Mein Arbeitgeber hat Honorarberater bezahlt um uns eine bAV anzubieten. Nun können wir eine baV abschließen mit einem Honoraratrif, ist das gut?

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6 Antworten

Wenn es sich um einen sog. Nettotarif handelt ist der Ansatz Deines Arbeitgebers ist schon mal positiv. Bei Nettotarifen entfallen Abschlusskosten und Vertriebsfolgeprovisionen. Zunächst solltest Du prüfen ob die bAV, insbesondere der angebotene Durchführungsweg, für Dich passt. Was ist bei einem Arbeitgeberwechsel. Jeder AG muss zwar bAV anbieten, jedoch nicht unbedingt den bestehenden Vertrag fortführen. Es könnte auch sein, dass der Vorteil des Nettotarife wegfällt. Kläre auch ob es sich um einen Honorarberater oder einem Honorarvermittler handelt. Wer bezahlt das Honorar? Honorarberater dürfen keine Provisionen vereinnahmen. Wenn es den am besten geeignete Vertrag jedoch nur mit Provision gibt, dann wird die Provision an den Versicherungsnehmer durchgeleitet (in diesem Fall der AG). In solchem Fall hättest Du doch Provisionen zu zahlen, die dem Arbeitgeber erstattet werden. Auf alle Fälle sollte eine individuelle Beratung stattfinden, damit Du für dich entscheiden kannst ob das ganze für Dich lohnt. Der bAV sollten auch andere Instrumente zum Vermögensaufbau gegenüber gestellt werden. Ein Honorarvermittler wird tendenziell nur die Vorteile der Entgeltumwandlung herausstellen. Ein Honorarberater jedoch auch über die negativen Aspekte informieren: Durch die Entgeltumwandlung reduzierst Du Deinen Beitrag in die GRV und damit Deinen Rentenanspruch. Wie wirken sich die "Null-Zins" Politik auf die künftigen Renten aus (Zurückfahren künftiger Überschüsse §140 Satz 1 VAG, Reduzierung von Garantien §163 VVG, Kürzung der Versicherungsleistungen §222 Satz 5 VAG, vorübergehendes Zahlungsverbot §314 Satz 1 VAG)? Wird ein PSV Beitrag fällig? Wenn ja, wer kommt dafür auf? Was passiert bei einem Arbeitgeberwechsel. Die ausgezahlten Renten werden mit Steuern und vollen Sozialabgaben belastet. Die aktuellen bAV Lösungen sind letztendlich "Versicherungen" mit den bekannten Vor- und Nachteilen. Insbesondere das "Null-Zinsumfeld" belastet die Versicherer. Bei rentablere Fondskonzepten entstehen jedoch dem AG Nachfinanzierungsrisiken. Deshalb werden oftmals rentablere Lösungen, verständlicherweise, nicht angeboten. Der ab nächsten Jahr abgesenkte Rechnungszins sollte auf keinen Fall das ausschlaggebende Kriterium für einen Abschluss sein. Fazit: Du sparst Die Steuern und Sozialabgaben, Dein Chef spart sich auch Sozialabgaben. Wenn er diese Einsparung für das anfallende Honorar / PSV Beitrag nutzt - ok. Schöner wäre es, wenn er Dir seine Einsparung mit als Zuschuss gibt. Dann entsteht ein zus. "Mehrwert".

was wohl viel besser ist als ein Vertrag zum Provisionstarif

Besser ist relativ. Der Tarif hat keine Abschluss- und Vertriebskosten in der Höhe eines Bruttotarifs. Allerdings sagt das nichts über die Konditionen der bAV an sich.

Ein schlechter bAV-(Rahmen)vertrag wird auch durch Nettotarif nicht zu einem Guten.

Mein Arbeitgeber wird allerdings kein Geld in die bAV zuzahlen, sondern
es handelt sich um eine reine Entgeltumwanldung meines Bruttolohns.

Dann ist das Geschäft für ihn besser als für euch. Finde es immer ziemlich traurig, wenn ein Arbeitgeber die bAV nutzt um Lohnkosten zu sparen. Zumindest die eigene Einsparung sollte weitergegeben werden. Der Arbeitgeber kommt hier lediglich seiner gesetzlichen Verpflichtung nach, nicht mehr und nicht weniger.

Kennt sich jemand damit aus und kann mit weiterhelfen.

Man muss immer die Gesamtsituation sehen. Für manche Menschen ist eine bAV eine sinnvolle Form der Vorsorge, für andere Leute eben nicht. Du schreibst nichts zu dir, deinem Einkommen, deiner finanziellen Situation und was du mal so vorhast, daher können wir auch weiter nichts dazu schreiben.

Hast du eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Wenn nicht ist die Altersvorsorge ohnehin mehr oder weniger sinnfrei, zumindest wenn du BU werden solltest.

Nochmal Übersichtlicher gestaltet!!!

Wenn es sich um einen sog. Nettotarif handelt ist der Ansatz Deines Arbeitgebers ist schon mal positiv. Bei Nettotarifen entfallen Abschlusskosten und Vertriebsfolgeprovisionen.

Zunächst solltest Du prüfen ob die bAV, insbesondere der angebotene Durchführungsweg, für Dich passt.

Was ist bei einem Arbeitgeberwechsel. Jeder AG muss zwar bAV anbieten, jedoch nicht unbedingt den bestehenden Vertrag fortführen. Es könnte auch sein, dass der Vorteil des Nettotarife wegfällt.

Kläre auch ob es sich um einen Honorarberater oder einem Honorarvermittler handelt. Wer bezahlt das Honorar?

Honorarberater dürfen keine Provisionen vereinnahmen. Wenn es den am besten geeignete Vertrag jedoch nur mit Provision gibt, dann wird die Provision an den Versicherungsnehmer durchgeleitet (in diesem Fall der AG).

In solchem Fall hättest Du doch Provisionen zu zahlen, die dem Arbeitgeber erstattet wird.

Auf alle Fälle sollte eine individuelle Beratung stattfinden, damit Du für dich entscheiden kannst ob das ganze für Dich lohnt. 

Der bAV sollten auch andere Instrumente zum Vermögensaufbau gegenüber gestellt werden.

Ein Versicherungs/Honorarvermittler wird tendenziell nur die Vorteile der Entgeltumwandlung herausstellen. Ein Honorarberater jedoch auch über die negativen Aspekte informieren:

  • Durch die Entgeltumwandlung reduzierst Du Deinen Beitrag in die GRV und damit Deinen Rentenanspruch.
  • Wie wirken sich die "Null-Zins" Politik auf die künftigen Renten aus (Zurückfahren künftiger Überschüsse §140 Satz 1 VAG, Reduzierung von Garantien §163 VVG, Kürzung der Versicherungsleistungen §222 Satz 5 VAG, vorübergehendes Zahlungsverbot §314 Satz 1 VAG)?
  • Wird ein PSV Beitrag fällig? Wenn ja, wer kommt dafür auf?
  • Was passiert bei einem Arbeitgeberwechsel.
  • Die ausgezahlten Renten werden mit Steuern und vollen Sozialabgaben belastet.

Die aktuellen bAV Lösungen sind letztendlich "Versicherungen" mit den bekannten Vor- und Nachteilen. Insbesondere das "Null-Zinsumfeld" belastet die Versicherer.

Bei rentablere Fondskonzepten entstehen jedoch dem AG Nachfinanzierungsrisiken. Deshalb werden oftmals rentablere Lösungen, verständlicherweise, nicht angeboten.

Der ab nächsten Jahr abgesenkte Rechnungszins sollte auf keinen Fall das ausschlaggebende Kriterium für einen Abschluss sein.

Fazit: Du sparst Dir Steuern und Sozialabgaben (bei Einkommen < Beitragsbemessungsgrenze). Ersparst Du Dir Sozialabgaben, so spart diese sich Deine AG auch. 

Wenn er diese Einsparung für das anfallende Honorar / PSV Beitrag nutzt - ok. 

Schöner wäre es, wenn er Dir seine Einsparung mit als Zuschuss gibt. Dann entsteht ein zus. "Mehrwert".

Die Beratung zu diesem Thema sollte auf alle Fälle Deine per. Situation und wirtschaftlichen Zukunftsziele beleuchten und auch andere Anlageformen. Ansonsten wäre das zu Einseitig.

Hallo, vielen Dank für die Antwort. Es handelt sich um Honorarberater, mein AG bezahlt die Kosten für sie. Ich hatte auch schon eine Einzelberatung. Die Beraterin meinte, dass es sich um ein gutes Angebot handelt, da wir den Honorartarif bekommen, im gegensatz zum Provisionstarif. 

Es handelt sich dabei um den Honorartarif der Alten Leipziger (ALFonds bav - Fondsgebundene Rente mit Beitragsgarantie (HFR20)). Sie geht von einer Zins entwicklung von 2-3% aus. 

Aussage von meiner Beraterin: 

Ich stimme dir voll zu, dass betriebliche Altersvorsorge eine schlechte Wahl ist, wenn der Arbeitgeber sich nicht beteiligt. Denn wenn du das gleiche Geld über eine private Rentenversicherung oder über Sparpläne anlegen würdest, bekommst du vsl. eine deutlich bessere Rendite.

Wie gesagt, ich erwarte bei der Betrieblichen so zwischen 2%-3% Rendite.

Nun beteiligt sich dein AG aber sogar und das nicht nur in der Zeit während du noch dort arbeitest, sondern bis zum Ende der Laufzeit, zwar indirekt, aber ziemlich klug.

Alle Altersvorsorgeverträge, egal ob Betrieblich, Riester oder Private Rente haben recht hohe Kostenstrukturen. Werte zwischen 11% und 25% auf die eingezahlten Beiträge sind bei den verschiedenen Versicherungen im Markt zu finden. Das bedeutet wenn du 100€ einzahlst, landen 11 bis 25€ direkt bei der Versicherung und arbeiten nicht für dich.

Durch die Honorarberatung und den entsprechenden Tarif bei der Alten Leipziger, reduzieren sich die Kosten auf 1,22%. Damit sparst du 10%-23% Kosten. Es landen bei 100€ Einzahlung also 10 bis 23€ mehr in deinem Vertrag, die für dich arbeiten.

Ihre Empfehlung für mich war diese bAV abzuschließen, als sichere Variante, aber darauf zu achten, das ich auch noch genug hab um eine private Altersvorsoge abzuschließen, da es dort höhere Rendite gibt, dadurch dass man auch ein Risiko eingeht. 

Ein Argument, war auch dies noch dieses Jahr zu tun, da nächstes Jahr sich die Zinskonditionen verschlechtern. 

Der Vertrag kann wohl problemlos und ohne Kosten zu einem anderen Arbeitgeber mitgenommen werden. Was ist denn eine PSV? 

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@Fezoh

Denn wenn du das gleiche Geld über eine private Rentenversicherung oder über Sparpläne anlegen würdest, bekommst du vsl. eine deutlich bessere Rendite.

Das mit der privaten Rentenversicherung unterschreibe ich mal nicht ;-).

Hier sehe ich den Honorartarif günstiger. Verlockend ist der Steuervorteil. Nur was nutzen einem 50€ Ersparnis (Steuer/SV) auf 100€, wenn im Alter auf 300€ Rente 105€ Steuer/SV zu zahlen sind? Bsp. 30 J. lang 50€ mtl. gespart = 18.000€ Steuer/SV Vorteil.

Dieser Vorteil ist u.U. nach 14 Jahren "aufgebraucht". Bei der künftigen Lebenserwartung geht der Steuer/SV Vorteil ins minus.

Ich habe bei meinen Kunden schon viele Verträge hin und her gerechnet. Irgendwie ist das mit der Ersparnis von der linken in die rechte Tasche.

Abhängig von Deiner Risikomentalität und den unbestreitbaren Vorteil des Zwangssparens trotzdem eine günstige Option.

das ich auch noch genug hab um eine private Altersvorsorge abzuschließen

Gute Idee, nicht alle Eier in ein Körbchen

Ein Argument, ... da nächstes Jahr sich die Zinskonditionen verschlechtern

Richtig - EIN Argument sollte jedoch nicht das wesentliche sein.

Der Vertrag kann wohl problemlos und ohne Kosten zu einem anderen Arbeitgeber mitgenommen werden

Nicht ganz. Du hast einen Anspruch auf bAV. Jedoch muss der Arbeitgeber nicht Deinen Vertrag übernehmen. Große Unternehmen hatten sonst zig verschiedene Vertragspartner am Hacken, wen Sie jeden Vertrag übernehmen würden.

Wenn er das nicht tut musst Du beim Neuen AG einen Neuen Vertrag mit Neuen (ungünstigen) Konditionen abschließen. Das Vermögen des alten Vertrages kann auf den neuen Vertrag übernommen werden. Kosten Fallen dabei wahrscheinlich an (z.B. Abschlussgebühren wenn es kein Nettotarif ist).

Alternativ kannst Du den alten Vertrag ruhen lassen. Bei einem Nettotarif sollten dabei die Erträge deutlich über den weiter laufende Kosten liegen. Auch Nettotarife haben Kosten!

Was ist denn eine PSV

PSV - Pensionssicherungsverein

Insolvenzgeschützte Durchführungswege
Der Gesetzgeber hat in den Fällen eine Insolvenzsicherungspflicht vorgesehen, wenn eine Gefährdung der Deckungsmittel der bAV bei Insolvenz vorliegen könnte und dies zu einer Verschlechterung oder sogar zu einer vollständigen Auflösung der Ansprüche für den Versorgungsberechtigten führen könnte. Gemäß § 10 Abs. 1 BetrAVG sind folgende Durchführungswege insolvenzsicherungspflichtig und auf dieser Bemessungsgrundlage wird die Höhe der Beitragszahlung für den Arbeitgeber festgelegt:

  • Pensionszusage
  • Unterstützungskasse
  • Pensionsfonds
  • Direktversicherung in bestimmten Fällen

Liegt eine Zusage über eine Direktversicherung vor, ist diese nur dann insolvenzsicherungspflichtig, wenn ein widerrufliches Bezugsrecht besteht bei unverfallbaren Ansprüchen oder nach Eintritt der Unverfallbarkeit die Ansprüche des Direktversicherungsvertrages bei einem unwiderruflichen Bezugsrecht abgetreten, verpfändet oder beliehen sind.
Die Pensionskasse unterliegt nicht der Beitragspflicht zum PSVaG.

Schau Dir mal folgenden Artikel an. Gilt für alle "Spar"-Versicherungen. http://www.fondsprofessionell.de/drucken/news/uebersicht/headline/versicherer-in-der-krise-lebensrettende-massnahmen-127879/

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@Sammy760

wenn im Alter auf 300€ Rente 105€ Steuer/SV zu zahlen sind?

Wie kommt man denn auf diese Antwort?

Welcher Steuersatz wird denn hier vermutet?

 

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Kurz und knapp, obwohl ein Verfechter der bAV bin lehne ich eine Betriebsrente ohne Arbeitgeberzuschuss ab. Hier verdient die Firna einseitig, somit kein faires und für die Belegschaft vorteilhaftes Modell.

Hallo Fezoh,

Honorar klingt grundsätzlich gut - fragt sich nur für wen?!?

Da hat es die Versicherungs-Lobby doch tatsächlich wieder mal geschafft, den Verursacher des Hauptkostenpunktes solcher Versicherungen in den ("gierigen") Vermittlern auszumachen. Damit wird allerdings das Produkt selbst nicht besser - klingt halt nur irgendwie gut. Die tatsächlichen Abschlussgebühren für die Versicherung selbst, sowie die laufenden Verwaltungsgebühren, von denen der Vermittler nichts (oder nur "Bestands-Trinkgeld") erhält, werden von der Versicherung "verrechnet" (Fachbegriff: gezillmert), jedoch nicht offengelegt. Allein die laufende Verwaltungsgebühr beträgt je nach Anbieter zwischen 30 bis 35% vom Monatsbeitrag fortlaufend. Was für eine Rendite muss ich da wohl verdienen und vor allem, wielange dauert es, bis wenigstens ein Ausgleich (Kopfkissen-Niveau) erreicht ist?

Guckst Du: http://www.vzhh.de/versicherungen/411022/fondsgebundene-versicherungen-garantiert-hohe-kosten.aspx

Wenn Dein Arbeitgeber es tatsächlich ernst mit der bAV meint und auch die enormen Möglichkeiten für Mitarbeiter-Bindung bzw. -Motivation oder auch als attraktivster Arbeitgeber seiner Umgebung oder Branche für z.B. Fachkräftegewinnung gelten will, dann sollte er sich lieber große Firmen wie Siemens, BMW, IBM, Daimler, Vodafone usw. als Vorbild nehmen und eine echte Betriebsrente anbieten, von der er als Unternehmer auch betriebswirtschaftlich etwas hat.

Hier in 7 Min. von einem Wirtschaftsprüfer/Steuerberater erklärt:

Für den Fall, dass sich das alles exotisch anhört, gibt es einen tollen Artikel
von FOCUS aus 2014:

http://www.focus.de/finanzen/news/betriebsrente-fuer-alle-seite-2-nur-eine-minderheit-erwartet-bislang-ein-ruhegeld-vom-betrieb_id_3542550.html

oder aus 2016 als Bild anbei.

Dir und Eurer Firma viel Erfolg bei der nachhaltigen Entscheidung!

Liebe Grüße
von Betriebssparen

 - (Altersvorsorge, betriebsrente, provision)  - (Altersvorsorge, betriebsrente, provision)

Frag mal den Honorarberater, was dich die Renten im Rentenalter an Steuern, Krankenversicherung und Pflegeversicherung kostet. Erst dann entscheide ob diese Arte der Altersvorsorge wirklich willst.

Hatte ich auch gefragt: 

die garantierte Rente ist Brutto. Da würden also nach heutigen Stand ca. 20% Steuern und ca. 20% Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. 

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@Fezoh

Und meinst du das es eine gute Altersvorsorgevariante ist??

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