance eröffnen, sich selber eine geeignete Ersatzperson zu suchen.

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