Materialkosten einer Immobilie von der Steuer absetzbar?

2 Antworten

Ich versuche es mal zu verstehen.

Du kaufst ein Haus. Kaufpreis 200.000,-.

Du zahlst an Deine Eltern 120.000,-.

weitere 80.000,- Werden dir erlassen, weil Du das Haus renoviert hast und dafür hast Du nun j eine Forderung von 80.000,- auf deren Begleichung Du verzichtest.

Ok. soweit rund.

Nun zu Dir und Deinem Bau unternehmen.

Du hast einen Werkvertrag Renovierung Mehrfamilienhaus zum Pauschalpreis von 80.000,- geliefert.

Einnahmen (durch Forderungsverzicht und Lieferung eines Mehrfamilienhauses Kaufpreisverrechnung).

Von diesen Einnahmen kannst Du natürlich alles abziehen, was Du dadurch an Aufwendungen hattest. Also Material, Werkzeug, Helferlöhne, Berufsgenossenschaftsbeitrag usw.

Den Gewinn musst Du versteuern.

Die 80.000,- sind im Kaufpreis enthalten, Abschreibung mit 2 % im Jahr.

Tolle Konstruktion.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Vielen Dank für die sehr hilfreiche Antwort, doch einige Punkte habe ich aufgrund meines mangelnden Wissens nicht ganz verstanden.

Ja, die Renovierung habe ich aus meiner Tasche finanziert. Dafür habe ich mich auf 80000 Euro mit meinen Eltern, den jetzigen Voreigentümern, geeinigt.

An sich sind die 80000 Euro nicht an meine Eltern geflossen , sondern nur die restlichen 120000 Euro.

Wenn ich jetzt alle Rechnungen und Quittungen zusammenlege und die Summen inkl. MwSt berechne, komme ich, sagen wir mal auf 50000 Euro. Wären die 30000 Euro dann ein Gewinn? Ich habe in der Zeit auch die monatlichen Kreditraten an die damalige finanzierende Bank meiner Eltern gezahlt, so dass man damit auf 65000 Euro käme.

Ich bin kein Bauunternehmer, sondern ein Angestellter einer Firma, die nichts mit Bau zu tun hat. Also eine ganz normale Privatperson, die das Material aus Baumärkten, Online-Händlern besorgt hat und selbst an Wochenenden gewerkelt hat.

Welche Quittungen gelten denn? Alle bis zur Unterzeichnung des Kaufvertrags?

Danke

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@riven

Es gibt zwei Methoden die Sache unzupacken.

Entweder so wie ich es (zugegeben auch etwas reisserisch) gemacht habe, oder die Ausffassung, die aus der Antwort von EnnoBecker mit Kommentaren von Blackleather hervorgeht.

Also:

Kaupreis 120.000,- + Renovierung, aber nicht mit 80.000,- sondern den nachgewiesenen, mit Belegen unterlegten Ausgaben. Das im dortigen Text genannte BMF Erlass vom 18. 07. 2003, in dem die Behandlung solcher Kosten dargestellt wurde.

http://www.kommunale-verwaltung.sachsen.de/download/Kommunale_Verwaltung/bmf-erlass_vom_18_07_2003.pdf

Wenn man aber strickt danach vorgeht, wie Du es beschriben hast, dann hast Du mit Deinen Eltern vereinbart, dass Du für 80.000,- die Immobilie renovierst.

Damit wirst Du praktisch automatisch ein Bauunternehmer. Nicht in dem Sinn mit Gewerbesteuer, Baulohnabrechnungen usw., sondern einfach nur, dass Du 80.000,- Euro bekommst (und sei es durch Verrechnung) und kannst gegen die "Einnahme" alle kosten rechnen.

Ich denke mal, nachdem die Renovierung erst nach dem Erwerb stattfand, dass die Finanzverwaltung den Kauf mit 120.000,- + Renovierung annimmt.

Wie die Kosten im Einzelnen zu behandeln sind, richtet sich nach der Art der Arbeiten.

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@wfwbinder

Gut, also die 80000 Euro kann man auch folgendermaßen zusammesetzen:

Summe aller Einkäufe + Kreditzahlungen =65000 Euro Meine handwerklichen Tätigkeiten= 15000 Euro

Summe = 80000 Euro.

Aber: Hätte ich damit irgendeinen Steuervorteil? Z.b. dass mir die MwSt. vom Finanzamt zurückgezahlt wird?

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@riven

Ich habe in der Zeit auch die monatlichen Kreditraten an die damalige finanzierende Bank meiner Eltern gezahlt,

Das wirft doch noch einige Fragen auf:

In welcher Zeit bzw. bis bzw. nach welchem Zeitpunkt wurden diese gezahlt?

Aufgrund welchen vertraglichen Verhältnisses hast Du diese Kreditraten für Deine Eltern gezahlt?

Warum und als was sollten Kreditraten abzugsfähig sein? Gibt es da eine zugehörige Einkunftsart bei Dir?

Bestehen diese Kreditraten zufällig aus Zins- und Tilgungsanteilen? Warum sollten Tilgungsanteile einkommensteuerlich abzugsfähig sein (stattdessen gibt es doch die Abschreibung)?

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@riven

Kreditzinsen für Deinen eigenen Kredit sind in der Anlage V abzugsfähig.

Zahlungen, die Du für Deine Eltern gezahlt hast, sind eine Schenkung, oder ein Darlehn an Deine Eltern. Abzugsfähig? sehe ich so nicht. Oder gibt es dazu eine Vereinbarung?

Vorsteuererstattung vom Finanzamt? Nein. Du stellst ja keine Rechnungen mit Steuerausweis aus.

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Die Materialkosten kann man anteilig für den Teil des Mehrfamilienhauses steuerlich verwerten, für den man Mieteinnahmen erzielt. Bei den Handwerkerkosten ist es etwas anders - hier kann man für die vermieteten Wohneinheiten die Kosten komplett geltend machen, für die eigen genutzte Wohnung nur die Lohnkosten der Handwerkerrechnung.

Einen Steuerberater hinzuzuziehen wäre hier sicher nicht verkehrt.

Gebühren der Handwerkskammer

Hallo. Meine Frau hat im Oktober ein Gewerbe zum herstellen von Kinderkleidung und Taschen angemeldet. Daraufhin hat sich die HWK gemeldet und besteht darauf, dass sie sich anmeldet. Nach einigem Lesen von Beiträgen und Gesetzen, sind wir zu dem Entschluss gekommen: Da kommt man wohl nicht drum herum.

Viel interessanter ist nun allerdings, wie es weiter geht. Der Umsatz wird sich dabei auf weniger als 2.000 Euro belaufen, wahrscheinlich sogar weniger als 1.500 Euro. Da es keine Gebührenordnung gibt bei der HWK Karlsruhe, habe ich dort angerufen. Hier mal die geforderten Gebühren:

Eintragungsgebühr ist 150 Euro. Jahresbeitrag im ersten KALENDERJAHR! (also 2013, sprich 2 Monate) ist frei, im 2. und 3. Jahr dann 73 Euro und ab dem 4. Jahr 146 Euro. Jeweils zzgl. (ab dem ersten Jahr schon) eine Umlage von 94 Euro jährlich.

Das heißt: 2013: Anmeldung 150 Euro, kein Jahresbeitrag, aber anteilig die Umlage 94/12*2=ca. 15-20 Euro. 2014: 1/2 Jahresbeitrag = 73 Euro + 94 Euro Umlage = 167 Euro 2015: wie 2014 ab 2016: Jahresbeitrag = 146 Euro + 94 Euro Umlage = 240 Euro

Auf meine Anfrage, wieso die 5.200 Euro Grenze nicht gilt, sagte man mir, dass diese Konstellation (welche auch immer das sein soll) noch nie zugetroffen ist. Deswegen findet das Gesetz keine Anwendung.

Meine Frage: Geht das? Ich meine, bei einem Umsatz von 1.500 Euro (also Gewinn von ca. 600 Euro) kann man doch unmöglich pauschal 240 Euro an Gebühren verlangen, oder? Gibt es ein Argument, dass ich gegenüber der HWK vorbringen kann? Gesetz ist doch Gesetz.

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