Meine Mum hat Demenz, bekommt immer noch keine Pflegestufe, wir wissen nicht, wie Pflege zahlen?

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3 Antworten

Ich würde dir empfehlen, bei der Pflegestufe am Ball zu bleiben. Führt über einen längeren Zeitraum ein umfassendes Pflegeprotokoll, Vordrucke gibt es bei der Krankenkasse und im Internet zum runterladen. Dabei dann bitte insbesondere bei der Körperpflege an alles denken, dazu gehört z. B. auch, wenn die Mutter beim Toilettenfang gestützt oder begleitet werden muss wegen Immobilität oder Sturzneigung, Hilfe beim An- und Auskleiden u. v. m. . Auf alle Besonderheiten eingehen, verschluckt sie sich vielleicht öfter, ist sie dement, verwirrt oder orientierungslos? Muss ständig jemand deine Mutter im Auge haben? Was ist nachts los, ist sie unruhig? Neigt sie zu Verstopfung? Muss sie regelmäßig daran erinnert werden, genug zu trinken? Muss sie zum Arzt begleitet werden? Darüber hinaus kommen dann noch die zeitlichen Aufwändungen für's putzen, waschen, kochen einkaufen. Vom behandelnden Arzt eine Einschätzung zur Pflegesituation und zur Pflegenotwendigkeit einfordern.
Wenn der Widerspruch keinen Erfolg haben sollte, nach ein paar Wochen einen Verschlimmerungsantrag stellen und erneut begutachten lassen.

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" Sie haben dann Anspruch auf Betreuungsgeld in Höhe von bis zu 100 oder maximal 200 Euro pro Monat. Damit können sie zweckgebunden bestimmte niedrigschwellige Betreuungsangebote finanzieren. Die Ausgaben hierfür erstattet die Pflegekasse im Nachhinein bis zur Höhe der oben genannten Beträge. Daher ist es wichtig, Quittungen und Belege zu sammeln. Um die Einschränkung der Alltagskompetenz festzustellen, gibt es 13 Kriterien (siehe Downloadbereich). Diese sind im Sozialgesetzbuch XI festgelegt (siehe Link, SGB XI, § 45). Menschen mit Demenz haben Anspruch auf Betreuungsgeld, wenn sie zwei dieser Kriterien erfüllen. Zum Beispiel, wenn sie zunehmend aggressiv auf ihre Umwelt reagieren, den eigenen Tagesablauf nicht mehr planen und strukturieren können oder regelmäßig aus ihrer Wohnung weglaufen."

Sicherlich sind 100 oder 200 € nicht der Hit -aber wenn es ihr zusteht - solltet ihr es nicht verschenken.

Zu prüfen wäre auch ob sie in in einer gerontopsychiatrischen Tagesstätte (eine Art Kita für Demenzkranke) mehrmals wöchentlich betreut werden könnte. Können die Kosten nicht allein aufgebracht werden kann ein Zuschuss beim Sozialamt beantragt werden.

Was ihr jetzt machen müsst ist folgendes:

Stellt umgehend (nochmals) einen Antrag auf Anerkennung einer Pflegestufe mit dem sachlichen Hinweis der sich verschlimmernden Demenz. Bei Ablehnung Widerspruch einlegen. Lasst euch ggfs. in einem der Pflegestützpunkte beraten - die gibt es mittlerweile flächendeckend -
http://www.pflegestuetzpunkte-deutschlandweit.de/

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Wundert mich, dass der ambulante Pflegedienst das noch mitmacht. Ich kenne Fälle, wo man aus Haftungsgründen weiteres Tätigwerden abgelehnt hat und auf Heimunterbringung gedrungen hat.

Wer über unbegrenzte Geldmittel verfügt, der hätte natürlich von Standardangebot abweichende Möglichkeiten bis hin zur volltägigen Einzelbetreuung. Doch, das kann kein Normalverdiener bezahlen und von dritter Seite bezahlt werden wird das schon garnicht.

Was hier bleibt, ist das Heim und auch da wird es teuer. Normale Altersheime sind nicht auf demente Personen eingerichtet und lehnen Aufnahme derselben in sehr vielen Fällen ab. Auch da sind mir Beispiele bekannt, wo Altersheime die Angehörigen ultimativ aufgefordert haben, "Probleminsassen" anderweitig unterzubringen. Bleibt also nur das Pflegeheim mit Monatssätzen ab 3.300 Euro aufwärts.

Bei Demenzkranken gibt es oft Probleme bei der Anerkennung bei der Pflegeversicherung. Da sollten man sich bei karitativen Organisationen erkundigen und die rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Nur sind die Leistungen der Pflegeversicherung idR auch zusammen mit den Altersbezügen der Betroffenen nicht ausreichend um ein Pflegeheim zu finanzieren. Es bleibt nur der Weg zum Sozialamt.

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blnsteglitz 31.03.2014, 08:06
Ich kenne Fälle, wo man aus Haftungsgründen weiteres Tätigwerden abgelehnt hat und auf Heimunterbringung gedrungen hat.

Weia...... so etwas habe ich in meiner langjährigen Berufserfahrung niemals erlebt....... Und: Das ist auch gut so.

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Privatier59 31.03.2014, 11:18
@blnsteglitz

Und es kam noch "besser": Um Geld zu sparen, hat man die Betroffene in ein normales Altersheim gegeben, angeblich mit Demenzstation. Nachdem die da das zweite Mal ausgebüxt war, hatte man dort auch die Buxen voll und verlangte ultimativ Unterbringung in einem Heim für schwere Demenzfälle.

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