Mögliche Strategie zur Eigenheimfinanzierung bei drohender Inflation

5 Antworten

Unter dem eindruck Inflationsschutz sollte man nur die Normaltilgung leisten und weiteres Sachvermögen aufbauen.

also z. b. freie Mittel in Aktien-(fonds) investieren, oder in Immobilienfonds, oder was man sonst an Sachwerten bekommen kann.

die frage ist insgesamt aber schon mit Zins- udn Steuereinflüssen verbunden.

Ich bin auf das Thema drohende Inflation bisher nicht eingegangen. Wir kennen die "Bauernregel": "Schulden werden durch Inflation weniger Wert"! Daraus wird geschlußfolgert, dass es besser sei, die Schuldentilgung (auch beim Eigenheim) möglichst spät vorzunehmen und das gesparte Geld besser anderweitig (etwas gehässig: in Kapitallebensversicherungen) zu investieren.

Bei dieser (meistens falschen Betrachtungsweise werden leider die Einkommensseite und Auswirkungen unseres Steuertarifes auf das Nettogehalt völlig ausgeblendet. Wenn das Bruttogehalt in den nächsten Jahren an sich gleichbleibt und nur mit der Inflationsrate steigt, dann sorgt der progressive Steuertarif für eine zunehmende Besteuerung des Inflationsausgleiches, so dass das reale Nettoeinkommen und damit die Sparquote sinkt und auch die finanzielle Fähigkeit, die Schulden bedienen zukönnen.

Diese Situation kann noch durch steigende Sozial- und Krankenkassenbeiträge (prozentual und Höchstbeträge) verschärft werden.

Anders ausgedrückt: Hoffen auf die Inflation zur Schuldentilgung führt bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen (Steuer- und Sozialkassensystem) zurück ín die Mietwohnung!

Ich habe vielleicht nicht alles verstanden und betrachte daher nur die Frage "Lohnt sich eine hohe Einmalzahlung, um den Bausparer statt in 18 in 10 Monaten zur Ablösung des Darlehens einzusetzen?".

Diese Frage hat eine Zinskomponente und einen Zuteilungsaspekt:

Die Sondereinzahlung auf dem Bausparkonto bringt Dir Guthabenzinsen von ca. 1 % p.a. abzüglich 25 % Abgeltungssteuer. Der gleiche Betrag als Sonderzahlung beim Annuitätendarlehn 1 erspart Dir höchstwahrscheinlich mehr als 4,x % p.a. an Schuldzinsen, die Du woanders netto nach Abgeltungssteuer nicht bekommen würdest. Alternativ könntest Du mit der "Sondertilgung" auch auch an der Börse für 18 Monate spekulieren; ob das vernünftig ist, kannst Du erst später beurteilen.

Fraglich ist die Auswirkung der Sondereinzahlung beim Bausparkonto auf Deine Zuteilungsbewertungsziffer. Wird der Vertrag wirklich x Monate eher oder in y Monaten zuteilungsreif oder ist das "völlig offen" bzw. nur "wahrscheinlich"? Im Zweifelsfalle macht man sich hier falsche Hoffnungen.

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