Mindestunterhalt?

3 Antworten

Ich würde so rechnen:

800 netto

100 euro abziehen für ausbildungsbedingten Mehraufwand

verbleiben 700 netto

Der Vater müsste schon in Stufe 8 (4.301 bis 4.700 Euro netto Einkommen / 716 Unterhalt) sein, um mehr Unterhalt zu verlangen. Wenn die Tochter nachgewiesenermaßen mehr als 100 Euro ausbildungsbedingten Mehraufwand hat, z.B. durch hohe Fahrkosten oder so, dann könnte man mehr ansetzen.

Habt ihr die 800 netto mal überprüft, indem ihr die Ausbildungsvergütung durch einen brutto-netto-Rechner habt laufen lassen? Denkt bitte auch an die Sozialversicherungen.

Muss der Vater trotzdem weiter Unterhalt zahlen oder wird der gekürzt?

Selbstverständlich darf der Vater das Einkommen der Tochter auf seine Unterhaltszahlungen anrechnen .... bis auf einen Freibetrag von 90 Euro . Sprich der väterliche Unterhalt dürfte komplett entfallen.

Denn mit einem Nettoeinkommen von 800 Euro kann sie ihren Lebenunterhalt selbst sicherstellen.

Der Mindestunterhalt 2020 liegt bei 497 Euro. Abzgl. hälftiges Kindergeld 102 Euro = 395 Euro, die der Vater leisten müsste.

Nettoeinkommen Kind:. 800 Euro, abzgl. Ausbildungspauschale 100 Euro = 700 Euro.

Geteilt durch 2 ( Vater/Mutter) ergibt 350 Euro. Die Mutter leistet Naturalunterhalt. Der Grundsatz der Gleichwertigkeit von Bar- und Naturalunterhalt gilt im Regelfall für jede Altersstufe minderjähriger, unverheirateter Kinder bis zum Eintritt der Volljährigkeit, vgl. Eschenbruch/Klinkhammer/Wohlgemuth Unterhaltsprozess 5. Auflage 2009 Kap. 3 Rn. 95.

Dem Vater verbleiben 45 Euro zu zahlen.

Korrigiert mich, wenn ich falsch gerechnet habe.

Ich meine, dass die Mutter erst bei Volljährigkeit barunterhaltspflichtig ist und erst dann über eine Quotelung je nach Einkommen Unterhalt zu zahlen ist und somit auch erst dann eine Verrechnung mit Naturalunterhalt (Miete, Lebensmittel etc.) möglich ist.

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