Mein ehem. Arbeitgeber hat für mich Sozialversicherungsbeiträge nachgezahlt ( wg. Scheinselbständigkeit). Muss ich für den AN-Teil jetzt Einkommensteuer zahlen?

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3 Antworten

Steht dem nachgezahlten Brutto-Lohn denn nicht ein entsprechender Vorsorgeaufwand gegenüber? 

Vielleicht müßte man die Steuererklärungen korrigieren?

Im Prinzip geschieht aus steuerlicher Sicht doch nichts anderes, dass erst einmal Dein Einkommen aus dem Arbeitsverhältnis rückabgewickelt wird und dann neu nach einem lohnsteuerpflichtigen Arbeitsverhältnis aufgerollt wird. Der Arbeitnehmeranteil wird damit lohnsteuerpflichtig. Da Du das Geld ja bereits erhalten hast, bist Du nun für die Abführung ans Finanzamt zuständig.

Solch eine Forderung muss man in jedem Fall mindestens vom Steuerberater prüfen lassen. Wenn eine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, würde ich den den Klageweg beschreiten. Ist billiger trotz Selbstbeteiligung, als ein Steuerberater. Der kostet sicherlich für jedes Jahr 500€ und Prüfungen des Steuerberaters sind unverbindlich. Am Ende zahlt man dann in der Summe mehr als zuvor. Beim Klageweg mit Rechtsschutz ist maximal die SB zu zahlen.

Die Summe erscheint sehr hoch, selbst wenn für mehrere Jahre nachbezahlt wurde.


Gefunden im Netz:

"Da der Ar­beit­ge­ber nicht selbst Schuld­ner der Lohn­steu­er ist,
son­dern nur zu de­ren "Über­brin­gung" ver­pflich­tet ist, kommt auch
ein Rück­for­de­rungs­an­spruch ge­gen den Ar­beit­neh­mer in Be­tracht."

ja als Arbeitnehmer haftet man für nicht abgeführte Lohnsteuer!

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@hildefeuer

Da die Lohnsteuer Teil des Lohnes ist, ist es doch logisch, dass man diese schuldet. 

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@Impact

"Da die Lohnsteuer Teil des Lohnes ist, ist es doch logisch, dass man diese schuldet."

Das versteht niemand. Man erhält Lohn, es werden Steuern abgezogen. Man erhält das Geld und dann muss man nochmal Steuern zahlen? Also 2x? Einmal abgezogen und nicht abgeführt und dann noch einmal versteuern?

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@hildefeuer

Ja, das ist schwer verständlich (zu machen). 

Es kommt zwar nicht oft vor, aber eben doch, und dann ist es ein Hammer.

Ja, einmal abgezogen und nicht abgeführt ...

nein, nicht nochmal versteuern, sondern haftbar.

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Bevor man einen Klageweg beschreiten kann, muss der (hier empfohlene) Steuerberater erst mal feststellen, dass die Steuerbescheide falsch sind. Danach erfolgt das Prozedere Einspruch - Rechtsbehelfstelle-Finanzgericht. 

Allerdings sehe ich hierfür nicht die geringste Veranlassung. 

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@Impact

Man muss als einen Steuerberater beauftragen und bezahlen für mindestens 5 Jahre. Danach einen Anwalt. Den zahlt die Rechtsschutzversicherung. Oder zahlt die Rechtsschutz den Steuerberater auch. Wenn dies zwingend vorgeschrieben ist, müsste die Rechtsschutz das ja auch zahlen.

Irgendjemand muss das doch prüfen? Viele Steuerbescheide sind doch falsch. Hier ist es ja ein Betrag der den Steuerzahler ruiniert.

Ich gehe auch davon aus, das da jedem Menge Säumiszuschläge enthalten sind. Das kann kein Laie prüfen.

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@hildefeuer

Nein, kein Anwalt - der Steuerberater erledigt das. 

Wenn es - wie hier - evtl. ruinös ist, so sieht man wieder einmal, was dabei herauskommt, wenn man von vorneherein irgendwas konstruiert (hier Scheinselbständigkeit) ohne einen StB zu konsultierten. 

Jeder weiss, dass unser Steuerrecht nicht einfach ist und trotzdem gibt es sooo viele, die glauben, es ohne Beratung meistern zu können. Darüber zu diskutieren ist eine Geschichte ohne Ende. 

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@hildefeuer

Man könnte evtl. auch einen Lohnsteuerhilfeverein aufsuchen und nur für ein bestimmtes Jahr prüfen lassen. Und für die anderen Jahre die Argumentation/Erklärung abkupfern. Lohnt sich dann für den Verein nicht, aber der Fragesteller geht nicht pleite.

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@Brigi123

Keine schlechte Idee.

Ob aber so ein LSt-Hilfeverein für so einen speziellen Fall qualifiziert ist?

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