Mietpreller

3 Antworten

Um Deine Frage zu beantworten: Stell in der Kirche eine Kerze auf. Das ist die einzige Möglichkeit, den Mietpreller ohne viel Aufwand und Kosten loszuwerden. Ob es was nutzt, ist Glaubensfrage.

Alles andere kann leider mit viel Aufwand und Kosten verbunden sein:

Du bist äußerst optimistisch, dass Du glaubst, Dein Geld noch mal wiedersehen zu können und, Du bist äußerst nachlässig mit Deinen eigenen Angelegenheiten, wenn Du nicht schon längst eine Räumungsklage beim örtlich zuständigen Amtsgericht erhoben hast. Mit dem Mahnbescheid bekommst Du den Mieter nämlich nicht aus der Wohnung, sondern allenfalls Dein Geld, sofern der Mensch überhaupt Geld hat, was ich stark bezweifele.

Du hättest schon Anfang Juni die fristlose Kündigung erklären und, nach Ablauf einer angemessenen Räumungsfrist, spätestens Anfang Juli Räumungsklage erheben können. Bis die verhandelt wird, dauert es noch Monate. Wenn Du Pech hast und Dein Mieter sich verteidigt und z.B. Mängel frei erfindet, kann sogar bis zu einem Jahr vergehen bevor Du das Räumungsurteil in der Hand hast und dann gibt es noch die 2.Instanz. Ein Urteil ist noch keine Räumung. Die macht der Gerichtsvollzieher. Wieder heißt es warten und wieder heißt es für Dich , zahlen müssen. Du must nicht nur die Prozeß- und Anwaltskosten zahlen, sondern auch die Räumung. Ich kenne Vermieter, die € 20.000,-- losgeworden sind und dann noch größere Beträge in die Renovierung der Wohnung stecken mußten.

Gewiß, für alles muß der Mieter gerade stehen. Aber, wenn bei dem nichts zu holen ist, ist das Dein Pech.

Also: Am Montag gehst Du sofort zum Anwalt. So teuer es auch werden mag, es gibt keine Alternative!

Und die Wartezeit übers Wochenende vertreibst Du Dir, indem Du eine Strafanzeige gg den Mieter schreibst und an die Staatsanwaltschaft schickst. Das, was der getan hat, nennt man nämlich Betrug.

Mit dem Mahnbescheid bekommst Du den Mieter nämlich nicht aus der Wohnung, sondern allenfalls Dein Geld

Stimmt. Auf diese Weise habe ich auch schon mein Geld aus der Wohnung bekommen.

Aber Scherz beiseite: Das ist mit Abstand der beste Rat, den ich hier in den letzten Wochen las. Meine eigenen Antworten eingeschlossen.

Ein Rat, den niemand gutheißen darf, darf man auch nicht geben, nicht wahr? Aber ich bin sicher, dass sich bei mir so jemand nicht wohlfühlen würde in der Wohnung. Angefangen damit, dass man im Dunkeln mal gegen den Türrahmen rennt oder plötzlich der Wind alle Scheiben eindrückt....

0
@EnnoBecker

Dann darf ich noch einen Rat nachschieben: Mieter der hier beschriebenen Art haben oft schon die e.V. abgegeben, deren Protokoll man sich gegen Gebühr anfordern kann. Ich habe mal einen Mieter dadurch zum freiwilligen Auszug bewegt bekommen, dass ich ihm die korrigierte Fassung dieses Protokolls übersandt habe mit der Anmerkung, dass die Staatsanwaltschaft da reichen Lesestoff hätte. So fielen wenigstens die Räumungskosten nicht auch noch an.

0

Strafanzeige wegen Betruges wäre sicher auch angemessen. Aber wieso lässt du ihn einziehen ohne dass du zumindest die erste Rate der Kaution bekommen hast?

Ansonsten sicherlich sofort Räumungsklage einreichen.

Hallo,

ich weiß nicht, ob wir vielleicht schon zu spät dran sind und Sie bereits die Räumungsklage eingereicht haben, bzw. durch Ihren Anwalt haben einreichen lassen.

Wenn nicht, dann können wir Ihnen anbieten, diese Klage für Sie zu erledigen. Wir sind keine Rechtsanwälte, jedoch eine langjährige Hausverwaltung mit sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Wir erledigen seit Jahren all unsere Räumungsklagen vor dem Amtsgericht selbst, ohne einen Anwalt, der ist nämlich vor dem Amtsgericht nicht erforderlich. Unsere eigenen Erfahrungen mit Anwälten auf diesem Gebiet sind zudem denkbar schlecht und die Anwaltskosten sind extrem hoch. Es müsste zunächst einmal geklärt werden, ob Ihr Kündigungsschreiben rechtswirksam ist, denn dies ist oft der häufigste Fehler, den private Vermieter machen, da die formellen Anforderungen an ein Kündigungsschreiben heute ziemlich hoch sind. Sollte Klage eingereicht worden sein und die Kündigung ist nicht wirksam, hätten Sie schon von vornherein ( fast) verloren. Die Kosten für ein Räumungsverfahren sind tatsächlich sehr hoch, obwohl die Angaben hier teilweise nicht so ganz stimmen ( müssen). Sie zahlen zunächst Ihre Anwaltsgebühren und eine Verfahrenskostenpauschale, die sich am Streitwert orientiert. Sollte es zur anschließenden Räumung kommen, haben Sie die Möglichkeit eine Berliner Räumung beim Gerichtsvollzieher zu beantragen und Ihr Vermieterpfandrecht anzumelden. Das bedeutet, dass der Gerichtsvollzieher Ihnen lediglich die Wohnung übergibt, indem die Tür geöffnet wird. Wenn Sie bei der Öffnung dabei sind und die Tür selbst öffnen können, sparen Sie hier nicht nur die Kosten für einen Schlüsseldienst, den der GV sonst mitbringen würde, sondern die immens hohen Kosten für ein Möbelunternehmen, das die Wohnung dann räumen würde. Hier wird immer im Voraus ein Pauschalsatz von Ihnen an den GV zu zahlen sein, der vom GV bestimmt wird. Je nach Größe der Wohnung können das zwischen 3.000 - 10.000 € sein. Die Wohnung bleibt so, wie sie ist, d.h. die nicht pfändbaren Dinge kann und sollte der Mieter entfernen. Nachteil ist sicher, dass Sie auf seinen Sachen sitzen bleiben, aber sicher ist es für Sie anschließend billiger eine Räumung zu organisieren, als durch den GV. Im Übrigen sind vielleicht doch einige Teile zu verkaufen, so dass Sie einen Teil des Geldes zurück bekämen. Die Berliner Räumung kostet Sie ca. 300 €. Das alles ist aber ein ziemlich komplexes Thema, über das wir Ihnen gerne Auskunft geben werden, wenn Sie es wünschen. Natürlich kostenfrei. Werbung durch Support gelöscht

Freundliche Grüße

Vielen Dank für Ihr Angebot. Der Mieter ist mittlerweile ausgezogen, er hat drei offene Mieten hinterlassen die nun einzuklagen sind, die Sache läuft. Soweit mir bekannt ist, kann man bei der Berliner Räumung die Hinterlassenschaften des Mieters erst nach drei Monaten veräußern, was doch sehr hinderlich ist, wenn man die Wohnung schnell wieder vermieten möchte. Können Sie mir Auskunft geben, ob man als Vermieter einen Ersatzschlüssel für die vermietete Wohnung behalten darf? MfG

0
@hastenichgesehn

Nein, das dürfen Sie nicht, zumindest nicht ohne ausdrückliches Einverständnis des Mieters ( schriftlich ). Allerdings muss Ihr Mieter sicher stellen, dass Sie in Notfällen Zugang zu seiner Wohnung bekommen,wenn er länger abwesend ist, d.h. er muss Ihnen sagen, wer dann einen Schlüssel hat. D.h. nur in Notfällen dürfen Sie in der Abwesenheit des Mieters in dessen Wohnung, ansonsten begehen Sie Hausfriedensbruch.

LG HV Heyser

0

Was möchtest Du wissen?