Muss ich meinem Vater, der das Sorgerecht für mich verlor, nun Elternunterhalt zahlen, da er Grundsicherung bekommt?

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2 Antworten

Hallo,

mein Gott, da kräuseln sich ja meine Nackenhaare !

Nicht ohne Grund wird  einem " Erzeuger " das Sorgerecht entzogen !

Die zwischenzeitlichen 10 Jahre Haft zeugen auch nicht gerade von der Erfüllung der Vaterpflichten, die eine Pflicht zum Elternunterhalt begründen.

Primus hat es eigentlich schon auf den Punkt gebracht. Meine rein persönliche Meinung, dein " Erzeuger " hat seinen gesetzlichen Unterhaltsanspruch schon allein aus rein moralischer Verantwortung seinem Kind gegenüber, total verwirkt !!!

Problematisch wird allein die Beweisführung. Wenn du das aber per versierten Anwalt hinbekommst, bist du aus der Nummer raus. 

Berechtigte Gründe müssen natürlich vorliegen, wie zB.  Vernachlässigung während der Kindheit oder ähnlich schwerwiegende Anschuldigungen.

lies mal hier ob dieser Link dich weiter bringt:

http://www.elternunterhalt-info.de/elternunterhalt-und-verwirkung/wie-trotz-der-entscheidung-des-bgh-vom-12-2-2014-der-elternunterhalt-verwirkt-sein-kann.html

Ich kann dich nur ermutigen, lass dich vorerst anwaltlich beraten, der evtl. Kosten wegen.

Ich kann deine Beweggründe total nachvollziehen und wünsche dir ganz viel Glück !

Zieh es durch, so schlecht stehen deine Chancen nicht !

( Sich Zeit des Lebens nicht um den eigenen Nachwuchs kümmern, dann aber wenn nichts mehr geht, erinnert man sich daran, dass ja noch irgendwo Nachwuchs existiert, die für mich aufkommen können - neee, das geht gar nicht !)

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Zassar 09.11.2015, 07:45

Ich muss die BeweisFührung machen? Ist das nicht etwas offensichtlich genug, dass er im Knast war und gerichtlich das sorgerecht verlor. Hab keine RechtsschutzVersicherung und deshalb noch nich ganz überzeugt zum Anwalt zu gehen weil ich auf den Anwaltskosten nicht auch noch sitzen bleiben will =/

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Gaenseliesel 09.11.2015, 12:45
@Zassar

Hi,

naja was heißt beweisen.....konkrete Gründe solltest du belegen/ beweisen können, damit der Verdacht  " nur nicht zahlen zu wollen " durch die Bearbeiter des Sozialamtes schon mal ausgeschlossen werden kann. Zeugen könnten da schon mal hilfreich sein.

Es geht vorrangig um das glaubhaft machen einer schweren Verfehlung, die es nachzuweisen gilt !

z.B. wenn ein Elternteil sein Kind, das später auf Elternunterhalt in Anspruch genommen werden soll, schon im Kleinkindalter zurücklässt und sich auch in späterer Zeit nicht mehr in nennenswertem Umfang darum kümmert, stellt schon einen groben Mangel an elterlicher Verantwortung dar, wobei für meine Begriffe schon von einer schweren Verfehlung ausgegangen werden kann.

 ( Sorgerechtsentzug und Inhaftierung über 10 Jahre, insbesondere wenn du noch minderjährig warst, wenn das keine Gründe sind...... )

Du bist doch von der Behörde angeschrieben worden und hast daraufhin Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Darin lehnst du erst einmal die Forderung zum Elternunterhalt ab und begründest diese Ablehnung ausführlich.

Es wird schon schwierig für dich dieser Forderung zu widersprechen, denn die meisten Sozialämter versuchen mit aller Mitteln, Angehörigen den Elternunterhalt aufzubürden.

entscheidend ist die Verletzung der Unterhaltspflicht, in welcher Form auch immer, zu der Zeit als der Unterhaltspflichtige ( du )  noch minderjährig warst.

Letztlich sei auch noch erwähnt, die Hürde zahlen zu müssen, muss erst einmal genommen werden. Es sei denn du bist " Krösus " und lebst im Überfluss. Mach dich da mal noch nicht verrückt.

Viel Glück !


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Angelsiep 04.03.2016, 10:08
Sich Zeit des Lebens nicht um den eigenen Nachwuchs kümmern, dann aber 
wenn nichts mehr geht, erinnert man sich daran, dass ja noch
irgendwo Nachwuchs existiert, die für mich aufkommen können - neee, das
geht gar nicht 

Die Forderung hat doch nicht der  Vater  gestellt, sondern die Sozialbehörde.

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Gaenseliesel 06.03.2016, 19:47
@Angelsiep

schon klar...... mir nicht entgangen !

Du bist doch von der Behörde angeschrieben worden und hast daraufhin Gelegenheit zu einer Stellungnahme

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Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. 

Der Normalfall ist tatsächlich, dass Kinder zum Elternunterhalt verpflichtet sind.

Es gibt aber auch Ausnahmen.

Beispielsweise wenn ein Elternteil seine eigene Unterhaltspflicht "gröblich vernachlässigt" hat oder wenn es "sich vorsätzlich einer schweren Verfehlung gegen den Unterhaltspflichtigen oder einen nahen Angehörigen des Unterhaltspflichtigen schuldig gemacht" hat. Gemeint sind damit beispielsweise Misshandlungen oder versuchter Mord. In solchen Fällen kann die Pflicht zur Unterhaltszahlung an die Eltern eingeschränkt werden oder komplett wegfallen.

Der Kontaktabbruch zu einem Kind oder die Enterbung - so wie im aktuellen Fall - zählt laut BGH allerdings nicht zu diesen "schweren Verfehlungen".

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