minijob - rentenversicherung

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4 Antworten

  • Wenn du mehr als 450,- € verdienst kannst du dich NICHT vom Beitrag befreien lassen. Dann wäre dein Job nämlich ein Midijob und beitragspflichtig.
  • Gewerbliche Arbeitgeber zahlen für Minijobber einen Pauschalbetrag von 15% des Lohns an die Knappschaft. Der volle RV-Beitrags beträgt 18,9%, so dass der Minijobber durch seine 3,9% Lohnabzüge jeden Monat volle Anwartschaften bekommt, wenn er sich nicht befreien lässt.
  • Wenn der Minijob die einzige Einnahmequelle ist, bzw. kein versicherungspflichtiger Hauptjob vorliegt, sollte man nicht auf die RV-Pflicht verzichten.

Durch den Rentenversicherungsbeitrag entstehen folgende Vorteile:

  • Volle Anrechnung als Beitragszeit, nicht nur zur Erfüllung von Wartezeiten
  • Erhöhung des Anspruchs auf gesetzliche Rente
  • Anspruch auf Erwerbsminderungsrente und berufliche Reha
  • Unmittelbare Förderfähigkeit zur Riester-Rente
  • Möglichkeite eine betriebliche Altersvorsorge mit dem Minijob zu verknüpfen.
  • Eventuell die Chance früher ohne Abschläge Altersrente zu beziehen (vgl.: Rente für besonders langjährig Versicherte).

DH - ich stimme fast komplett zu, nur Punkt 3) "einzige Einnahmequelle..." sehe ich anders. (Das wurde übrigens im aktuellen "Test"-Heft 4/2013 auch missverständlich dargestellt, weswegen ich heute einen Leserbrief zur Korrektur geschickt habe).

Was hat das Vorliegen eines Hauptjobs mit dem Thema "Eigenbeitrag eines Minijobs" zu tun? Wir alle wissen, dass die Renten gering sind und erst recht sein werden (ca. 45-55% des letzten Nettos). Jede rentable Aufstockung macht deshalb immer Sinn! Und für 3,9% Eigenbeitrag volle 18,9% Anrechnung zu erlangen, rechnet sich immer.

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@GAFIB

D.H. Nur erwirtschaftet der Minijobber nicht volle 18,9% sondern nur einen gequolten 15/18,9 Anteil. Wenn der Minijob wirklich nur einzige Einnahmequelle ist, gewinnt das Thema EU Rente und Reha eine ganz wichtige Bedeutung. Erst Recht für die vor 1961 geborenen. Obwohl z.B. bei 300€ Minijob die eigenen Kosten 13,50€ netto ausmacht und die Rente um gigantische 41 Cent steigt ist die Thematik Reha und EU existentiell. Ansonsten für beide Vorredner DH!

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@alfalfa

Noch ein wichtiger Punkt. Als Minijobber bin ich versicherungsfrei. Jedoch erwirtschafte ich auch minimale Beiträge zur Rentenversicherung als auch Anrechnungszeiten. Verzichte ich auf die Versicherungsfreiheit durch einen Eigenbeitrag, dann verzichte ich auf die Versicherungsfreihet -bin jedoch für die Dauer des Minijobs an die Entscheidung gebunden - und bekomme als Vorteil weitere Rentenansprüche plus versicherungsfremde Leistungen wie EU Rente.

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Wenn Du Deinen Minijob schon vor 2013 begonnen hast, bleibt es bei der alten Regelung, Du kannst auf die (eigentliche) Versicherungsfreiheit verzichten und Aufstockungsbeiträge zur Rente zahlen so von 4,6 %, da der Arbeitgeber schon die 15 % Pauschale zahlt. Ändert sich was am Verdienst, gelten die Regelungen ab 2013, demnach besteht in der Rente die volle Versicherungspflicht, von der man sich auf Antrag befreien lassen kann. Wenn Du nur den Minijob hast (also nicht hauptsächlich versicherungspflichtig arbeitest) würde ich Dir dringend empfehlen die Rentenbeiträge zu zahlen, denn damit erhältst Du Dir bzw. sicherst Du Dir den Rentenanspruch bei Erwerbsminderung, evtl. auch auf Reha-Leistungen und später in der Rente hast ein paar Euro mehr, außerdem wärst Du dann selber zur Riesterrente berechtigt. Ich habe noch keinen - also wirklich keinen Rentner gesehen, der meinte, er habe zu viel eingezahlt, die meisten meinten, besser wäre gewesen mehr zu zahlen. Bei einem 450 Euro-Job, erhält man pro Jahr etwa 4,50 Euro mehr Rente. Aber nicht nur allein die Erhöhung sehen, es geht auch um die anderen Ansprüche - wie vorher beschrieben.

DH!

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Auch noch zum Thema "Anrechnung von Wartezeit-Monaten":

Zudem erwirbt der versicherungspflichtige Minijobber pro Beschäftigungsjahr zwölf Wartezeitmonate.

Lässt er sich von der Rentenversicherungspflicht befreien, erwirbt er (nur) vier Wartezeitmonate.

vgl. http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/node.html (Fragen & Antworten)

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Sinn macht es allemal, vorausgesetzt es ist Dir nicht gleichgültig später in Altersarmut zu fallen.

DH - Eigenbeiträge machen absolut viel Sinn! Für nur 3,9% Eigenbeitrag vom Entgelt (= max. 17,55 €) eines gewerblichen Minijobs werden dann zusätzlich die 15% AG-Beiträge für das eigene RV-Konto angerechnet, d.h. insgesamt 18,9% an Beiträgen. Das ist nahezu eine Verfünffachung des Eigenbetrags für das eigene RV-Konto. Eigenbeiträge sind deshalb immer hoch rentierlich!

Anderernfalls würden die 15% AG-Beitrag anonym der Rentenkasse zufliessen.

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@GAFIB

die 15 % fließen NICHT anonym der Rentenkasse zu, sie werden schon auf das Rentenkonto des Minijobbers gebucht, zählen aber nicht für 12 Monate, sondern nur für ca. 3 Monate pro Jahr.

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