Mit 60 HartzIV muß man sich noch um Arbeitsstellen bemühen und sich in Arbeit vermitteln lassen?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Solange ihr die Abschläge zu hoch sind, muss sie das wohl über sich ergehen lassen.

Wie ich durch @hoss lernen mußte, wird man sie wohl in zwei Jahren trotzdem in die Rente treiben, denn es gibt wohl eine Gesetzeskeule mit der man sie zwingen kann die Rente zu beantragen.

Ja, sie muß zu diesem Bewerbungstraining und sich auch um eine Arbeitsstelle bemühen! Für sie gelten genau die gleichen Pflichten, wie für jüngere Hilfeempfänger. Ihr Alter beinhaltet aber noch eine andere Krux:

Sie wird am Anfang ALG2 bekommen und dann, nach kurzer Zeit, wird die Arge von Deiner Bekannten Beweismittel anfordern, aus denen hervorgeht, wann der frühestmögliche Rentenbezug möglich ist. Dazu wird sie verpflichtet nach §60 Abs. 1 Satz 1 SGB1 (Mitwirkungspflicht), sollte sie diese Beweismittel (Rentenmitteilung) nicht innerhalb der geforderten Frist vorlegen, wird sie mit einer Sanktion von 100% belegt!

.

Die Arge wird damit argumentieren, daß die Leistung nach SGB2 gem. dem §12a SGB2 nachrangig ist und vorher alle Leistungen anderer Träger zu beantragen/beziehen sind, sofern dies zur Vermeidung, Beseitigung, Verkürzung oder Verminderung der Hilfebedürftigkeit erforderlich ist.

.

Nach neuester Rechtsprechung des BSG ist es für die Hilfeempfänger zumutbar, die bis zu 18% Abschläge der Rente hinzunehmen!!

.

Notfalls kann die Arge gegen den Willen Deiner Bekannten für sie den Rentenantrag stellen!

.

Siehe dazu auch:

http://www.frank-spieth.de/dielinke/downloads/info_zwangsrente-1.pdf

Deine Bekannt muß ganz normal - wie alle anderen Arbeitslosen - sich selber darum bemühungen ihre Hilfebedürftigkeit zu beenden. Das geht gut durch Aufnahme einer Arbeit. Wenn sie ihre Bewerbungsverpflichtungen nicht einhält, riskiert sie Kürzungen beim Arbeitslosengeld II.

Was möchtest Du wissen?