Marder auf Dachboden und Wespennest - muss Vermieter hier tätig werden? Kammerjäger?

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4 Antworten

Bei Mardern ist der Vermieter in die Pflicht zu nehmen, denn bei erheblichen nächtlichen Lärmstörungen durch einen im Dachbereich eines Mietshauses nistenden Marder ist eine monatliche Mietminderung von ca. 30% der Bruttokaltmiete gerechtfertigt.

Ist das Wespennest nicht all zu groß, einfach eine Tüte drüber stülpen und hinaus damit. Allerdings erledigt sich das auch in den nächsten Wochen von allein, denn bald setzt das große alljährliche Wespensterben wieder ein.

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Kommentar von LittleArrow
19.08.2013, 22:10

Ist das Wespennest nicht all zu groß, einfach eine Tüte drüber stülpen

Eine mutige Empfehlung und gut beobachtet! Momentan ist Wespen-hightime ("Hoch-Zeit").

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Der Vermieter muss als Hauseigentümer tätig werden. Ein Schädlingsbefall wie auch ein hohler Dachbalken ist ein vom Mieter dem Vermieter anzuzeigender Schaden. Ob der Vermieter die Kosten an die Mieter weiterbelasten darf, ist allerdings eine sehr umstrittene Frage. Man denke nur an die Aufführung der Ungezieferbekämpfung als Betriebskostenart gem. § 2 Ziff. 9 Betriebskostenverordnung.

Nun wird man den unter Naturschutz stehenden Marder sicherlich nicht als Ungeziefer bezeichnen können, ebensowenig die Wespen. Zur Beseitigung sind Fachleute zu beauftragen, wie z. B. Kammerjäger.

Hier findet man eine Urteilssammlung sehr widersprüchlicher Gerichtsentscheidungen: http://www.rentokil.de/privathaushalte/rechtstipps-und-steuer/gerichtsurteile/

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Kommentar von Privatier59
20.08.2013, 09:08

Noch eine Anmerkung dazu: Auch manche Wespenarten stehen unter Schutz. Gegen Wespen schicke ich daher immer meinen Dachdecker an die Front: Der kennt die Unterschiede zwischen den Arten nicht und hat keine Skrupel jedwede Wespenart zu bekämpfen. Außerdem kann er besser klettern als Schädlingsbekämpfer, was bei den Standorten der Wespennester ein großer Vorteil ist.

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Ein Wespennest ist relativ kostengünstig zu entfernen, da muss wohl der Mieter selbst für aufkommen. Der andere "Untermieter" muss vom Dachboden vertrieben werden und das Haus durch bauliche Maßnahmen Marderdicht gemacht werden. Dies ist wiederum Sache des Vermieters.

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Tätig werden muß der Vermieter. Die interessante Frage kann dann allerdings anschließend sein, ob die Kosten dafür als Nebenkosten umlegbar sind. Ich mach so was gnadenlos.

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Kommentar von Primus
19.08.2013, 20:46

Hallo Richter Gnadenlos, sieh mal:

Kosten, die einem Vermieter für die akute Schädlingsbekämpfung entstehen, darf er nicht als Betriebskosten auf die Mieter umlegen. In diesem Fall sind sie als Instandhaltungs- bzw. Mängelbeseitigungskosten von ihm selbst zu tragen. Schädlingsbekämpfungskosten können als Betriebskosten nur dann auf die Mieter umgelegt werden, wenn sie für regelmäßige prophylaktische Maßnahmen entstehen. Amtsgericht Hamburg, AZ: 45 C 35/01

Jetzt lass Dir was einfallen, damit ich Deine Mieter nicht dazu aufhetze, ihren Betriebskostenabrechnungen zu widersprechen ;-))

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