Frage von baerbelwitt, 76

Mein Mann ist ab März in Rente mit 1050€ brutto. Ich gehe arbeiten mit 3100€ brutto. Sollten wir die Steuerklassen von IV/IV auf V/III ändern?

Im Netz liest man von Nachzahlungen nach der Steuererklärung bei dieser Kombination. Ist das wirklich so erheblich und was wäre die Alternative? Bei den Steuerklassen bleiben? Was rechnet sich? Vielen Dank schon mal.

Antwort
von Brigi123, 63

Es “rechnet“ sich nichts besser, denn die ESt. wird auf das Jahreseinkommen festgesetzt unabhängig von den Lohnsteuerklassen.

Also entweder habt Ihr erst mal mehr netto und müßt dann nachzahlen, oder Ihr belaßt es bei IV/IV und habt keine Nachzahlung und bekommt evtl. eine Erstattung. Ist Geschmackssache.

Antwort
von EnnoWarMal, 51

Auf V/III kan man nicht ändern, da eine Rente kein Lohn ist. Es wird also gar keine Lohnsteuer einbehalten. Wer keinen Lohn hat, kann auch keine Lohnsteuerklasse haben.

Ist wie beim Auto - wer keins hat, hat auch keine Kfz.-Steuerklasse.

Deshalb sieht der Gesetzgeber vor, dass bei einem Ehepaar, wo nur einer Arbeitslohn bezieht, zwingend die Steuerkalsse III bekommt.

Im Zusammenspiel damit ergeben sich Nachzahlungen, da ja bei der Rente keine Quellensteuer abgezogen wird. Hier würde ich das Vollzugsdefizit des Staates ausnutzen und solang wie möglich in der Steuerklasse IV bleiben, um damit die Steuern auf die Rente abzufangen.

Antwort
von JoachimWalter, 36

Bei dem geschilderten Sachverhalt würde ich sofort auf 3 (Frau)/5 (Mann) ändern. Natürlich fällt dann bei der Jahres-Einkommensteuererklärung eine Nachzahlung an. Aber bis zum Einkommensteuerbescheid hast du übers laufende Jahr einen zinslosen Kredit vom Staat. Das funktioniert aber nur im 1. Jahr, da das Finanzamt in den Folgejahren vierteljährliche Vorauszahlungen fordert. Im Gegensatz zur Meinung von EnnoW.. ist diese Kombination möglich und das Finanzamt darf die Steuerklassenänderung auch nicht verweigern, da es ja jedem Rentner erlaubt ist nebenher was zu verdienen und damit Lohnsteuer zu zahlen. Dem Finanzamt ist das auch egal, da ja bei der dann erforderlichen Jahres-Steuererklärung alles zusammengerechnet wird und der Staat seine Steuern dann bekommt. Ich habe das beim Finanzamt durchgesetzt, obwohl ich bei dem Antrag auf Steuerklassenänderung noch gar keine Nebentätigkeit hatte, allein die Absicht künftig was dazu zu verdienen reicht.

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