Mietbürgschaft zusätzlich zur Kaution

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Die "Zusatz"-Bürgschaft der Eltern ist an sich gut. Jedoch würde ich das Ganze ein bischen entschärfen und einen zeitlichen Laufzeit-Rahmen hinzufügen (z.B. 2 Jahre) und die Haftung auf sechs Monatsmieten begrenzen. So wird die Bürgschaft nicht zum Fass ohne Boden und bleibt der Situation angemessen fair - zumindest den Eltern gegenüber.

Wird deine neue Mieterin später arbeitslos und kann die Miete nicht mehr aufbringen müssen per se sowieso andere Lösungen her.

später arbeitslos

Für ALG2-Empfänger ist die Wohnung zu groß (jedenfalls bei Belegung nur durch eine Person) und zu teuer.

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@Privatier59

Wenn dieser Fall eintritt wird deine Mieterin von der ARGE aufgefordert sich eine neue Wohnung zu suchen, die den Bedingungen entspricht.

Jedoch muss das Amt den Mietzins für mindestens sechs Monate zahlen - ohne Wenn und Aber. Erst danach kann das Amt auf die angemessene Mietzahlung reduzieren. Den dann überschüssigen Rest müsste die Mieterin aus ihren ALGII-Bezügen begleichen.

Die Regel ist aber, dass der Erstbescheid für ALGII für ein halbes Jahr gilt und dann eine Weiterbeantragung erfolgt. Hier wird dann der Leistungsempfänger aufgefordert sich mit 6-Monats-Frist eine neue, regelgerechte Wohnung zu suchen.

Im Ernstfall bleibt dir also ein knappes Jahr Zeit eine Lösung mit deiner Mieterin zu finden.

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@Juergen010

Vorher hat sie doch sehr wahrscheinlich Anspruch auf Alg 1 - das bringt auch wieder paar Monate Zeit für alle Beteiligten die der Lösungsfindung dienen

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Von einer Übersicherung kann hier keine Rede sein, es handelt sich hier um ein Angebot eines zukünftigen Mieters als Sicherheit, wobei zu beachten ist, daß eine Kaution max. 3 Nettokaltmieten hoch sein darf, aber darum geht es hier nicht! Die Mieterin bietet einen sogenannten Zahlungsausfallschutz an, diese Möglichkeit ist zulässig, sie wird auch bei Kreditverträgen als zusätzliche Absicherung von Banken in Form von Zahlungsausfall bei Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenschutzversicherung o. ä.) angeboten. Ich als Vermieter würde jedoch danach prüfen, wie alt sind die Eltern? Denn im fortgeschrittenen Alter, dies soll nicht anzüglich sein, besteht auch das Risiko, daß diese Sicherheit von einen auf den anderen Tag wegfällt. Eine Bank schließt mit einen über 70 jährigen keinen langfristigen Kreditvertrag und eine Versicherung keine Sterbegeldversicherung mehr ab, wenn diese seriös sind! Oder ist die Mieterin ein Einzelkind? Es ist schwer darauf eine Antwort zu finden, denn eine 100 % tige Sicherheit gibt es hier auch nicht! Entscheidung nach dem Bauchgefühl?

Übersicherung finde ich nicht. Die Klausel "unerwarteter Arbeitslosigkeit" ist die nicht problematisch? Was ist bei erwarteter Arbeitslosigkeit? Was ist, wenn die Tochter die Verpflichtungen zwar erfüllen kann, aber nicht will? Ist in diesen Fällen die Bürgschaft tragfähig? Bloß mal kurz bedenken.

Deine Einwände sind einerseits berechtigt, andererseits aber schwächt ja die gewählte Formulierung die Bürgenpflicht nicht ohne Grund etwas ab: Wegen der Gefahr der Übersicherung wollte ich es nicht übertreiben. Zudem wäre das mit der Zahlungsunwilligkeit doch kein Problem, denn dafür gibt es Gerichte. Und einen so guten Zins wie das BGB mir bei Zahlungsverzug gewährt, bekomme ich derzeit ansonsten nirgends.

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