Muss man als Freiberufler immer ein Gewerbe anmelden?

3 Antworten

Freiberufliche Tätigkeit und Gewerbe schließen einander aus, was nicht bedeutet, dass ein Freiberufler zusätzlich ein Gewerbe betreiben kann und umgekehrt.

Freiberufliche Tätigkeit und Gewerbe schließen einander aus

Ich meine mich zu erinnern, dass es im Gewerberecht und im Steuerrecht Überschneidungen gibt. Leider ist die Erinnerung aber so vage, dass ich es jetzt nicht mit Beispielen belegen kann.

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Wenn das Finanzamt eine Einnahme/Überschuss Abrechnung verlangt, klingt das nach freiberuflicher Tätigkeit. Bei einer gewerblichen Tätigkeit wird normalerweise eine richtige Buchführung verlangt. Die Einstufung gewerblich/freiberuflich nimmt das Finanzamt vor. Schriftsteller gelten normalerweise als Freiberufliche Tätigkeit, daher keine Gewerbeanmeldung. Im Zweifel nochmal beim FA anrufen.

Schon wieder einer, der das Finanzamt für ein Auskunftfbüro hält.

Welche Tätigkeit einer ausübt, hat er gefälligst selbst zu wissen oder zu erlesen oder einen Steuerberater zu fragen.

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@vulkanismus
Welche Tätigkeit einer ausübt, hat er gefälligst selbst zu wissen

Ganz so ist es nicht. Es gibt reichlich Fälle, in denen sich der Steuerpflichtige mit dem Finanzamt zankt über die Art der Einkünfte.

Aber genau das ist der Grund, warum man NICHT beim Finanzamt nachfragen sollte.

Die EInstufung nimmt das Finanzamt natürlich nicht vor. Es vertritt höchstens seine Rechtsauffassung.

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Bei einer gewerblichen Tätigkeit wird normalerweise eine richtige Buchführung verlangt.

  • Kleinunternehmer können die Gewinnermittlung formlos einreichen (z.B. Excel-Tabelle).
  • Ansonsten ist eine Einnahmenüberschussrechnung auf amtlichen Muster anzufertigen.
  • Ab 500.000,- € Umsatz oder 50.000,- € Gewinn beginnt die Bilanzierungspflicht (hab die Zahl noch so im Kopf, kann mittlerweile anders sein).

Ob dies nun solche aus selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb sind ist unerheblich.

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@Kevin1905
Kleinunternehmer können die Gewinnermittlung formlos einreichen (z.B. Excel-Tabelle).

Nein. Du verwechselst hier Umsatzsteuer und Ertragsteuer. Es gibt zahlreiche Wohnungsvermietungsunternehmem, die KU sind und bilanzieren müssen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Ansonsten ist eine Einnahmenüberschussrechnung auf amtlichen Muster anzufertigen.

Nein. Wieder zahlreiche Wohnungsvermietungsunternehmen beispielsweise. Es muss sich ja bloß um eine KapGes handeln.

Ab 500.000,- € Umsatz oder 50.000,- € Gewinn beginnt die Bilanzierungspflicht (hab die Zahl noch so im Kopf, kann mittlerweile anders sein).

Nein. Hier wird ja schon nicht unterschieden zwischen Handelsrecht und Steuerrecht. nehmen wir NUR das Steuerrecht, so hat § 141 AO auch einen Absatz 2.

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Muss man als Freiberufler immer ein Gewerbe anmelden?

Als Freiberufler meldet man nie ein Gewerbe an, denn eine freiberufliche Tätigkeit ist ja gerade kein Gewerbe.

Das deutsche Einkommensteuerrecht kennt 7 Einkunftsarten. Darunter die 3 Gewinneinkunftsarten

  • selbständige Arbeit (was man so schnell als freiberuflich bezeichnet)
  • Gewerbebetrieb (was auch oft so genannt wird, es aber nicht ist. Spätestens beim Gewerbesteuerbescheid merkt man es).
  • Land- und Forstwirtschaft (selbsterklärend oder? ^^)
Nun habe ich einen neuen Job angenommen und dort sagt man mir für eine freiberufliche Tätigkeit müsste man auf jeden Fall ein angemeldetes Gewerbe haben.

Ein Autor der Romane schreibt ist künsterlich, journalistisch tätig. Das ist eben nicht gewerblich.

Was stimmt denn jetzt nun und wie versteuer ich mein Einkommen aus Autoren/Beratungstätigkeiten richtig?

Wenn du die Anlage S bei der Einkommensteuererklärung nimmst ja.

Was sind meine Pflichten, wenn ich als Kleinunternehmer einen Auftrag berechnen möchte, der außerhalb des ursprünglich angemeldeten Arbeitsfelds liegt?

Hintergrund: Ich habe Anfang des Jahres den Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung ausgefüllt und ans Finanzamt geschickt. Hatte damit eine Steuernummer beantragt (keine UstId-Nr., da ich keine Rechnungen außerhalb Deutschlands schreiben muss) und meine Tätigkeit als Kleinunternehmer angemeldet. Bei den Feldern zur Tätigkeit habe ich Grafik-/Web-Designer angegeben. Dabei handelt es sich um einen Katalogberuf, daher musste ich kein Gewerbe anmelden. Ich berechne auf meinen Rechnungen auch keine Umsatzsteuer, da ich wie gesagt von der Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch mache.

Nun habe ich jedoch einen Auftrag in Aussicht, der in einem anderen Tätigkeitsfeld liegt (Photographie). Was bedeutet das für mich hinsichtlich Abrechnung & Verpflichtungen? Muss ich mich proaktiv beim Finanzamt melden und ihnen mitteilen, dass ich diese Tätigkeit außerhalb des ursprünglich angegebenen Spektrums übernehmen möchte? Müsste ich dafür nun doch ein Gewerbe anmelden? Oder kann ich diese Tätigkeit wie gehabt über meine bestehende Steuernummer abrechnen? Allgemeiner formuliert: Welche Auswirkungen auf meinen steuerrechtlichen Status hätte dieser Auftrag sonst?

Zusätzliche Infos: Ich arbeite hauptberuflich in einem Lohnarbeitsverhältnis, die freiberufliche Arbeit ist nur nebenberuflich und geringfügig (ich würde auch mit diesem potenziellen Auftrag weit unter der 17.500€ Grenze bleiben). Zur Zeit habe ich nebenher keine weiteren Aufträge, möchte mir diese Möglichkeit aber weiter offen halten.

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