Männliche Alleinverdiener werden ja mehr und mehr ein Auslaufmodell. Frauen arbeiten mehr dazu. Hat dies die Gesamtsituation von Familien wirklich verbessert?

7 Antworten

Die Gesellschaftlichen Veränderungen der letzten 50 Jahre (habe ich ja live und in Farbe miterlebt), brachten eben praktisch für alle Frauen eine Berufsausbildung und eine Berufstätigkeit auch während der Ehe.

Was hat das für "Nebenwirkungen?"

Die Frauen wurden auch unabhängiger (merkbar an den gestiegenen Scheidungsraten). Welche Frau muss heute noch eine Ehe fortführen, nur um versorgt zu sein?

FRauen definieren sich auch völlig anders. Als ich Kind war, war die FRau des Dorfarztes eben die Spitze der Gesellschaft und wurde in Bayern gar als "FRau Doktor" angesprochen.

Heute hat eine junge Frau eventuell selbst einen erarbeiteten Doktor, aber zu bestimmt 70 % und mehr einen erlernten Beruf, eine eigene Wohnung, evtl. ein Auto.

Man lebt ggf. auf Zeit zusammen und trennt sich, wenn es nicht mehr passt.

Ob man alle diese Änderungen gut findet, muss jeder für sich entscheiden.

Aber "früher besser" "heute schlechter" gibt es aus meiner Sicht nicht. Es ist einfach anders.

Heute lernen viele Ihren Ehepartner über das Internet kennen. Früher mehr beim Tanz anläßlich des Schützenfestes, oder man gewann seine Squaw im Wilden Westen einfach beim Pokern. Was besser oder schlechter ist, doch nur eine Frage des persönlichen Stils.

Je dümmer der Mensch, desto früher war alles besser.

In der Gesellschaft, in der ich aufgewachsen bin, war es völlig normal, dass die (Ehe-)Frauen ebenfalls arbeiten gehen. Das latte Rollenbild war bei uns nicht existent.

Als nach der Wende plötzlich das Muttergeld 600 Mark betrug, kratzte das sehr an unserem Budget - immerhin fiel ein komplettes Gehalt weg. Erst viel später begriff ich, dass dieses Muttergeld ein Relikt dieses "Früher" und seinem Rollenverständnis war: Die Typische Reihenfamilie mit Reihenhaus und Reihenarbeitsplatz hatte nämlich mit dem Muttergeld mehr statt weniger.

Die Rückkehr des Heimchens an den Herd empfinde ich da eher als Rückschritt. Wobei ja in den letzten 20 Jahren vieles den Krebsgang antrat - man vergleiche nur mal mein Abiturfoto mit dem meiner Tochter.

Trotzdem muss man das alles im heutigen Lichte betrachten, ansonsten - siehe Einleitungssatz. Und in heutigem Lichte ist es nun so, dass es m.E. eher die Qualifikation ist, die über ein ausreichendes Einkommen entscheidet und nicht die Frage, ob man seine Reproduktionsorgane innen oder außen trägt.

Im Übrigen fände ich persönlich es ziemlich schwer, als Sängerin am Theater zu arbeiten.

Meine Elterngeneration hatte es leichter. Nein, nicht leichter. Aber arbeiten hat sich mehr gelohnt. Weil die Mark noch Wert hatte. Das sagen die selbst und das lässt sich an Punkten wie Immobilienbesitz, Urlauben etc. anhand vieler Beispiele ersehen. Die Qualifikation ist kein Garant mehr für ausreichendes Einkommen. Ich kenne zu viele negative Beispiele im Bekanntenkreis aus diversen Branchen. Und ich bin selbst Ingenieur, trotzdem drehen wir als Familie den Euro mehrmals um. Auch ohne Luxusurlaub.

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@lohepudel

Also als meine Großeltern in ihre erste eigene Wohnung zogen , kostete die nur so 15 RM. Da war die Mark noch was wert.

Allerdings war das Scheißhaus eine halbe Treppe tiefer und stand ebenso wie der einzige Wasserhahn (nur Kaltwasser natürlich) auf der ganzen Treppe (also zwischen den Wohnungstüren) beiden Mieterparteien zur Verfügung.

Was daran besser sein soll, muss ich erst  noch verstehen lernen.

Meine Großeltern waren dennoch froh, denn die Wohnung ihrer Eltern hatte die Klosetts übern Hof und das Wasser aus der Pumpe im Garten.

Ich glaube nicht, dass Urlaubmachen ein Indikator ist für Wohlstand.

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Ich denke, das kann man so pauschal nicht beantworten. Jede Familie ist einzigartig, und so sind es auch ihre Probleme. Es gab sicher auch früher Familien, bei denen das, was für deine Eltern problemlos möglich war, nicht möglich war. Genau wie es die heute auch gibt. 

Auch dass zwei Autos nötig werden ist ja nicht gesagt, nur weil beide Elternteile arbeiten gehen. Und gestresst kann man auch von einem ganzen Tag Kinder und Haushalt sein. Also bitte nicht so verallgemeinern! 

Außerdem gibt es ja auch viele andere Möglichkeiten: Das beide Elternteile Teilzeit arbeiten zum Beispiel, oder das - ja, kaum zu glauben - der Vater daheim bleibt und die Mutter arbeiten geht. Ich denke es sollte möglich sein, dass jede Familie da eine individuelle Lösung findet. Davon sind wir zwar auch noch weit entfernt, es ist sicher heute nicht alles schlecht. 

Du stellst falsche Zusammenhänge her.

Die jungen müssen für einen vergleichbaren Lebensstandard (auch im Alter) deutlich mehr arbeiten als ihre Eltern, weil die erforderlich gewordenen Rentenreformen immer nur zukünftige Rentnergenerationen betreffen.

Die Alten kriegen also im Vergleich zu den jetzt jungen viel zu viel und dafür zahen die Jungen. Ich meine nicht nur Rente. Sie zahlen auch zu wenig Steuer, in die Krankenversicherung und haben früher im Vergleich zu viel aus der Arbeitslosenversicherung bekommen. Das Ganze natürlich auch noch bei einer stabilen Währung, die in anderen Ländern regulierend wirkte.

Auch die Wohnungseigentumsförderung und Steuerhinterziehungen aller Art fehlt den Jungen, die diese Möglichkeiten zum Teil nicht mehr haben.

Dass die Altern oft eine Menge Vermögen angesammelt haben und sich ein für Junge undenkbares Leben leisten können, sollte dir zu denken geben.

Auch ist Grunsicherung bei der Generation 80 + praktisch unbekannt oder betrifft wenige. In Zukunft sollen es viele werden.

Wenn sich heute also eine normale Familie das Leben ihrer Eltern nicht mehr leisten kann, ist das durch Fehler der Vergangenheit erforderlich.

Die Abeitslosigkeit steigt nicht, also hat es auch nicht dazu geführt. Lohndumping ist bei Teilzeitkräften auch keine Neuheit. Die haben früher auch nicht mehr verdient. Aus dem 630-Mark-Job ist der 500-€-Job geworden. Einige Frauenjobs werden deutlich besser als früher honoriert.

Naja .. ich sag mal so ... jeder ist seines eigenen Glückes Schmied ;)

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