Frage von JenniferL, 54

Mit dem Auto ein Fahrradfahrer umgefahren. Womit muss ich rechnen?

Ich habe heute Nacht (22:10)einen Fahrradfahrer erwischt. Ich bog nach links ab (meine Ampel war grün). Ich schaute vorher nach rechts und links und konnte niemanden sehen. An der Kreuzung steht nur ein kleiner Lichtmast der auf die Straße leuchet, der Rest ist unbeleuchtet. Während dem abbiegen sah ich nochmal auf die Fußgängerampel die rot war. Eine Sekunde später sah ich wieder gerade aus und da passierte auch schon der Aufprall. Ich kümmerte mich sofort in den verletzten und tief die Polizei. Er hatte nur Schrammen und keine schweren Verletzungen. Die Polizei sagt dann, das er nur eine kl Taschenlampe im Arm hielt, zudem war er komplett dunkel angezogen. Außerdem kam er aus der falschen Richtung. Nur wer trägt den eig die meiste schuld?

Danke für eure Antworten. Aber bitte spart euch eure Vorwürfe die mache ich mir schon selbst.

Antwort
von georgejonas, 28

da gibt es zum einen die Betriebsgefahr, sodass man als "stärkerer" Verkehrsteilnehmer versicherungstechnisch schon mal grundsätzlich eine "Mitschuld" hat.

Nach dem Unfall scheinst du dich ja vorbildlich benommen zu haben, Alkohol war wohl auch nicht im Spiel, das Verhalten des Fahrradfahrers war offensichtlich auch alles andere als optimal, groß passiert scheint ihm auch nichts zu sein - ich kann mir also nicht vorstellen, dass das für dich größere Folgen hat.

Kommentar von JenniferL ,

Nein kein Alkohol Drogen oder Medikamente. Ich kam 2 Minuten vorher aus der Arbeit 

Antwort
von wfwbinder, 33

Da Autofahrer schon allein wegen der Betriebsgefahr des Fahrzeugs immer eine Mitschuld haben, selbst wenn Fußgänger, oder Radfahrer der Auslöser des Unfalls waren, ist Deine Mitschuld bei mindestens 25 %.

Was aus Deiner Schilderung für mich nicht klar ist, kam der Radfahrer aus der gleichen Richtung wie Du, aber eben auf der falschen Seite, oder kam er aus der Straße, in die Du hineinwolltest?

Wenn er aus Deiner Richtung kam hättest Du ihn ja vorher schon mal überholt haben müssen. 

Wenn der Radfahrer dunkel angezogen war, kein ordnungsgemäßes Licht am Fahrrad hatte und ausserdem eben aus der falschen Richtung, so denke ich mal Das Du auf keinen Fall mehr als 50 % Mitschuld hast, möglicher Weise nur 25 %.

Hat die gerufene Polizei Dir ein Strafmandat ausgestellt? Liegt ein Strafantrag vom Radfahrer vor?

Sicherheitshalber informiere Deine Versicherung, soweit noch nicht geschehen und nimm Dir einen Anwalt.

Kommentar von JenniferL ,

Der Fahrradfahrer ist auf dem Radweg (entgegen der erlaubten Fahrtrichtung) gefahren. Ich kam aus der gleichen Richtung nur lag zwischen dem Radfahrer und mir noch zwei Fahrspuren in die andere Richtung. Daher sind wir sozusagen parallel nebeneinander gefahren nur habe ich ihn nicht sehen können weil noch eine Fahrbahn und geparkte Autos zwischen uns waren.

Polizei hab ich sofort gerufen und von einem Strafantrag vom Geschädigten ist mir nichts bekannt.

Kommentar von wfwbinder ,

Ich denke, dass es bei einer geringen Teilschuld für Dich bleibt, eben die Betriebsgefahr des Autos.

Zitat aus einem deutschen Gerichtsurteil: "Autofahrer müssen damit rechnen, dass sich Radfahrer falsch und unlogisch verhalten."

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