Muss Auftraggeber Rentenversicherung zahlen, wenn beauftragter Freiberufler schwerpunktmäßig für ihn arbeitet?

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5 Antworten

Es besteht ein Unterschied zwischen einer Scheinselbständigkeit und einem Selbständigen mit einem Auftraggeber.

Bei der Scheinselbständigkeit ist der Auftragnehmer in den Betriebsablauf eingebunden und hat nur das Risiko zu tragen. Der Auftraggeber will sich damit die Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall und ähnliches sparen.

In einem solchen Fall muss der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge zahlen, weil eigentlich ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt.

Arbeitet ein Selbständiger nur oder mindestens zu 5/6 für einen Auftraggeber, kann sich aber Zeit, Arbeitsort usw frei einteilen, ist er Selbständiger mit einem Auftraggeber und unterliegt der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Er muss die Beiträge allein tragen, der Auftraggeber ist daran nicht beteiligt.

Soll geprüft werden, welche Art von Beschäftigungsverhältnis vorliegt, kann ein Statusfeststellungsverfahren bei der Rentenversicherung beantragt werden.

http://kuerzer.de/zTkylpLEv

Wir haben so einen Freiberufler in unserem Unternehmen. Der Arbeitgeber muss dafür nicht zahlen, da sich Selbständige wohl grundsätzlich selber um Ihre Versicherung kümmern, sprich zahlen, müssen.

Guten Tag, Den Unterschied zwischen einer a) Scheinselbständigkeit und b) einem Selbständigen mit einem Auftraggeber würde ich gerne auf ein Beispiel bezogen klären: Eine Dozententätigkeit für nahezu nur einen Auftraggeber (>5/6) - ist dies a) oer b)? Die Zeit der Seminare wird mit vom AG vorgegeben, die Vorbereitung auf die Seminare findet aber im häuslichen Arbeitszimmer und nach eigener Zeiteinteilung statt. Danke für Info!

Nur wenn eine scheinselbständigkeit nachgewiesen wird.

Es geht nicht nur darum, ob er überwiegend für einen AG tätig ist, sondern entscheidend ist der Grad seiner Selbständigkeit:

  • Kommt und geht er, wann er will und hat er nur "Aufträge", dann ist er selbständig.

  • Arbeitet er nach Anweisungen und innerbetrieblichen Richtlinien, stempelt er seine Zeiten und ist er in den Betrieb integriert, dann ist er nur scheinselbständig.

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