Muss ich eine fehlerhafte Steuererstattung wieder versteuern?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Die Frage, die ich mir nun stelle ist, ob in diesem Fall die Differenz bei der nächsten Steuererklärung angeben und dann versteuert werden muss?

Nein, die Frage stellt sich nicht. Einkommensteuer ist keine Einkunft und ist weder von der Bemessungsgrundlage zur EInkommensteuer abzugsfähig noch wird sie selbst versteuert.

Die Frage ist eine ganz andere.

Nämlich, wie hoch die Gefahr ist, die falsche erstattete Steuer zurückzahlen zu müssen. Dafür wäre ein korrigierter Bescheid notwendig. Um einen Bescheid korrigieren zu können, darf die Festsetzungsverjährung noch nicht eingetreten sein und dem Finanzamt muss eine Korrkturvorschrift zur Seite stehen.

Also schaut man zunächst, um welches Jahr es geht. Hier unterstelle ich mal, dass es ein jüngeres Jahr ist und dass die FV noch nicht eingetreten ist.

Dann schaut man, ob der Bescheid unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht (§ 164 AO - steht dann auf dem Bescheid drauf) oder ob die fehlerhafte Einzeltatsache vorläufig festgesetzt wurde (§ 165 AO - steht im Erläuterungsteil des Bescheides). Ist dies der Fall, kann das Finanzamt noch ändern.

Ist dies nicht der Fall, kommt es auf die Art des Fehlers an. Hat das Finanzamt Falschangaben einfach abgeschrieben oder sich sonst irgendwo vertippt oder verrechnet (rein mechanischer Fehler), so kommt eine Änderung nach § 29 AO in Betracht.

Wurden bewusst Falschangaben gemacht, die das Finanzamt würdigend(!) übernommen hat, ergibt sich eine Änderung nach § 173 (1) Nr. 1 AO bzw. § 172 (1) Nr. 2 Bu c) AO. Diese beiden Vorschriften kommen beispielsweise bei einer Hinterziehung zum Zuge.

Trifft das alles nicht zu, kannst du das Geld verbraten.

so kommt eine Änderung nach § 29 AO in Betracht.

129 - sorry, dicke Finger.

0

Das richtet sich danach, welche Steuer es ist und welcher Zeitraum.

Als die Gewerbesteuer noch abzugsfähige Betriebsausabe war, wäre das so gewesen.

Heute ist es so, das ausser bei der Umsatzsteuer, die bei E-Ü-Rechnung ja eine Betriebsausgabe ist, die Steuern (Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbesteuer) entweder gar keine Betriebsausgabe sind, oder aber zwar Betriebsausgabe, aber nicht abzugsfähig.

Daher ist also weder eine Steuernachzahlung (auch eine falsche) abzugsfähig, noch eine Erstattung (ggf. eine falsche) eine steuerpflichtige Einnahme.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Es richtet sich nicht nach der Steuerart, da nur ESt gefragt war.

Eine ESt-Erstattung ist keine Einkunftsart und hat somit in der nächsten ESt-Erklärung nichts zu suchen.

3

joy, joy, joy hast du ein Glück gammoncrack ! Neidlose Gratulation !

Sieh diese Zuwendung als Wiedergutmachung entgangene Freuden vorjähriger Einkommenssteuererklärungen ;-)) K.

nein, diese Steuererstattung wird nicht versteuert. Das läuft gegen dein Steuerkonto und sollte die Erstattung rechtskräftig werden, dann ist das so. Wenn nicht, würde man dir eine korrigierte Version des Steuerbescheides zustellen und dann hast du den Saldo auszugleichen.

Das verstehe wer wolle.

"läuft gegen dein Steuerkonto" - was heisst das?

Kann eine Erstattung rechtskräftig werden?

Warum sollte eine "korrigierte Version" der Steuerbescheides ergehen?

2
@vulkanismus

Wenn das Finanzamt den Fehler bemerkt, kann es doch prüfen ob es im Bereich §§ 129, 172 ff AO was findet was zu einer Änderung berechtigt, oder ob der Bescheid nach § 164 AO vorläufig ist.

1

Also ich verstehe es auch nicht.

läuft gegen dein Steuerkonto

...soll was bedeuten?

sollte die Erstattung rechtskräftig werden

Auch das ist mir unklar. Die Erstattung ist ein Realakt, da kann nichts rechtskräftig werden.

Viellicht kannst du ja ein wenig helfen?

3

Was möchtest Du wissen?