Muss ich die Anwaltskosten der Gegenseite tragen?

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9 Antworten

Ich bin nicht ganz der Ansicht von wfwbinder, allein das Anzweifeln der Nebenkostenabrechnung führt nicht zur Ersatzpflicht von Anwaltskosten.

Nach Deiner Schilderung habt Ihr den Vermieter lediglich zum Nachweis bestimmter Kosten aufgefordert. Wenn er dafür einen Rechtsbeistand braucht, muss er ihn selbst zahlen.

Wenn allerdings der Anwalt zum Eintreiben der zurückgehaltenen Zahlung tätig geworden ist - solche Kosten müssen dem Vermieter allerdings erstattet werden. Von einem Mahnbescheid, der Dir zugegangen sei, schreibst Du allerdings auch nichts.

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Kommentar von Janseseys
28.11.2014, 13:05

Hallo Mikkey,

einen Mahnbescheid habe ich auch nicht bekommen, sondern eine Zahlungserinnerung, und die kam direkt vom Vermieter, NICHT von dessen Anwalt.

Nach meinem Verständnis hat mein Vermieter seinen Anwalt bemüht, um auf das Schreiben des Anwalts des Mietervereins zu reagieren.

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Hallo,

ich habe lange mit dieser Info gewartet, um zu sehen, ob der Anwalt der Gegenseite sich nochmal regt. Hat er nach gut fünf Monaten aber nicht, also hat die Sache sich wohl erledigt.

Ich hatte im Dezember 2014 nochmal einen Termin beim Mieterverein. Der mich betreuende Anwalt hat geschrieben:

Es ist in der Rechtsprechung unumstritten, dass dem Mieter ein Zurückbehaltungsrecht aus einer Betriebskostenabrechnung zusteht, solange die entsprechenden Rechnungsbeträge nicht nachgewiesen werden können,...

Insofern kann der Mieter in keinem Fall in Verzug geraten, da es hierzu an dem hierfür notwendigen Verschulden fehlt.

[...]

Nach den vorstehenden Ausführungen können wir dem Mitgliede auch weiterhin nicht empfehlen, den von Ihnen geforderten Betrag zum Ausgleich zu bringen.

Fazit: Ich habe NICHT bezahlt, und das war auch richtig so.

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Musst Du leider (für Dich).

mit der Begründung, ich hätte die Richtigkeit der Nebenkostenabrechnung zu Unrecht angezweifelt. (Meiner Meinung nach nicht – es konnte nur nicht bewiesen werden, dass die Abrechnung fehlerhaft ist.)

Wenn Du die Fehler nicht nachweisen kannst, gelten sie als rechtlich nicht existent. Wäre umgekehrt ja auch so. Selbst wenn Du mit 100 km/h durch die Stadt bretterst udn die Polizei es weiss, sie müssen es Dir nachweisen, um zu kassieren.

JETZT habe ich erfahren, dass ich die innerhalb von 30 Tagen hätte bezahlen müssen, wenn auch unter Vorbehalt der Rückforderung. Darauf hat der Anwalt vom Mieterverein mich aber nicht hingewiesen

Du kannst ja versuchen für den Anwalt des Mietervereins einen Beratungsfehler zu konstruieren und einen Versicherungsfall draus zu machen.

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Kommentar von Janseseys
28.11.2014, 11:06

Das habe ich befürchtet.

Vielen Dank für die verständliche Erklärung!

Dann werde ich mal zähneknirschend zahlen und den Anwalt des Mietervereins auf seinen Lapsus hinweisen.

Danke nochmal!

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ist der Vermieter gesetzlich nicht dazu verpflichtet, Kopien an den Anwalt der Gegenseite zu schicken

Das ist schon richtig, allerdings ist der Vermieter verpflichtet, Dir Kopien ( gegen Bezahlung) auszuhändigen.

Er kann drauf bestehen, dass Du diese Kopien selbst abholst und da sich der Vermieter im gleichen Ort befindet wie Du, sollte das kein Problem sein.

Wieso der Anwalt des Mieterschutzbundes Dich nicht darüber aufgeklärt hat, musst Du mit ihm besprechen, denn er hätte die Kopien kontrollieren müssen und nicht Du.

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So wie ich das verstanden habe, ist der Vermieter gesetzlich nicht dazu verpflichtet, Kopien an den Anwalt der Gegenseite zu schicken, wenn Mieter und Vermieter sich am selben Ort befinden.

Der Vermieter muss Einsicht in die Originalbelege gewähren. Kopien kann er anfertigen lassen, muss diese aber nicht selbst bezahlen.

JETZT habe ich erfahren, dass ich die innerhalb von 30 Tagen hätte bezahlen müssen, wenn auch unter Vorbehalt der Rückforderung.

Das ist mir neu.

mit der Begründung, ich hätte die Richtigkeit der Nebenkostenabrechnung zu Unrecht angezweifelt.

Dies würde im Zweifel ein Richter feststellen nicht der Anwalt der Gegenseite.

Muss ich also das Honorar des Anwalts der Gegenseite tragen?

Nein. Es sei denn du erklärst dich dazu bereit oder wirst gerichtlich dazu verdonnert.

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Kommentar von Janseseys
28.11.2014, 13:21

“JETZT habe ich erfahren, dass ich die innerhalb von 30 Tagen hätte bezahlen müssen, wenn auch unter Vorbehalt der Rückforderung. ”

Das ist mir neu.

Habe ich hier gefunden: http://www.nebenkostenabrechnung.com/widerspruchsfrist-nebenkostenabrechnung/ unter "Unterschied zwischen Widerspruchsfrist und Fälligkeit der Nebenkostenabrechnung".

“ mit der Begründung, ich hätte die Richtigkeit der Nebenkostenabrechnung zu Unrecht angezweifelt. ”

Dies würde im Zweifel ein Richter feststellen nicht der Anwalt der Gegenseite.

Das mag wohl sein, aber soll ich deswegen einen Prozess riskieren? Zumindest in der NK-Abrechnung geht es um Kinkerlitzchen - die Anwaltskosten der Gegenseite wiederum sind eine andere Hausnummer.

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„ Die Frage: Mein Vermieter hatte ebenfalls einen Anwalt mit der Sache betraut, und jetzt soll ich dessen Honorar berappen – mit der Begründung, ich hätte die Richtigkeit der Nebenkostenabrechnung zu Unrecht angezweifelt. „ - und wer hat jetzt die Richtigkeit der Nebenkostenabrechnung festgestellt ? „ (Meiner Meinung nach nicht – es konnte nur nicht bewiesen werden, dass die Abrechnung fehlerhaft ist.) „ - daraus wird doch klar was noch zu erfüllen ist,
Ich würde die Kosten der Gegenseite nicht erstatten.

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Kommentar von gammoncrack
28.11.2014, 21:13

Sehr übersichtlicher Kommentar!

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Du hast die Sache völlig falsch angegangen. Wenn Du aus welchen Gründen auch immer nicht selber zum Vermieter gehen möchtest, kannst Du doch schriftlich jemand anderen beauftragen dies wahrzunehmen. Dem gibt Du eine Digitalkamera oder Smartphone mit damit er die Belege fotografieren kann. Statt dessen hast Du andere Leute bemüht, die jetzt Rechnungen schicken und überhaupt nix erreicht. Du hast die Belege ja immer noch nicht gesehen. Das Honorar des Anwalts vom Vermieter würde ich nicht zahlen.

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Kommentar von imager761
29.11.2014, 08:17
Das Honorar des Anwalts vom Vermieter würde ich nicht zahlen.

Ich schon - eine weitere Forderungserhöhung durch Erwirkung eines volltreckbaren Kostenfestsetzungsbescheids durch den Anwalt aus Rechtsgrund Verzugsschaden seines Mandanten macht nun gar keinen Sinn - s. m. Kommentar zu mig112 :-O

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Selbstverständlich zahlst du aus Rechtsgrund Verzugsschaden außergerichtliche und demnächst wohl auch gerichtliche anwaltliche Vertretung nebst Gerichtsgebühren (Mahnbescheid) des Gläubigers, wenn du Zahlung verweigerst, über die du 30 Tage nach Zugang ohne weitere Mahnung in Verzug gesetzt warst oder mit falschen Behauptungen die Einschaltung eines Anwalts erforderlich machst.

Richtigerweise hättest du Belege einsehen, gegen Kostenerstattung kopiert mitnehmen und im Zeifel fristgerecht unter Vorbehalt zahlen müssen, um etwaige Überzahlungen mit den nächsten Vorauszahlungen zu verrechnen.

Eine Mitarbeiter des Mietervereineins haftet auch nicht für etwaig fehlerhafte Sachverhaltsbewertung.

G imager761

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Kommentar von Janseseys
29.11.2014, 14:30

Den ersten Abschnitt der Antwort verstehe ich überhaupt nicht. Können Sie bitte so schreiben, dass ein juristisch unvorbelasteter Laie das versteht?

Zu der Zahlung unter Vorbehalt habe ich Folgendes gefunden:

Eine weitere Besonderheit gibt es im Mietrecht weiterhin: bei streitigen Betriebskostenabrechnungen verliert der Mieter auch bei einer Zahlung unter Vorbehalt das Recht auf formelle Einwendungen, auch die Durchsetzbarkeit aller weiterer Einwendungen kann deutlich erschwert werden. http://srbg.de/was-bedeuted-eine-zahlung-unter-vorbehalt.html

Heißt für mich: hätte ich die NK-Abrechnung nach 30 Tagen gezahlt, hätte ich so oder so in die Röhre geguckt - selbst dann, wenn meine Beanstandungen sich als gerechtfertigt herausgestellt hätten.

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Selbstverständlich musst du die Kosten der Gegenseite NICHT tragen, nur deine eigenen!

Da du die Musik nicht bestellt hast, und auch kein Gericht die Kostenfrage anders entschieden hat, zahlt der Auftraggaber.

Man sendet die anwaltliche Liquidation im Original an diesen zurück mit der Aufforderung sich an die eigene Mandantschaft zu wenden.

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Kommentar von imager761
29.11.2014, 08:11

Rechtsirriger Blödsinn - damit löst man nur kostenpflichte Beitreibung durch den Anwalt aus :-O

Selbstverständlich kann der Gläubiger aus Rechtsgrund Verzugsschaden die Kosten seiner anwaltlichen Vertretung unmittelbar dem Schuldner auferlegen, wenn der durch Inverzugsetzung 30 Tage nach Zugang der Abrechnung in Verzug gesetzt wäre oder - wie hier - Zahlung schlicht verweigert :-O

Selbst der Fragesteller hat eingesehen, das hier fristgerechte Zahlung unter Vorbehalt tatsächlich besser gewesen wäre :-)

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