Lohnt sich Entgeltumwandlung bei Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze (Sozialv. Beiträge)?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Der Begriffsinhalt Sozialversicherung ist vielen nicht ganz klar. 

Bei Auszahlung als Rente oder als Einmalbetrag der Direktversicherung werden diese Beträge nicht mehr der Sozialversicherung (gesetzliche Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung) und der Bruttolohnbesteuerung unterworfen, wohl aber der gesetzlichen Kranken-/Pflegeversicherungspflicht. Bei Privatkranken- versicherten ist hingegen die Beitragshöhe nicht verdienst- bzw. einkommens- abhängig.

Für die Einbeziehung in die Bemessungsgrundlage für die gesetzliche KV und PV während der Rentenphase spielt es keine Rolle, dass Du damals in der Ansparphase keine KV u. PV gezahlt hast. Bei der Vollauszahlung der Direktversicherung wird 1/120stel für die nächsten 10 Jahre (=120 Monate) Deiner monatlichen Bemessungsbasis hinzugerechnet (und darauf dann KV- und PV-Beiträge ermittelt); bei einer Rentenauszahlung  unterliegt die monatliche Rente allerdings lebenslang der dann jeweils aktuellen KV-/PV-Beitragspflicht. In beiden Fällen, nämlich 1/120stel der Vollauszahlung und Rentenzahlung, gilt jedoch weiterhin die Beitragsbemessungsgrenze.  

Die KV-/PV-Belastung während Auszahlungsphase mindert die Rendite der Direktversicherung substantiell, denn der Belastung steht keine Verbesserung der KV-/PV-Versorgung gegenüber. Es erfolgt also eine Beitragszahlung ohne persönlichen Zugewinn. Es ist heute mehr denn je zu hinterfragen, ob sich die Entgeltumwandlung für GKV-Mitglieder überhaupt noch lohnt. PKV-Mitglieder können sich vielleicht eher erfreuen. 


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo Lamina,

hier sind die Regelungen für 2016 beschrieben:

https://www.vbl.de/de/versicherte/staatliche_foerderung/entgeltumwandlung/

Die Beiträge zur Krankenversicherung, die man später als Rentner zahlt, mindern übrigens dann die Einkünfte und man zahlt dann dadurch weniger Steuern.

Gruß

RHW

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Lamina1503
20.09.2016, 18:15

hmmm...Ja das mag sein aber dafür zahle ich jetzt teilweise SV Abgaben und später nochmal. Ob sich das so gerechnet wieder ausgleicht

0

Bist du privat oder gesetzlich krankenversichert?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von LittleArrow
16.09.2016, 10:13

Den Unterschied der beiden Versicherungsarten kann Lamina1503 in meiner Antwort nachlesen.

0
Kommentar von Lamina1503
16.09.2016, 12:42

Ich bin gesetzlich versichert

0

Hallo,

little arrow hat schon sehr gut und zutreffend zur Beitragsbelastung als Rentner geschrieben.

Ich habe aber noch eine Verständnisfrage: Durch eine Gehaltsumwandlung kann man unter die Beitragsbemessungsgrenze der Renten- oder der Krankenversicherung fallen (oder auch unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze, was alles verschiedene Werte sind), aber doch niemals über eine dieser Grenzen kommen. Was ist hier gemeint ?

Die Entgeltumwandlung läuft auch über die VBL oder eine andere Zusatzversorgungskasse ?

Viel Glück

Barmer

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Lamina1503
16.09.2016, 12:52

Genau kenne ich mich da auch nicht aus. 

Es gibt wohl Beitragsbemessungsgrenzen für Steuer und für SV. Diese ändern sich jedes Jahr. Diese liegt in diesem Jahr bei ca. 2700. Das heißt bis zu diesem Betrag kann ich steuer und sozialversicherungsfrei sparen. 

Da ich 150 pro Monat umwandeln also 1800 im Jahr bin ich darunter.  Aber: Ich bekomme Beiträge von ca. 1600 im Jahr von meinem Arbeitgeber in die Zusatzversorgungskasse gezahlt was wie ich jetzt erfahren habe dazu zählt. Somit bin ich auf ca. 3400 Euro. Damit ist die Grenze um ca. 700 Euro überschritten.  Wenn ich das richtig verstehe zahle ich auf diese 700 Euro nicht nur später kranken/Pflegeversicherung nach, sondern auch jetzt. Also habe ich hier nicht den Vorteil der KV/PV Ersparnis. 

Deshalb stelle ich in meinem Fall den Sinn der Entgeltumwandlung in Frage. 

Ich blicke langsam bei dieser Versicherung gar nicht mehr durch und die von der Versicherung haben meinem Anschein nach auch keine richtige Ahnung.  Deshalb habe ich mich hier an das Form gewendet. 

Ich würde mich über weitere Antworten freuen. 

0

Was möchtest Du wissen?