Muss Erbengemeinschaft noch eine Steuererklärung für den Verstorbenen abgeben?

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Die Mitglieder der Erbengemeinschaft müssen sogar i.d.R. drei Steuererklärungen abgeben:

  • Erstens die Einkommensteuererklärung für den Verstorbenen bis zum Todestag. Beispielsweise Kapitalerträge gegen nämlich gegen einen Freistellungsauftrag des Verstorbenen nur bis zum Todestag. Ebenso können Verlustvorträge nicht vererbt werden, d.h. bestehen solche, werden sie nur für die Einkommensteuer des Verstorbenen noch zu berücksichtigen sein. Das gilt natürlich weiter für Werbungskosten etc. Die Erbengemeinschaft haftet gesamtschuldnerisch für etwaige Steuernachzahlungen. Steuererstattungen gehen in die Erbmasse ein.

  • Zweitens die Feststellungserklärung, die nach dem Todestag die Einkünfte aus dem Nachlaß und deren Aufteilung auf die Mitglieder der Erbengemeinschaft erklärt. Diese kann auch vereinfachenderweise entfallen, wenn die Erben dies direkt in ihre Einkommensteuererklärung im Jahr des Todesfalls übernehmen und damit alle Einkünfte aus dem Nachlaß berücksichtigt sind.

  • Drittens die eigenen Einkommensteuererklärungen, die ab dem Todestag die im Rahmen der Nachlaßauseinandersetzung Personen zugeordneten Positionen und Einkünfte daraus berücksichtigen, wobei im Fall einer zügigen und vollständigen Nachlaßauseinandersetzung dies bereits den vorigen Punkt der Feststellungserklärung beinhaltet.

Insbesondere bei vermieteten Immobilien, die nicht aufgeteilt werden können, ist die Feststellungserklärung dann in jedem Jahr erforderlich.

  • Viertens die Erbschaftsteuererklärung.
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Ja, das muss die Erbengemeinschaft.

Sicherheitshalber auch überprüfen, ob die letzten Jahre bezahlt sind, bevor man das Erbe auszahlt.

Die Erben haften auch für Steuerverkürzungen des verblichenen. Natürlich nicht strafrechtlich, aber bezüglich der ggf. hinterzogenen Beträge.

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