Mein Nachbar kommt mit ca. 90 Jahren ins Alters-/Pflegeheim. Ist noch eine Privathaftpflichtversicherung sinnvoll?

4 Antworten

So wie ich das verstanden habe, wird der alte Herr als Pflegefall in das Heim eingeliefert. Meines Erachtens überlagert die dann aufgrund des Betreuungsvertrags bestehende Obhutspflicht des Heims die persönliche Verantwortung des Heimbewohners. 

Im Klartext bedeutet das, daß das Heim dafür zu sorgen hat, daß der Bewohner durch das Rauchen keinen Schaden anrichtet. An sich sehe ich angesichts dessen wenig Anlaß, noch eine private Haftpflichtversicherung aufrecht zu erhalten.

Dennoch würde ich diesen Aspekt mit der Heimleitung besprechen. Sicherlich wird das Heim auch eigene Haftpflichtversicherungen haben und es wäre ganz interessant zu erfahren, inwieweit Heimbewohner mit von diesen verursachten Schäden in den Schutzumfang einbezogen sind. 

Hallo LittleArrow,

ob sinnvoll oder nicht, in diesem speziellen Fall, würde ich bei der Leitung des Altenheims erfragen. 

Natürlich kann auch ein Demenzkranker einen PHV-Schaden verursachen. Die Trennung, ob ein solcher Schaden unter "nicht deliktfähig" fällt, würde wohl im Schadenfall dann zu Diskussionen mit dem Heimbetreiber führen, wenn dieser für diese Fälle nicht selbst versichert wäre. Davon würde ich aber im Regelfall nicht ausgehen wollen, das heißt, die müssen wohl entsprechend versichert sein.

Allerdings kann es passieren, dass der Versicherer des Heimbetreibers sich darauf beruft, dass der Schaden nicht unter den Passus "nicht deliktfähig" fällt. Und in dem Moment müsste man sich ohne PHV-Schutz dagegen wehren.

Hat man aber PHV-Schutz streiten sich eben die beiden Versicherer, wer eintreten muss. Da wäre der Demenzkranke eben außen vor. Weder er noch Betreuer/Verwandte müssten sich damit beschäftigen.

Schon allein aus diesen Gründen würde ich die PHV halten. Und wie Primus schreibt, muss die Erkrankung nicht angezeigt werden.


hast recht, wenn der alte Herr noch einen Altvertrag hat, kann man ihn auch weiter führen.

Ich hatte die Frage so verstanden,  ob evtl. speziell für das Heim eine PHV notwendig wird. 

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@Gaenseliesel

Ich halte das für nicht sehr wahrscheinlich, dass das Heim einen PHV-Vertrag verlangt.

Es würde ja folgendes passieren:

Der Demenzkranke, der keine PHV hat, beantragt nun eine PHV, muss aber die Erkrankung angeben. Ich vermute, dass jeder Versicherer bei einem Neuvertrag ablehnen würde.

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@Gaenseliesel

Gaenseliesel, es besteht ein Altvertrag. Diese klare Information fehlte leider in meiner Fragestellung.

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Gerade bei Demenzkranken ist diese Frage nicht einfach zu beantworten.

Besteht schon eine Versicherung ist es meist so, dass, das Versicherungsunternehmen die Schäden nicht ausgleicht, die der Betroffene auf Grund seiner Demenzerkrankung verursacht. Eine solche Pflicht besteht für den Versicherer nur dann, wenn der Betroffene noch „deliktfähig“ ist, d.h. für einen Schaden verantwortlich gemacht werden kann.

Solange der Betroffene für den angerichteten Schaden verantwortlich gemacht werden kann, stellt die Schadensregulierung kein Problem dar, aber meist  trifft das auf einen  Demenzkranken leider nicht zu, weil  wenn er sein Handeln nicht mehr kontrollieren kann. 

In diesem Fall kann er für einen verursachten Schaden nicht verantwortlich gemacht werden und schon wird die Versicherung nicht zahlen.

Soll eine Versicherung neu abgeschlossen werden, muss die Demenz angegeben werden und der Beitrag schnellt in die Höhe, oder aber der Antrag wird abgelehnt.

Die Versicherung bei der Provinzial Westfalen besteht schon seit Jahren. Der Nachbar erhielt gerade die Beitragsrechnung für Mai 2016.

Ist die eingetretene Demenz des Nachbarn ein zu meldender risikoerhöhender Umstand und der Tod der Ehepartnerin im letzten Jahr ein zu meldender risikomindernder Umstand?

Oder ist das gesamte Risiko aufgrund der Pflegestufe 1 plus Heimeinlieferung erloschen?

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@LittleArrow

Eine Haftpflichtversicherung ist nicht personengebunden und da es sich in Deinem Fall um eine  Familienversicherung handelt, besteht kein auch kein außerordentliches Kündigungsrecht. 

Wird der nächste Beitrag vom überlebenden Ehegatten bezahlt, wird er Versicherungsnehmer.

Bei einem laufenden Vertrag besteht keine Meldepflicht der aufgetretenden Demenz.

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@Primus

Danke Dir, Primus. Die Kinder sollen beim Heim mal nachhören.

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