Frage von ebo124, 34

Minijob ohne schriftlichen Vertrag und ohne bezahlte Urlaubstage?

Hallo, ich arbeite seit über einem Jahr in als Aushilfe auf 450€ Basis in einem Bekleidungsgeschäft. Nun meine Frage, gesetzlich steht mir eine bestimmte Anzahl an bezahlten Urlaubstagen zu, oder? Ich habe bisher zwar schon Urlaub genommen, die fehlenden Stunden allerdings ein Monat zuvor schon "vorgearbeitet" bzw. teils im Monat danach meine Fehlstunden nachgearbeitet. Ausbezahlt wurden mir immer 442€. Könnte ich nun diese "fehlende Urlaubstage" einfordern auch ohne schriftlichen Vertrag?

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Antwort
von RHWWW, 24

Hallo,

im Minijob gelten alle arbeitsrechtlichen Regelungen wie bei anderen Arbeitsverhältnissen auch:

- Anspruch auf bezahlten Urlaub

- Anspruch auf Entgektfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit

- Kündigungsfristen (Kündigungsschutz in größeren Unternehmen)

- Anspruch auf Mindestlohn

- Recht (bzw. Pflicht zu) auf (unbezahlte) Mittagspause (nach 6 Stunden Arbeit)

Minijobs sind für Arbeitgeber so interessant, weil diese Punkte sehr oft nicht beachtet werden.

Wenn es im Unternehmen einen Tarifvertrag gibt, gelten dessen Regelungen u.U. auch (z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld).

https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/01_grundlagen/04_ar...

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW ,
Antwort
von Juergen010, 26

Schau mal hier: https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/03_haushalt/01_grundlagen_minijob...

Selbstverständlich steht dir ein bezahlter Urlaubsanspruch zu.

Die Berechnung richtet sich nach den Tagen - nicht den Stunden - die du in der Woche arbeitest. Von daher dürften also keine Fehlstunden anfallen - außer du nimmst mehr Urlaub, als dir rechnerisch zusteht.

Kommentar von Snooopy155 ,

Es wäre halt auch gut zu wissen, ob der Arbeitgeber wirklich diesen Job bei der Minijobzentrale angemeldet hat. Einiges deutet darauf hin, dass es sich hier um Schwarzarbeit handelt. Eine Kurze schriftliche Anfrage bei der Minizobzentrale des Arbeitnehmers würde dann aber den Stein ganz schnell ins Rollen bringen und der Urlaubsanspruch wäre durchgesetzt.

Kommentar von LittleArrow ,

Diesen Verdacht habe ich auch. Interessant wäre zu wissen, ob bei einem Fake-Minijob überhaupt die vergünstigten Bedingungen gelten und der Arbeitnehmer nicht ganz andere Vergütungsansprüche hätte.

Zu Deiner berechtigten Anfrage: Möglicherweise war das dann aber der letzte Urlaubsanspruch bei diesem Arbeitgeber.

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