Minusstunden bei Krankheit?

4 Antworten

Grundsätzlich ist das möglich. Mir erging es mal in einem Arbeitsverhältnis ähnlich, allerdings wurde von 7,5h bei Urlaub, Feiertagen und Krankheit auf 7,0h runter gekürzt. 5,8h finde ich ziemlich viel. ich kam dadurch auch in Minusstunden. Es handelte sich wie bei Ihnen um ein Teilzeitarbeitsverhältnis. Das ist die Tücke und auch, dass ich über diese willfährig anmutende Art der Zeiterfassung vorher nicht in Kenntniss gesetzt war. Die 5,8h müssen sich aus dem im Arbeitsvertrag hinterlegten Sollstunden ergeben. Möglich ist auch, dass sie zB 4 Tage arbeiten und 1 Tag frei haben in der Woche.

Du hast im Krankheitssfall, an Feiertagen und im Urlaub Anspruch auf Lohnfortzahlung und zwar nach dem "Anfall" der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden der zurückliegenden Wochen.

Ein Arbeitgeber kann sich also nicht auf den Standpunkt stellen gemäß AV gelten 5,8 Stunden pro Arbeitstag als vereinbart ..... und nur diese möchte er bezahlen, obwohl der Arbeitnehmer regelmäßig 7,75 Stunden pro Tag arbeitet.

"gemäß AV gelten 5,8 Stunden pro Arbeitstag als vereinbart " und NUR diese MUSS er bezahlen.

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@wilees

In einem Teilzeitarbeitverhältnis findet eine gleichmäßige Verteilung aller zu leistender Arbeitsstunden auf alle Werktage statt. Das nennt man Gleitzeit. Damit ist es Teilzeit-Angestellten möglich, ihre Stunden zu erarbeiten, wann immer sie möchten. Die Fragestellerin hat wahrscheinlich einen 29 h/ Woche - Vertrag (5,8x5) und erarbeitet diese an 4 Tagen die Woche. Dennoch werden zur Lohnabrechnung immer alle Werktage betrachtet, weil sie die theoretische Möglichkeit hat, an allen Werktagen zu arbeiten. Somit erklärt sich die Reduktion bei Urlaub, Krankheit und leider auch unabänderlichen Feiertagen. Ich finde das auch ärgerlich.

Dazu braucht es keinen Paragraphen, sondern Berufserfahrung.

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@Maerz2019

Insbesondere bei den ungewollten Minusstunden an Feiertagen habe ich damals auch Zweifel beim Arbeitgeber angemeldet, weil diese nicht beeinflussbar sind. Als richtig empfinde ich es als Arbeitnehmerin, die Wochen, an denen der Feiertag auf einen Werktag fällt, arbeitszeiterfassungs- und lohntechnisch um diesen Feiertag zu kürzen. Eine Diskussion darüber wurde ausgeschlossen. UND: nicht jeder Arbeitgeber geht so vor. Es gibt Arbeitgeber der aus Gründen der Fairness, beim Gehalt Urlaub/Krankheit/Feiertage an die tatsächlich regelmäßig geleisteten Stunden anpassen (im Falle der Fragestellerin = 7,5h an 4 Tage pro Woche).

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@Maerz2019

Wie ein AG vorzugehen beabsichtigt, ist erst einmal vollkommen schnuppe .... auch dieser AG hat sich an die geltende Lohnfortzahlungspflicht zu halten.

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@wilees

Die LFZ ist davon unberührt. Es geht in dem Kontext der Fragestellerin nur um die Minusstunden, die man durch Urlaub/Krankheit/Feiertage erarbeitet, nicht um die LFZ. Bei meinem damaligen Arbeitsverhältnis wurde das gleiche Gehalt bei Urlaub/Krankheit/Feiertagen bezahlt, wie als wenn nichts davon in dem Monat stattgefunden hat. Also stundenmäßig rutschte ich Minus, lohnseitig nicht. Ich finde das auch obskur, wenn ich so recht drüber nachdenke ... hat vermutlich mit dem Gleitzeitkonto zu tun, das man von Monat zu Monat mitnimmt.

Die Frage ist dennoch hinreichend beantwortet, denke ich.

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Wenn das im AV so geregelt und von Dir unterschrieben wurde, ist es schwer dagegen etwas gerichtlich zu unternehmen.

Ist dies nicht der Fall, stehen Dir sowohl im Krankheitsfall , wie im Urlaub die volle Stundenzahl zu, also keine Minusstunden. Da gibt Dir jedes Arbeitsgericht Recht.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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