Muss man als Freiberufler immer ein Gewerbe anmelden?

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5 Antworten

Muss man als Freiberufler immer ein Gewerbe anmelden?

Als Freiberufler meldet man nie ein Gewerbe an, denn eine freiberufliche Tätigkeit ist ja gerade kein Gewerbe.

Das deutsche Einkommensteuerrecht kennt 7 Einkunftsarten. Darunter die 3 Gewinneinkunftsarten

  • selbständige Arbeit (was man so schnell als freiberuflich bezeichnet)
  • Gewerbebetrieb (was auch oft so genannt wird, es aber nicht ist. Spätestens beim Gewerbesteuerbescheid merkt man es).
  • Land- und Forstwirtschaft (selbsterklärend oder? ^^)
Nun habe ich einen neuen Job angenommen und dort sagt man mir für eine freiberufliche Tätigkeit müsste man auf jeden Fall ein angemeldetes Gewerbe haben.

Ein Autor der Romane schreibt ist künsterlich, journalistisch tätig. Das ist eben nicht gewerblich.

Was stimmt denn jetzt nun und wie versteuer ich mein Einkommen aus Autoren/Beratungstätigkeiten richtig?

Wenn du die Anlage S bei der Einkommensteuererklärung nimmst ja.

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Freiberufliche Tätigkeit und Gewerbe schließen einander aus, was nicht bedeutet, dass ein Freiberufler zusätzlich ein Gewerbe betreiben kann und umgekehrt.

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EnnoBecker 03.09.2014, 19:36
Freiberufliche Tätigkeit und Gewerbe schließen einander aus

Ich meine mich zu erinnern, dass es im Gewerberecht und im Steuerrecht Überschneidungen gibt. Leider ist die Erinnerung aber so vage, dass ich es jetzt nicht mit Beispielen belegen kann.

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entweder du hast eine freiberufliche Tätigkeit oder ein Gewerbe. Freiberufler haben kein Gewerbe und brauchen daher auch keine Anmeldung dafür.

Was denn nun Autoren sind, weiss ich nicht. Beratung kann freiberuflich wie auch gewerblich sein.

Was in deinem Falle richtig ist, weiss ein Steuerberater - oder vielleicht gibt es hier auch den einen oder anderen, der die Frage beantworten kann.

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blackleather 03.09.2014, 17:40

Autoren sind Künstler (es sei denn, sie werden - beispielsweise im Rahmen einer Werbeagentur - als Texter gewerblich tätig), folglich Freiberufler.

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Wenn das Finanzamt eine Einnahme/Überschuss Abrechnung verlangt, klingt das nach freiberuflicher Tätigkeit. Bei einer gewerblichen Tätigkeit wird normalerweise eine richtige Buchführung verlangt. Die Einstufung gewerblich/freiberuflich nimmt das Finanzamt vor. Schriftsteller gelten normalerweise als Freiberufliche Tätigkeit, daher keine Gewerbeanmeldung. Im Zweifel nochmal beim FA anrufen.

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vulkanismus 03.09.2014, 17:14

Schon wieder einer, der das Finanzamt für ein Auskunftfbüro hält.

Welche Tätigkeit einer ausübt, hat er gefälligst selbst zu wissen oder zu erlesen oder einen Steuerberater zu fragen.

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EnnoBecker 03.09.2014, 19:40
@vulkanismus
Welche Tätigkeit einer ausübt, hat er gefälligst selbst zu wissen

Ganz so ist es nicht. Es gibt reichlich Fälle, in denen sich der Steuerpflichtige mit dem Finanzamt zankt über die Art der Einkünfte.

Aber genau das ist der Grund, warum man NICHT beim Finanzamt nachfragen sollte.

Die EInstufung nimmt das Finanzamt natürlich nicht vor. Es vertritt höchstens seine Rechtsauffassung.

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Kevin1905 04.09.2014, 01:34

Bei einer gewerblichen Tätigkeit wird normalerweise eine richtige Buchführung verlangt.

  • Kleinunternehmer können die Gewinnermittlung formlos einreichen (z.B. Excel-Tabelle).
  • Ansonsten ist eine Einnahmenüberschussrechnung auf amtlichen Muster anzufertigen.
  • Ab 500.000,- € Umsatz oder 50.000,- € Gewinn beginnt die Bilanzierungspflicht (hab die Zahl noch so im Kopf, kann mittlerweile anders sein).

Ob dies nun solche aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb sind ist unerheblich.

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EnnoBecker 04.09.2014, 06:42
@Kevin1905
Kleinunternehmer können die Gewinnermittlung formlos einreichen (z.B. Excel-Tabelle).

Nein. Du verwechselst hier Umsatzsteuer und Ertragsteuer. Es gibt zahlreiche Wohnungsvermietungsunternehmem, die KU sind und bilanzieren müssen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Ansonsten ist eine Einnahmenüberschussrechnung auf amtlichen Muster anzufertigen.

Nein. Wieder zahlreiche Wohnungsvermietungsunternehmen beispielsweise. Es muss sich ja bloß um eine KapGes handeln.

Ab 500.000,- € Umsatz oder 50.000,- € Gewinn beginnt die Bilanzierungspflicht (hab die Zahl noch so im Kopf, kann mittlerweile anders sein).

Nein. Hier wird ja schon nicht unterschieden zwischen Handelsrecht und Steuerrecht. nehmen wir NUR das Steuerrecht, so hat § 141 AO auch einen Absatz 2.

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Auch wenn Du und auch andere Antwortende von "freiberuflich" sprechen: Wir sind hier bei der Einkommensteuer, und da gibt es sowas nicht.

Was Du meinst, ist evtl selbständig.

Wenn Du das bist (die Voraussetzungen kannst Du dir selbst erlesen), bedarf es keiner Gewerbeanmeldung nicht.

Logisch, Du hast dann ja kein Gewerbe.

Die Leute von Deinem neuen Job sollten sich auf das Eigene beschränken, anstatt andere in die Irre zu führen.

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alfalfa 03.09.2014, 21:34

Interessant, dann muss folgender Paragraf im Einkommensteuergesetz neu geschrieben werden.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html

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alfalfa 04.09.2014, 00:58
@vulkanismus

Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit sind Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Gleich der erste Satz im Gesetz.

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vulkanismus 04.09.2014, 11:21
@alfalfa

Auch ! Und für den Rest der Vorschrift hat die Kraft nicht mehr gereicht, oder wie?

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alfalfa 05.09.2014, 08:40
@vulkanismus

Natürlich, findest Du doch im Link. Wollte Dir nicht mehr als den einen Satz zumuten.

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