Mehr Steuererstattung als abgeführte Steuer - geht das?

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2 Antworten

Wie der Name "Steuererstattung" schon sagt, werden allerhöchstens Steuern erstattet. Für eine Erstattung muss also erst mal Steuer bezahlt werden. Daraus folgert sich, dass nie mehr Steuern erstattet werden können, als bezahlt wurden.

Bin gespannt ob jetzt gleich jemand widerspricht und die Umsatzsteuer anführt...

Warum sollte?

Auch die Vorsteuer wurde ja erst mal bezahlt.

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@EnnoBecker

Richtig, aber die Vorsteuer wurde nicht an den bezahlt, der sie erstattet (inzwischen sehr oft schon), daher handelt es sich bei der "Rückzahlung" der Vorsteuer um die Vergütung einer Steuer und nicht um eine Erstattung.

Ist bei uns eine beliebte Frage in der mündlichen Prüfung in AO.

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Mehr Steuer erstattet als abgezogen? Wie soll das gehen. Vermutlich ein Fehler vom Amt. Wenn sich das auf das Vorjahr bezogen hätte, dann wäre doch der Vorjahresbescheid geändert worden. Du bist ein Glückpilz! Ich zahle mehr Steuern als ich Geld verdient habe, so kommt es mir jedenfalls vor!

Ich habe die Erklärungen noch gar nicht eingereicht. Ich erstelle sie derzeit erst. Für 2010 bekäme ich komplette Erstattung. Bzw. aufgrund sehr hoher Werbungskosten wäre m.E. die Erstattung höher als die gezahlte Steuer. In 2009 gäbe es für mich bei gezahlten 3000 € Lohnsteuer jedoch keine Erstattung. Daher könnte man doch sagen, dass deshalb in 2010 mehr erstattet wird als abgeführt weil 2009 keine Erstattung. Wäre dies die von ihnen genannte Änderung des Vorjahresbescheids?

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@Konfetti

Zunächst einmal sind wir hier alle per Du, brauchst mich also nicht mit "Sie" anzureden. Mach ich schließlich auch nicht, zumindest bis zum 20sten Bier...

Zu Deiner Steuersache kann ich angesichts dieser Zusatzinformation eigentlich nur anregen, alles noch einmal genau durchzurechnen. Eine Überprüfung von hier aus kann niemand wirklich zuverlässig vornehmen, denn dazu müßte man alle Daten vorliegen haben und Stück für Stück überprüfen. Manchmal liegt der Fehler im Detail, z.B. einem falsch gesetzten Komma.

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@Privatier59

Ich hab eine andere Vermutung, oder besser gesagt zwei.

Entweder es kommt ein negatives zvE raus und der Fragesteller rechnet bei der Erstattung noch über die Null hinaus (negative Einkommensteuer).

Oder es liegt ein negativer GdE vor und das Programm berechnet tatsächlichen einen Verlustrücktrag.

Oder es liegen weitere Steuerabzugsbeträge vor (KapSt nach Günstigerprüfung) und der Fragesteller hat lediglich die Lohnsteuer im Auge.

So, und ich kauf mir jetzt eine Zählmaschine, die bis drei zählen kann.

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@Konfetti

@Konfetti: mach Deine Steuererklärung mal zur Probe (www.elster.de) und Du wirst sehen, dass Du max. die gezahlte Steuer zurückbekommen wirst.

"aufgrund sehr hoher Werbungskosten wäre m.E. die Erstattung höher als die gezahlte Steuer"

Was heisst "meines Erachtens? Möglicherweise rechnest Du 4.500 Werbungskosten ./. 3.000,00 gezahlte Steuern = 1.500,00 Plus. So ist das aber nicht.

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@FREDL2

Also - ich versuche es noch mal darzustellen: Ich habe meine ESt-Erklärungen für 2009 und 2010 per Steuer-CD angefertigt. In 2009 hatte ich einen anderen Arbeitgeber als 2010 und ich habe in 2009 deutlich mehr verdient. Die Steuersoftware wirft für 2009 eine Nachzahlung von ca. 10 € aus. Für 2010 ergibt sich eine Steuererstattung von ca. 650 €. In der Steuererstattung 2010 sind weit über den Werbungskosten-Pauschbetrag tatsächlich angefallene Werbungskosten enthalten. Nehme ich diese Summe aus der Erklärung raus, sinkt der Erstattungsbetrag um ca. 240 €. Demnach schlagen die Werbungskosten in der Endabrechnung mit ca. 240 € positiv zu Buche. Dies liegt aber doch daran, dass das Programm logischerweise nicht mehr als Erstattungsbetrag auswerfen kann, als an Steuer abgeführt wurde. Jetzt drängt sich mir aber der Verdacht auf, dass die Werbungskosten nicht in dem Maße zu Buche schlagen wie ich das gerne hätte. Ich meine also, dass ich allein aufgrund der Werbungskosten mehr erstattet bekäme wenn ich auch mehr Steuern bezahlt hätte. Und eben dies war 2009 ja der Fall. Und deshalb frage ich mich ob diese Tatsache nicht dafür sorgen könnte, dass aus der Nachzahlung für 2009 nicht doch eine Erstattung werden könnte. Eine jahresübergreifende Berücksichtigung von Werbungskosten so zu sagen.

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@Konfetti

@Konfetti: "dass die Werbungskosten nicht in dem Maße zu Buche schlagen wie ich das gerne hätte"

Du bist nicht allein, das geht mir auch so ;-(

Im Ernst. Wir haben das Zufluss/Abflussprinzip. Das sollte bereits erklären, weswegen eine jahresübergreifende Berücksichtigung von Werbungskosten nicht, bzw. in Deinem Fall nicht möglich ist.

Ausnahmen davon sind WK bei der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich (§ 11/2 S.6 EStG), bei Anwendung d. Absetzung für Abnutzung (§ 7 EStG), bei Anschaffung geringwertiger WG, bei WK für private Veräußerungsgeschäfte und im Fall des § 4 Abs. 3 Satz 4 EStG.

Davon hast Du nichts, oder?

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Ich zahle mehr Steuern als ich Geld verdient habe

Meine Wahrnehmung ist so ähnlich: Ich zahle meinem verdienten Geld entsprechend Steuern. Nur bekomme ich das verdiente geld irgendwie nicht.

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