Muss ich der Bank sagen das ich das Haus gewerblich nutzen möchte?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Betrug ist es, wenn du absichtlich einen Irrtum herbeiführst, der sich Irrende aufgrund dieses Irrtums eine Vermögensverfügung tätigt, die er sonst nicht getätigt hätte, und aufgrund dieser Vermögensverfügung bei ihm ein Vermögensschaden eintritt.

Einen Irrtum willst du herbeiführen: bei der Bank. Die soll sich ja über die Verwendung der Immobilie irren.

Eine Vermögensverfügung soll erfolgen: Durch die Bank. Die soll dir ja einen Kredit geben, und zwar weil sie denkt, du würdest davon eine private Immobilie kaufen.

Ob ein Vermögensschaden eintritt, ist noch fraglich. Es tritt auf jeden Fall so lange keiner ein, wie du den Kredit vereinbarungsgemäß und auf Heller und Pfennig genau zurückzahlst. Dann kommt es auch nicht darauf an, wie du ihn verwendet hast.

Solltest du allerdings irgendwann den Kredit nicht voll oder nicht pünktlich zurückzahlen können, läge ein Vermögensschaden für die Bank vor, der seine Ursache darin hat, dass du die Bank getäuscht hast. Dann wäre der Straftatbestand des Betruges erfüllt.


Auch wenn es strafrechtlich kein Betrug ist, könnte die Bank den Kreditvertrag jederzeit zivilrechtlich anfechten und fällig stellen (§ 119 BGB), weil du sie arglistig täuschst. Richte dich darauf ein.

DH.

perfekte Argumentationskette. In einem guten StB steckt auch was von einem guten Juristen (bzw. er ist einer).

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Eine falsche Angabe zum Fall der Nutzung, kann als (versuchter) Kreditbetrug ausgelegt werden.

Ausserdem ist Deine Ansicht bezüglich der Branche falsch. Das ein Pärchenclub nichts mit Prostitution zu tun hat, ist für Szenemitglieder normal, aber in der breiten Masse nicht angekommen.

Ich erinnere mich noch mit Jemanden zu tun gehabt zu haben, der froh war ein schönes Haus billig bekommen zu haben. Er war aus Bayern nach Niedersachsen versetzt worden und wunderte sich nur, das er von der Bevölkerung geschneitten wurde. Als er mir sagte wo er wohnte musste ich ihn aufklären, dass dieses Gebäude vor seinem Kauf 2 Jahre leer gestanden hatte, weil kein Einheimischer es gekauft hätte. Grund, die Adresse wurde mit Rotlicht in Verbindung gebracht, obwohl es "nur" ein Pärchenclub war.

Das eine Bank da nicht mitspielt ist klar, weil bei einer Zwangsversteigerung kein angemessener Erlös erzielt wird.

Euer StB sollte trotzdem Verbindungen für so eine Finanzierung haben. 

Ich erinnere mich noch mit Jemanden zu tun gehabt zu haben, der froh war ein schönes Haus billig bekommen zu haben...

*LOL*

Das erinnert mich doch gleich wieder an das Büro, in dem ich arbeite. Diese Immobilie wurde bis vor 5 Jahren auch von zwei Mädels genutzt: Da, wo jetzt mein Schreibtisch steht, war der Whirlpool, und in dem Zimmer, in dem auch ich jetzt meine Kunden empfange, hing der Sling...

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@blackleather

Hättest Du den Schreibtisch nicht etwas anders platzieren können um zwischen der Arbeit mal entspannen zu können? Ich könnte mir sogar vorstellen Fachliteratur im Whirlpool zu lesen.

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@wfwbinder

Ich auch. Und wenn man bedenkt, welche Wellen manche FG-Urteile oder BMF-Schreiben schlagen, könnte man sogar noch Energie sparen.

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Das der Unterschied in der Gesellschaft noch nicht angekommen ist, haben wir schon sehr oft gespürt. Aus diesem Grund sehe ich mich auch ein bißchen als "Aufklärer". Ich möchte einfach das Tabu- Thema lockern. Schließlich haben doch alle gerne Sex. Um es mal so klar zu sagen! Fühlt der Herr sich denn in seinem neuen Haus wohl? Solche Kontakte hat unser StB leider nicht! Aber wir haben noch lange nicht aufgegeben und wollten es jetzt erstmal bei einer Irishen Bank oder der GLS Bank probieren. Sonst besteht ja auch noch die Möglichkeit über privat Finanzierer. Für weitere Anregungen sind wir dankbar.

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@HansundHilde

Wir haben auch diese 2 Varrianten herausgefunden. Zum einen das es defenitiv Betrug ist. Aber zum anderen die Möglichkeit besteht die Bank zu täuschen und die Hoffnung zu haben, seine Raten immer zu bezahlen. Danke nochmal für die Bestätigung. Dieses Risiko werden wir nicht eingehen auch wenn wir von unserem Geschäft überzeugt sind.

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@HansundHilde

Wäre noch interessant zu wissen, um wieviel es insgesamt geht. Ich habe schon mal so eine Finanzierung begleitet und da war es mit ca. 1,0 Mio. unproblematisch. Nur eben nicht mit den normalen Banken, aber es gibt ja auch welche im Ausland.

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@wfwbinder

Es handelt sich um 220.000 Euro die finanziert werden sollen!

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kann als (versuchter) Kreditbetrug ausgelegt werden.

Nicht mal das. Versuchter Kreditbetrug setzt voraus, dass der Handlungsvorsatz sich auf sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale bezieht, also speziell auch auf die Herbeiführung des Vermögensschadens. Aber gerade davon hoffe ich bislang nicht ausgehen zu müssen; vielmehr nehme ich an, es sei die Absicht der Fragesteller, die Bank nicht zu schädigen und den Kredit pflichtgemäß zurückzuzahlen. Wenn ich mich in dieser Annahme nicht täusche, fehlt es dann aber am Vorsatz bezüglich des Vermögensschadens, ergo am subjektiven Tatbestand.

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Ich kann der vorherigen Kommentaren nur zustimmen: Eine von Anfang an geplante Umnutzung eines Einfamilienhauses in einen Pärchenklub ist eine Maßnahme die den Wert der Immobilie extrem beeinflußen wird. Ein Anschlußverkauf wird nur noch an Betreiber ähnlicher Etablissements möglich sein. Private Nutzer werden wegen des negativen Rufs der Immobilie zurück schrecken. Über so eine Nutzungsänderung muß die kreditgebende Bank informiert werden. Wenn das nicht geschieht, droht nicht nur die Anfechtung des Darlehensvertrags wegen arglistiger Täuschung, sondern auch eine Strafanzeige wegen Betrugs.

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