Luft-Wasser-Wärmepumpenheizung: Vor-und Nachteile

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3 Antworten

Luftwärmetauscher stellen genau dann ein Problem dar, wenn man die Wärme am meisten benötigt: im kalten Winter. Die Rentabilität der Anlage fällt dann mit steigenden Strompreisen. Es gibt weiterhin technische Fragestellungen der Vereisung. Ich habe mir das damals angeschaut und verworfen.

Besser wäre ein Sole-Erdwärmetauscher, der bei entsprechender Verlegung über die Fläche im Erdreich auch im Winter noch im Bereich moderater Temperaturen arbeitet und außerdem durch die verbesserte Wärmekapazität des Wärmeträgers eine höhere Effizienz bietet. Man kann das vor der Anlage eines Gartens umsetzen und die Leitungen über einen Anschluß in einen Technikraum ins Haus führen. Als sich mir (2004/2005) diese Frage stellte, waren die Geräte allerdings noch zu teuer und damit unrentabel. Heute sind die Geräte industrialisierter und günstiger zu haben. Die Anfangsinvestition ist jedoch immer noch deutlich.

Vor einem Jahr hatte ich verschiedene Alternativen (unterschiedliche Wärmetauschertypen, eine Pellet-Zuheizung) prüfen lassen und es ergab sich kein wesentlicher Vorteil gegenüber der heutigen Lösung mit einer Gasbrennwerttherme in Verbindung mit Solarthermie. Das Haus benötigt nicht signifikant mehr Strom als vergleichbare Haushalte (trotz Solarpumpe) und verbraucht etwa die Hälfte an Gas wie übliche Verbrauchsrechner dies für ein Haus dieser Größe vorsehen. Öl kam aufgrund der Vorratsproblematik nicht in Frage. Mit anderen Worten: ich würde heute sehr wahrscheinlich das Gleiche machen.

Wichtig dabei: das ganze Modell steht und fällt mit einem guten Vollwärmeschutz, gut dämmenden Fenstern, der Nutzung einer Niedrigtemperaturheizung und einer starken Dämmung zum Dach und zum Keller.

Wärmetauscher sind also in Regionen mit relativ moderat gemäßigten Temperaturen von 10-20° recht effektiv. Oberhalb der 20° könnte der Wärmetauscher auch kühlen, kostet dann jedoch deutlich Energie. Unterhalb der 5-10°C fällt die Effizienz des Wärmetauschers deutlich ab, d.h. hier wird zunehmend teure Energie aufzuwenden sein. Rechne die Effizienz mit Temperaturprofilen (wichtig: nicht Tagesdurchschnittstemperaturen, sondern stundenweise Temperaturverläufe über Tage hinweg) mal konservativ durch.

Noch zur Fußbodenheizung: eine Fußbodenheizung ist sehr langsam. Sie stellt sich nicht schnell auf irgendetwas um, d.h. es ist eher eine Frage der Steuerung, die langsame Approximation von Zieltemperaturen im Haus zu erreichen. Es ist also eine Frage der Bedarfssteuerung des Wärmetauschers, wann dieser einspringt und wie die Mischer für die Fußbodenheizung diese beschicken.

Je nach Standort und Größe des Hauses kann übrigens auch eine Anlage zur Kontrolle der Solareinstrahlung sinnvoll sein, denn die Temperaturen im Süden Deutschlands steigen in den Sommern doch immer recht deutlich über 30°C. Das sind im Prinzip automatische Jalousiensysteme, die im Sommer hohe Sonneneinstrahlung und damit die Aufheizung des Hauses vermeiden, im Winter das jedoch gezielt mit nutzen.

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Schau Dir zum einen das Baujahr der Wärmepumpe und die Kennlinie für den Wirkungsgrad zur Lufttemperatur an. Ganz entscheidend für die Betriebskosten sind Stromtarife die man zur Verfügung hat , denn mindestens 25% der benötigten Wärmemenge werden in Form von Strom benötigt. Ausserdem sollte man sich auch die Temperaturaufzeichnungen für das Objekt ansehen, in kalten rauhen Wohnlagen ist man generell schlechter dran als in einer geschützten Stadtlage, selbst wenn die Pumpenkennlinie der mittleren Aussentemperatur im Winter angepasst ist. Positiv wirkt sich zudem aus, wenn noch ein Wärmespeicher vorhanden ist, so dass man die Anlage bevorzugt bei den höheren Tagestemperaturen laden kann.

Mit modernen Anlagen kann man durchaus Kosten einsparen, aber dieser Effekt wird duch die derzeitigen Strompreissteigerungen immer geringer.

Wichtig wäre es auch sich vom Vorbesitzer mal tatsächliche Kosten zeigen zu lassen, denn die meisten Modellrechnungen treffen die Realität kaum - ist wie beim Kraftstoffkonsum eines Kfz's, den der Hersteller nennt.

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Kommentar von sicherfrei
24.06.2013, 08:22

Danke für die ausführliche Antwort.Es handelt sich um einen Neubau in einer innerörtlichen Kleinstadtlage.Erfahrungswerte fehlen daher. Wie sieht es mit der Geräuschbelästigung des im Garten stehenden Ansauggerätes aus, wie laut ist das? Und wie laut ist die eigentliche Anlage, die in einem kleinen Technikraum innerhalb der Wohnung steht?

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Meinst Du, dass Du mit dieser Frage ausgerechnet hier gut aufgehoben bist? Das wäre wohl eher was für gutefrage.net oder produktfrage.net. Allerdings nur kurz der Hinweis, dass ich aus meinem Bekanntenkreis wenig positives über Luftwärmepumpen gehört habe. Die Kosten des Betriebsstroms sollen so hoch sein, dass der Spareffekt weitgehend entfällt. In diesem Sinne lautende Fernsehberichte bestätigen diese Ansichten. Ich würde ein solches Gerät daher eher als Nachteil einer Immobilie ansehen denn als Vorteil und viel mehr Wert auf eine moderne Heizung legen.

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Kommentar von robinek
24.06.2013, 08:10

Jede "gute" Heizungsfirma gibt darüber Aufklärung/Rat, Tipps, nach Besichtigung des Objektes!

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Kommentar von sicherfrei
24.06.2013, 08:12

Danke, das mit dem Strompreis ist ein guter Hinweis, weil der in der geschätzten niedrigen Kostenberechnung dieser Neubau-Anlage wohl nicht auftaucht.

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