Meine Rentenversicherung weiterverschenken?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Guten Morgen Goldmarie,

da passt der Nick ja prima zur wohlhabenden Tante mit der Rentenversicherung, :-)

Ich denke bei dem angeführten Vertrag, ist die Tante der Versicherungsnehmer und Goldmarie dann Bezugsberechtigte.

Bei Versicherungen gibt es zwei Arten von Bezugsrecht. Ich erläutere dies gern mal mit eigenen Worten. 1. das widerrufliche Bezugsrecht (was die Regel ist). Dies ist eine schriftliche Erklärung (wird bei Vertragsabschluss automatisch gemacht) gegenüber dem Versicherungsunternehmen. Hier wird einer anderen Person ein festes Bezugsrecht eingeräumt. Also ein Recht (Verfügung) auf die fällig Versicherungsleistung. Die Tante kann in diesem Fall (bis zum Versicherungseintritt) aber während der Vertragslaufzeit das Bezugsrecht ändern (widerrufen). Es sei denn, dass bei Vertragsabschluss ein unwiderrufliches Bezugsrecht (z.B. bei einer Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge) vereinbart wurde. Hierbei erwirbt der Bezugsberechtigte (Begünstigte)erwirbt ein unmittelbares und sofortiges Recht (bei Eintritt des Versicherungsfalls).

Gestaltungsrechte über den Vertrag verbleiben beim Versicherungsnehmer (also z.B. der Tante). Sie könnte dann die Vertragslaufzeit ändern oder auch den Vertrag kündigen. Ist ein unwiderrufliches Bezugsrecht vereinbart, so kann das Bezugsrecht nur mit Zustimmung des Begünstigten geändert werden. Auch Abtretung und Verpfändung (z.B. bei Baufinanzierungen), sind bei unwiderruflichen Bezugsrechten nicht möglich!

Zu Beantwortung der Frage:

Ich denke, dass es hier um einen Vertrag mit widerruflichen Bezugsrecht handelt. Der Vertrag könnte an die Tochter (ab dem 18. Lebensjahr) weitergegeben werden Rentenversicheurngen sind weder insolvenz..noch Hartz4 geschützt!!!) Hierzu müsste der Versicherungsnehmer geändert werden. Bei Altverträgen (vor dem 01.01.2005 abgeschlossen), kann in der Regel die Vertragslaufzeit nicht verlängert werden. Nehme einmal an, dass die Tochter noch recht jung ist. Sie kann daher den Zinseszinseffekt bis zur Rente voll ausnutzen. Hier müsste man individuell prüfen, was für sie am meisten Sinn macht. Pauschale Antworten gibt es hier nicht.

Zum Kapitalaufbau sind heutzutage klassische Renten- und Lebensversicherungen nicht gerade die probaten Mittel. Versicherungen haben im Durchschnitt über 20 % Kosten pro Jahr und schütten im klassischen Bereich kaum mehr als 4 % aus (viele Gesellschaften liegen unter 4 % Rendite). Abzüglich von Inflation und etwaiger Steuer(Verträge ab 01.01.2005 oder weniger als 12 Jahre Laufzeit) bleibt da kaum was übrig. Verbraucherschützer warnen seit Jahren vor Abschluss dieser Produkte (war bisher eine Gelddruckmaschine der Versicherungen) und raten oft auch zum Ausstieg aus unsinnigen Verträgen. Legaler Betrug wurde hier höchstrichterlich sogar bestätigt. Hier ist aber immer der Einzelfall zu prüfen. Stehe für Rückfragen gern zur Verfügung. Beste Grüße..wombard

kleine Anmerkung noch zum Inhaberpapier!

Theoretisch ist das richtig. In der Praxis finden viele Leute ihre Police gar nicht mehr und haben trotzdem kein Problem an ihr Geld zu kommen

Zudem: Alle Verfügungen der berechtigten Person bleiben natürlich gegenüber der Versicherung gültig! Wenn Deine Tante also ein unwiderufliches Bezugsrecht für Dich verfügt hat, kann sie 10x mit der Police wedeln und wird es nicht mehr ändern können. Es wird immer der Anspruch geprüft, und der wird nicht ausschließlichlich durch den "Policenbesitz" bestimmt. das kann im absoluten Ausnahmefall mal so sein...

Ahhh - ich sehe hier sind nur seriöse Berater unterwegs - Noch ein paar gute Luxembourger Schiffsfonds im Angebot?

Lass Dir zunächst keine Panik von irgendwelchen Drückern machen, die ihr Wissen aus einem Wochenendseminar in einem schönen Hotel haben. Frag jemandem der Ahnung hat - das Thema ist komplex - auch Verwertung (H4) und Steuer sind zu beachten. Das Bezugsrecht kann man "gestalten", je nachdem sind die Auswirkungen unterschiedlich.

Den Vertrag hat Deine Tante bezahlt - schon ziemlich lange. Kündigen wäre Wahnsinn, wenn irgendwer nicht mehr zahlen kann, kann man den Beitragsfrei stellen lassen! Dann muss man nichts mehr zahlen, die Rente hinterher wird natürlich geringer - es gibt aber meist keine Küpndigungskosten. Je nachdem, wie das Bezugsrecht jetzt gestaltet ist (siehe einer der Vorredner) kannst Du eventuell eh noch gar nichts machen. Nur wenn Du ein unwiderrufliches Bezugsrecht für den Todesfall hast, könntest Du das irgendwie weitergegen - z.B. abtreten. Wenn Du widerruflich Bezugsberechtigt bist, wird das mit den Rentenbeginn automatisch unwiderruflich.

Generell: Die Rendite bei einer RV ist nicht göttlich, aber es gibt eine. Viele Fondsbesitzer wären in den letzten Jahren froh gewesen wenn sie nur ihr Geld behalten hätten. Stell Dir bei Angeboten einfach mal die Frage: Glaubst du dass dir jemand 6, 7 oder mehr % Rendite ohne Risiko versprechen kann? Möglich, aber nicht sicher!

20% Kosten pro Jahr bei 4 % Rendite, iiiis klaaar! Das ist Bullshit! Diese Kosten sind entweder frei erfunden, oder Kosten für zusätzlich eingeschlossene Absicherungen -was oft gemacht wird. Also eine Leistung die Du dazukaufen kannst. Wenn Du neben der Rentenversicherung in den Vertrag z.B. eine Unfallversicherung/ Berufsunfähigkeit/ Lebensversicherung mit einschließt, bezahlst Du dafür natürlich auch Beiträge. Wenn Du dann Summe 100 EUR "in den Vertrag" einzahlst, kann logischerweise nicht der volle Betrag in den Aufbau der Rente gehen. Das musst du aber nicht so machen. Die Kombination ist aber meist etwas günstiger als der seperate Abschluss, dafür hängen die dann unflexibel zusammen.

Der Rechner ist völliges Blendwerk und Propaganda zur Panikmache!

  • Hier werden alle Beiträge für die gesamte Vertragslaufzeit hochgerechnet- auch die, die Du noch bis zum Ende zahlen musst.

  • Verglichen wird aber bei der Rentenv. nicht der Auszahlungsbetrag, sondern der Wert wenn Du den Vertrag jetzt kündigst. Oder hast du den Rückkaufswert bei Vertragsende angegeben?

  • Auch der RKW wäre übrigens falsch. Der Rückkaufswert hat nichts mit dem Auszahlungswert bei Vertragserfüllung zu tun. Das ist der Wert wenn Du kündigst = im Prinzip der Garantiewert Minus Stornokosten. Garantiewert beinhaltet eingezahlte Beiträge verzinst mit dem gesetzlich festgelegten Rechnungszins-die absolute Untergrenze die Dir garantiert ist auch wenn die Geldanlagen der Versicherung komplett im Keller sind.

  • Aber auch wenn du kündigst, bekommst Du noch die bis dahin aufgelaufenen Verzinsung zu einem großen Teil dazu! Einen laufenden Vertrag vor Erfüllung kündigen ist immer die schlechteste Lösung

  • (versuch mal den Vertrag zum Autokauf oder Deinen Handyvertrag den Du für 2 Jahre abgeschlossen hast nach 6 Monaten zu kündigen...). Beide Seiten haben ein Recht auf Vertragserfüllung.

  • garantiert dir bei einem Fond jemand was du in 20 Jahren ausgezahlt bekommst? Auch da gibt es , anders als im Rechner dargestellt, nur Prognosen, also der Blick in die Glaskugel.

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