Lohnt sich mein Entgeltumwandlungsvertrag noch?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

"Ich bin nun sehr verärgert und stark am zweifeln ob ich den Vertrag nicht ganz kündige oder zumindest still lege"

Du kannst nicht kündigen, der Vertrag kann nur beitragsfrei gestellt werden.

"Private Riester kosten zuviel"

Woher nimmst Du denn diese "Weisheit" (= Unsinn), hoffentlich nicht aus dem Internet.

"Es ärgert mich total dass man bei solchen Verträgen immer abgezockt wird."

Was sind denn "solche" Verträge ? Abgezockt wird da Niemand, aber offenbar wurdest Du unvollständig / schlecht beraten oder hast nicht alles mitbekommen.

"Was würdet ihr mir empfehlen?"

Wenn die o.g. Werte stimmen, dann würdest Du über 40 Jahre lang 83 Euro Netto einzahlen (vorausgesetzt Dein Einkommen / Steuersatz bliebe gleich), d.h. knapp 40.000 Euro. Herauskommen sollen knapp 100.000 Euro. Das sind erst einmal 4.1 % p.a. Rendite.

Deine Rechnung mit dem am Ende verbleibenden "Überschuss" von ca. 7.000 Euro stimmt grob. Es können 12.000, aber auch nur 5.000 werden.

Wenn Dein Arbeitgeber weiterhin nichts dazugibt (was ich für unverantworltich halte und er bereichert sich auch noch an Dir !), würde ich den Vertrag beitrafsrei stellen. In der Tat sollte es rentablere Möglichkeiten geben, die dann auch noch flexibler und im Alter kostengünstieger sind.


Hallo Hanseat ,

danke für die Antwort. Also mein Arbeitgeber würde einer Kündigung zustimmen. Das habe ich schon abgeklärt.  Nur mache ich dadurch natürlich Verlust. 

Über Riester habe ich gelesen (teils im Internet teils in Zeitschriften, Reportagen) dass es sich nur lohnt wenn man Kinder hat. Die Zulagen für Kinderlose heben sich wohl mit den Vertragskosten auf es sei denn man findet einen günstigen Vertrag. 

Ich mache mir momentan einfach zu viele Gedanken über die Rente und die Vorsorge da in den Medien einem immer Panik gemacht wird.  Ich habe sehr starke Angst vor Altersarmut. Und möchte etwas dagegen tun. Nur bin ich irgendwie ratlos. Ich würde gerne in Aktien investieren aber dazu kenne ich mich zu wenig aus. 

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@Lamina1503

"Also mein Arbeitgeber würde einer Kündigung zustimmen"

Das geht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht, nur Beitragsfreistellung.

"Riester ... dass es sich nur lohnt wenn man Kinder hat. Die Zulagen für Kinderlose heben sich wohl mit den Vertragskosten auf"

Der "Geck" an Riester für Kinderlose ist ja nicht die Zulage sondern die steuerliche Förderung (= Sonderausgabenabzug).

"Ich habe sehr starke Angst vor Altersarmut. Und möchte etwas dagegen tun. Nur bin ich irgendwie ratlos. Ich würde gerne in Aktien investieren aber dazu kenne ich mich zu wenig aus. "

Flexible Fondssparpläne sind durchaus nicht unsinnig. Allerdings sollte man unbedingt selbst wenigstens etwas Plan davon haben. Auch die vielfach als Allheilmittel angepriesenen ETFs (passive Indexfonds) bedürfen einiger Sachkenntnis, und erfordern mehr "regelmäßige Wartung" als gemanagte Fonds.

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Kannst du mir denn eine rentablere Alternative vorschlagen?

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@billy

Ach ja, wer hat denn nun gegen die M........ getreten dass Du Dich hier meldest, noch dazu unqualifiziert wie immer.

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@Lamina1503

Ich würde an Deiner Stelle mal einen sogenannten Schichtenvergleich machen lassen. Da ergibt sich dann z.B. bei 60.000 Jahresbrutto, ledig und SK I dass durchaus eine Privatrente (Schicht III) besser rentiert (bezogen auf denselben Nettobeitrag), einfach weil bei einer Entgeltumwandlung (ohne AG-Zuschuss) am Ende fast die Hälfte durch Steuer und GKV-Beiträge abgezogen wird.

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@Hanseat hat eine schöne Gesamtdarstellung gegeben, der ich nur zustimmen kann.

Ausserdem kannst du die Nachteile nicht nur einseitig sehen.

Natürlich sind die 356,- Euro Rente zu versteuern udn auch Sozialversicherung fällig, aber die verlorenen 67,- Euro Rente sind kein Nettoverlust von 67,- Euro, denn auch die 67,- Euro Rente hätten versteuert werden müssen udn wären mit Krankenversicherungsbeitrag belastet worden.

Ausserdem stimme ich @Hanseat auch zum Thema Arbeitgeber zu. Der spart an Arbeitgeberbeiträgen schon mal gut 30,- Euro. Die sollte er Dir zumindest an Zuschuss zahlen.

Ich halte es für eine kluge Investition wenn Du weiter einzahlst. Die Alternative beitragsfrei bedeutet 83,- netto mehr im Monat, ca. 1.000,- im Jahr. 40.000,- in den 40 jahren und unbekannt in der heutigen Situation, was dazu kommt an Ertrag.

Ich kann die Antwort von @irgendeiner nur unterstützen.

Einen Rentenversicherungsvertrag mit 2,25% Garantieverzinsung sollte man auf keinen Fall still legen oder kündigen. Um auf diesen Zins zu kommen muesste man heutzutage schon deutliche Risiken eingehen. 

Und die Ganze Brutto/Nettobetrachtung ist vielleicht verwirrend aber doch eigentlich einfach.

Du sparst jetzt Rentenversicherungsbeiträge, Krankenversicherungsbeiträge (sofern Du nicht über den Beitragsgrenzen liegst) und Steuern. Und im Alter, wenn Du deutlich weniger Steuern zahlst, keine Rentenversicherungsbeiträge mehr zahlst musst Du dann Krankenversicherungsbeiträge dafür bezahlen.

Insgesamt ist Dein Vertrag ein gutes Geschäft aber im Normalfall nur ein Baustein im Rentenvorsorgemix.

Ich persönlich bin für Leute unter der Beitragsbemessungsgrenzen eher der Befürworter von Riesterverträgen und Wohnungseigentum zur Selbstnutzung. Und wenn Wohnungseigentum ein Ziel ist dann halt für Riesterverträgen als Banksparplan mit wenig Zinsen aber auch wenig Kosten um die angesparten Summen in die Baufinanzierung einbringen zu können. 

Aber das alles hat nicht direkt mit der Frage zu tun und betrifft mehr das Thema: Wie baue ich eine Altersvorsorge auf.

Jedenfalls kannst Du auf den Vermittler der BAV sauer sein - aber er hat Dir was gutes empfohlen.

Ich bin über der Beitragsbemessungsgrenze. Da ich im öffentlichen Dienst bin und eine Zusatzversorgungsrente bekomme.  Spare also nicht auf die ganzen Beträge sozialversicherungsabgaben. Lohnt es sich dennoch? Wird mir trotzdem bei Auszahlung auf den kompletten Betrag nochmal SV abgezogen?

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@Lamina1503

1. Die Auszahlung erfolgt bei einer BAV nicht auf einen Schlag sondern in Form einer Rente

2. Auf diese Rente fallen Krankenversicherungsbeiträge an

3. aber nur bei Personen die in die gesetzl. Krankenversicherung einzahlen. 

Es kommt also darauf an: Wenn Du Beamter bist dann bist Du nicht in der gesetzl. Krankenversicherung sondern privat versichert (mit Zusatzversicherung durch den Arbeitgeber) es fallen also keine Krankenversicherungsbeiträge auf die BAVRente an. Wenn Du Angestellter bist dann muesstest Du als Rentner (sofern Du nicht privat krankenversichert bist) in der Rentenversicherung der Rentner sein und dann würden Krankenversicherungsbeiträge auf die Rente anfallen.

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