Macht es Sinn, eine Riesterrente noch im Alter von 40 Jahren abzuschließen?

4 Antworten

Du meinst, weil dann das Leben eh schon fast rum ist?

Ich denke, das ist eine Frage, die man sich nicht zu einfach machen sollte.

  • Wenn du mit 40 die Generation vor dir nur auf den Friedhof besuchen kannst und aufgrund einer Erbkrankheit kein Verwandter jemals das Rentanalter ereicht hat, würde ich zumindest keine Versicherung abschließen.

  • Wenn du mit 40 schon weisst, dass das wegen deines Lebenswandels höchstens noch 25 Jahre lang mit dir gut gehen kann auch ganz sicher keine Versicherung!

  • Wenn du mit 40 schon weisst, dass du im Alter ganz sicher ein Sozialfall bist, lohnt sich Riester auch nicht.

Mir fallen noch einige andere Fälle ein aber das führt zu weit.

40 ist - zu deiner Frage - ein Alter, wo hierzulande viele gerade mal anfangen, eine Familie zu gründen. Die Immobilie kommt dann mit Mitte 40 und die Altersvorsorge Ende 50 ;). Es ist also noch nicht zu spät.

Du schreibst aber von "Alternativen zur Altersversorgung". Wenn du für das Alter vorsorgen willst - warum, auch immer - ist riestern die Möglichkeit, mit relativ wenig Einsatz auf relativ viel Rente zu kommen. Der Staat legt ja mehr als die Steuer auf die eigenen Einzahlungen und direkte Zulagen drauf. Später ist die Rente steuerpflichtig aber wenn du glaubst, was machen zu müssen, fällt ja vielleicht keine an.

Ich habe Fälle, die haben nach zehn Jahren nicht mal 600 € selbst eingezahlt aber fast 10.000 € Guthaben im Vertrag. Es kann sich also auch ohne Steuer lohnen.

Vergleichbar aber aus verschienenen Gründen oft schlechter sind betriebliche Altersversorgungen. Fast alles andere, womit du die Geld anlegen kannst, bindet dich viel wengier, ist aber halt leider auch kaum oder nicht gefördert.

Leider kommt es auf einiges an, welche der vielen Varianten für dich die beste ist und man kann auch schnell irgendwas übersehen. Ich muss meinen Vorrednern also recht geben. Man sollte sich beraten lassen. Idealerweise von jemandem, der nicht nur Versicherungen, Bausparer oder Fonds im Angebot hat.

Ob sich etwas lohnt kann unterschiedlich bewertet werden. Zeit genug für die Altersvorsorge hast Du mit über 25 Jahren in jedem Fall. Ob die Riesterrente für Dich die beste und einzige Möglichkeit darstellt musst Du vermutlich noch herausfinden. Lass Dich von einem unabhängigen Versicherungsvertreter beraten und entscheide dann welche Sparform Du wählst.

Sorry Billy, es gibt keine unabhängigen Versicherungsvertreter.

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@Niklaus

Ja ok, da hab ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Dann sage ich mal Versicherungsmakler, oder gibt es noch einen anderen Begriff für einen freiberuflichen, selbständigen Vertreter der alle Versicherungen vermitteln kann und nicht nur Produkte einer Gesellschaft verkauft.

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Hallo Pechstein75,
wenn Du Angestellter bist und noch keine zusätzliche Altersvorsorge betreibst, lautet die Antwort: Ja, ein Riestervertrag ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Deine Sparsumme plus die Zulage kannst Du zu 100% von Deinem zu versteuernden Einkommen absetzen (max. 2100€ p.a.), das ergibt auch bei einer nicht ganz so guten Verzinsung eine relativ gute Rendite.
Beispiel: Angenommen, Du zahlst 1946€ pro Jahr ein, erhälst den vollen staatlichen Prämienzuschuss von 154€, macht 2100€. Diese Summe kannst Du steuermindernd absetzen. Bei einem Grenzsteuersatz von 35% bekämst Du entsprechend ca. 735€ wieder über die Steuererklärung zurück, d.h. Nettoaufwand = 2100-154-735 = 1211€.
Selbst wenn Du keine Zinsen oder Erträge erzielst wäre das bei 27 Jahren Laufzeit immer noch eine Rendite von 2,1% - ohne Risiko.
Bei einem Sparzins von 2% auf alle Einzahlungen erhälst Du eine Rendite von 5,5% auf Deine Netto-Einzahlungen!
Fazit: Riester-Rente lohnt sich!

Du fragst, ob es Alternativen zur Altersvorsorge gibt? Ich vermute, Du willst wissen, welche Alternativen es zur Altersvorsorge gibt, denn zusätzliche Altersvorsorge muss sein!
Ohne ergänzende Vorsorge wirst Du Deinen Lebensstandard mit der gesetzlichen Rente nicht annähernd halten können und das Alter dauert statistisch gesehen fast 20 Jahre - wer möchte so lange in Armut leben?! Ich bin ebenfalls 1975 geboren, ich habe das selbe Problem wie Du.

Ich gehe wie folgt vor: Die jährlichen Steuerrückerstattungen aus meinem Riestervertrag zahle ich in eine fondsgebundene private Versicherung ein, dadurch kann ich noch einmal einen deutlichen Vorteil sichern.
Bleiben wir bei dem Beispiel von oben: Bei 735€ pro Jahr Sparrate und einer Rendite von 6% (Fondsanlage mit größerem Aktienanteil) erreichst Du am Rentenbeginn ein Kapital von gut 49'635€ (Einzahlungen: 19845€). Bei Abschluss als Lebensversicherung kannst Du Dir das Kapital vollständig auszahlen lassen, dann zahlst Du nur auf die Hälfte des Gewinns Steuern (14895€), bei Abschluss als Rentenversicherung würden mit 67 nur 17% der Rente als zu versteuerndes Einkommen angesetzt werden. Der Rest ist steuerfrei.

Weitere Alternativen:
- Immobilie erwerben und Rücklagen bilden, um deren Unterhalt zu sichern, oder
- einen privaten Fondssparplan auflegen und darüber Zusatvermögen aufbauen.

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