Mehrere Tätigkeiten: Kleinunternehmer oder Gewerbe?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wie du an den anderen Antworten ermessen kannst, hast du von der ganzen Sache soviel Ahnung wie ein Bär vom Fallschirmspringen. Es ist gewiss nicht einfach, hier etwas Ordnung reinzubringen.

Zuerst möchtest du bitte Gewerberecht und Steuerrecht voneinander trennen, so wie man Schiffe und Flugzeuge auch auseinanderhalten sollte, selbst wenn sie "Luftschiff" heißen.

Im Steuerrecht möchtest du ebenso zwischen den Steuerarten unterscheiden, so wie du es bei Straßenfahrzeugen (Auto, LKW, Motorrad) wahrscheinlich kannst.

Gewerberecht:
Der Transport von Zeugs ist Gewerbe. Grafiken erstellen meistens nicht. Ergo muss das eine bei der Stadt angemeldet werden.

Steuern - Ertragsteuern:
Der Transport ist auch steuerlich gewerblich, es ist also eine Gewerbesteuererklärung zu fertigen. Die Grafikerei hingegen ist auch hier nicht gewerblich. Anders als beispilesweise die Graffickerei (sorry für den Kalauer).

Beides gehört aber in die Einkommensteuererklärung.

Dein Steuerberater wird dir sicherlich gern helfen.

Steuern - Umsatzsteuer:
Hier - und nur hier - gehört der Begriff des Kleinunternehmers hin.

Dummerweise meint das Umsatzsteuerrecht, dann man nur ein Unternehmen haben kann - hier würden also der Transport und die Grafikerei zusammengerechnet werden.

Was ein Kleinunternehmer genau ist, habe ich hier mal in einem langen, aber leicht verständlichen Tip zusammengefasst. Leider meinte der Betreiber dieser Plattform jedoch, dass es keine Tips mehr geben sollte. Bitte frage dort nach, ob er den Tip herausgraben möchte. Ich hab mir seinerzeit sehr viel Mühe gemacht, das so zu verfassen. Ich habe keinen Bock, das nochmal aufzudröseln.

Was hatten wir noch Seltsames?

Achja:

Ich würde außerdem pro Fahrt noch 10 Euro Spesen verrechnen, da ich hörte, dass man die von der Steuer absetzen kann.

Was genau damit gemeint ist, habe ich nicht verstanden. Wahrscheinlich möchtest du deine Rechnung um 10 Euro erhöhen. Das ist legitim und eine Frage des Marktes bzw. des Vertrages, den du geschlossen hast.

Dass die Aufwendungen für die Fahrten daneben selbstverständlich als Betriebsaufgabe abziehbar sind, berührt die Höhe deines Honorars nicht.

Ich bin übrigens Student, 

Das Ganze würde sich auch nicht ändern, wenn du Sternenflottenkadett wärst oder Mummelgreis.

Schon lustig, wie wichtig es einigen hier ist, den Fragesteller zurechtzuweisen und sich selbst als tolle Auskenner und Checker darzustellen, statt ihm zu helfen. Könnte man da nicht besseres mit seiner Zeit anfangen? 

Statt Arbeitnehmer wie ihn wegen Scheinselbständigkeit zu kritisieren, könnte man sich ja mal überlegen, warum diese Beschäftigungsform so weit verbreitet ist. Ganz offensichtlich gibt es staatlicherseits kaum ein Verfolgungsinteresse, warum wohl? Vielleicht weil es dem Wirtschaftsstandort Deutschland nützt? Der Arbeitnehmer, der sich auf sowas einlässt, ist auf jeden Fall in der schwächeren Position.

Zu einem Teil deiner Frage: Wenn du dich als Freiberufler beim Finanzamt meldest, musst du kein Gewerbe anmelden. Und solange du nicht mehr als 19.000 Euro im Jahr an Einkommen erzielst, kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen (hier zählt nur selbständig erzieltes Einkommen, nicht der Minijob).

Auf den anderen Teil deiner Frage habe ich leider keine Antwort.

klar, der Staat kümmert sich nicht um Scheinselbständigkeit .....

1. Transport hat soviel mit Freiberuflichkeit zu tun wie ein Fisch mit Fahrradfahren

2. die Kleinunternehmerregelung ist eine Regelung der UMSATZSTEUER (und, byhteway, geht bis 17.500 € im Jahr). hat also mit EINKOMMEN ebenfalls soviel zu tun wie ein Fisch mit Fahrradfahren

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Danke für die vielen Antworten, aus der ein oder anderen konnte ich gute Informationen schöpfen.

Die Überlegung zu dem 450 Euro Job war, dass ich diesen bei der Steuer nicht aufführen muss und dementsprechend mehr verdienen kann, ohne dass ich über die 17500 Euro komme. Das scheint soweit auch zu funktionieren, wenn ich das richtig verstanden habe. 

Unter die Kategorie Freiberuflich kann aber eine Tätigkeit als Fahrer scheinbar nicht fallen, deshalb werde ich dazu nun ein Gewerbe anmelden.

Danke nochmal!

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"Es erfolgt kein Ausweis der Umsatzsteuer aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung gem. §19 UStG."

Nun bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich damals schon 18 war. Daher nun meine Frage:

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Vielen Dank im Voraus für die Antworten!

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