Mängel vom Vormieter in der Wohnung stehen nicht im Übernahmeprotokoll - was tun?

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6 Antworten

Natürlich würde ich diese Mängel erfassen und aufschreiben.

Vor einem Gespräch mit dem Vermieter empfiehlt sich aber noch die Kontaktaufnahme mit dem Vormieter. Den Kontakt zu ihm bekommst Du möglicherweise bei Hausmitbewohnern, die Du gezielt nach der Telefonnummer fragen kannst. Wenn alles klappt, bekommst Du die Übergabeprotokolle vom Vormieter, sein eigenes beim Auszug und beim Einzug.

Mit diesen Unterlagen in Rückhand kannst Du Deine Einzugsmängelliste einfacher mit dem Vermieter besprechen und sie ihm überreichen.

An deiner Stelle würde ich das direkte Gespräch mit dem Vermieter suchen. Zeig ihm was dir alles aufgefallen ist und sag, du würdest es gerne noch im Übernahmeprotokoll unter "Nachtrag" hinzufügen. Was dann wirklich beim Auszug passiert kann man jetzt noch nicht sagen, aber dann hast du wenigstens etwas in der Hand.

Eine richtige Wohnungsbegehung mit dem Vermieter gab es nicht.

Das war nun sehr fahrlässig :-)

Jetzt habe ich die Befürchtung, dass die Kosten für die Reparaturen an mir hängen bleiben, wenn ich ausziehe.

Zurecht. Denn wenn du die Mängeln nunmehr erst reklamierst, wird sich weder dein Vormieter moch der Vermieter darauf einlassen müssen, dass sie nicht erst in deiner Mietzeit entstanden sind :-(

Im Zeifel gilt eben:

Mängel vom Vormieter in der Wohnung stehen nicht im Übernahmeprotokoll

und damit fallen sie dir zu :-(

Rechtssicher kannst du Mängelbeseitigung bei Auzug nur verhoindern, indem du einen Nachtrag zum Übergabeprotokoll bekommst, in dem der Vorschaden an der Fliese dokumentiert wird.

Oder hoffen, daß der Schaden bekannt aber nicht benannt wurde und auch bei deinem Auszug zu keiner Reklamatuion führt.

Eine wacklige Armatur (Waserhahn) ist allerdings nur einer lockere Überwurfmutter oder Scharube geschuldet; die kann man (allerdings vorsichtig!) fetsziehen (lassen) oder, beim einer Badewanneatmatur, das Ventil mit Blitzement stabilisieren (lassen).

G imager

Hier werden die Darlegungs- und Beweislasten munter vertauscht. Nicht der Mieter muß das Nichtvorhandensein von Schäden nachweisen, sondern der Vermieter deren Vorhandensein. Ein Mieter handelt nicht fahrlässig, sondern sehr schlau, wenn er es nicht zu einer Übergabe kommen läßt. Soll der Vermieter doch den Nachweis erbringen, was ihm im Zweifel nicht gelingen wird.

Der Mieter braucht weder etwas zu "verhoindern" noch zu verhindern und er braucht sich keine Sorgen zu machen, weder bei der "Reklamatuion" noch bei der Reklamation. Dass der "Waserhahn" wackelt, kann ihm egal sein, solange aus dem Wasserhahn noch Wasser kommt.

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Ich würde an deiner Stelle den Vermieter schriftlich über die nachträglich von dir entdeckten Schäden informieren. So hast du beim Auszug etwas zur Hand um dem potentiellen Vorwurf zu entgegen, du hättest die Schäden verursacht. Das Schreiben begleitend würde ich auch noch das direkte Gespräch mit dem Vermieter suchen und ihm die Schäden schildern.

Am besten wäre ein neues Übergabeprotokoll. Du solltest dafür die Wohnung mit dem Vermieter durchgehen und alle Mängel schriftlich festhalten. Laß Dir dann eine Kopie mit seiner Unterschrift geben. Alternativ könntest Du ihm eine Aufstellung Deiner festgestellten Mängel - mit Datum der Feststellung - zusenden, als Einschreiben , oder von ihm persönlich unterschreiben lassen.

Bei einem Vermieter der es bei Dir mit der Wohnungsübergabe zu Beginn des Mietverhältnisses nicht so genau genommen hat, würde ich vermuten, dass er bei Wohnungsübergabe bei Ende des Mietverhältnisses ebenso nachlässig ist.

Keine Sorgen brauchst Du Dir auch deswegen zu machen, weil die von Dir beschriebenen Mängel sich ja doch dem Einflußbereich des Mieters entziehen dürften und dieser als Verursacher nicht in Frage kommt.

Wenn Du ganz sicher gehen willst, dann sende Deinem Vermieter doch einfach eine Aufstellung aller festgestellten Mängel zu. Dann ist da Klarheit.

würde ich vermuten, dass er bei Wohnungsübergabe bei Ende des Mietverhältnisses ebenso nachlässig ist.

Oder die Mängel nunmehr auf Kosten des Nachmieters beitigen lassen möchte, die er ärgerlicherweise bei der Abnahme vom Vormieter übersehen von ihm nachträglich nicht mehr ersetzt verlangen kann?

Mängel sich ja doch dem Einflußbereich des Mieters entziehen dürften und dieser als Verursacher nicht in Frage kommt.

Wie kommst man XXX auf solch schwache Bretter?

Mängelfreier Zustand lt. Übergabeprotikoll + Mängel (nicht erst bei Auszug) = Mängelbeseitigungsanspruch.

Wenn Du ganz sicher gehen willst, dann sende Deinem Vermieter doch einfach eine Aufstellung aller festgestellten Mängel zu. Dann ist da Klarheit.

Herrje :-(

Wenn ich denn als Mieter zurecht nicht einsehe, für einen de facto nicht selbstverschuldeten Schaden herangezogen zu werden, würde ich nun dem Vermieter nicht noch darauf hinweisen, dass er das de jure nun kann :-O

Selbst in laufendem Mietverhältnis auf Kosten der Kaution, die wiederaufgefüllt verlangt werden darf :-O

G imager761

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@imager761

Wer andere kritisiert, sollte zumindest die fundamentalen Grundregeln der deutschen Rechtschreibung beherrschen:

"beitigen" gibt es nicht, es heißt "beseitigen"

"vermeindlich" gibt es nicht, es heißt "vermeintlich"

"mängelfrei" gibt es nicht, es heißt "mangelfrei"

"Übergabeprotikoll" gibt es nicht, es heißt "Übergabeprotokoll".

Der geneigte Leser mag sich ein Urteil darüber bilden, was inhaltlich von einem Elaborat zu halten ist, das nicht einmal fundamentalste Rechtschreibregeln einzuhalten weiß.

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