lohnt sich eine Promotion heute noch?

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5 Antworten

Aus finanzieller Sicht dürfte die Promotion nur in wenigen Berufen wirklich Vorteile darstellen. Absolut hilfreich und ggf. sogar essentiell (z.B. bei Bewerbung auf Professuren) ist die Promotion im gesamten akademischen Bereich. In manchen Bereichen ist die Promotion Teil des üblichen Ausbildungsverlaufs, z.B. in Medizin, Chemie, Pharmakologie.

An Fraunhofer-Instituten ist eine Promotion parallel zur Tätigkeit möglich, wobei die Fachrichtung vom Institut und seinen Beziehungen zu diversen Universitätsinstituten abhängt. Der Chef jedes Fraunhofer-Instituts hält für gewöhnlich auch eine Universitätsprofessur, so daß hier eine Option zur Promotion gegeben ist.

Ich habe mich damals gegen einen Abschluss meiner Promotion entschieden, da ich auf halbem Wege selbiger (bei einem Fraunhofer-Institut) ein Angebot von einem Unternehmen bekam, das bei geregelten Arbeitszeiten und gleichem Arbeitsfeld das Fraunhofer-Gehalt verdoppelte. Betrachte ich meine Gehaltsentwicklung über die Zeit seit dem Wechsel, so liege ich deutlich besser als im öffentlichen Bereich, bei deutlich weniger Stressfaktor, hoher Eigenverantwortung und dennoch höchst spannenden Arbeitsthemen.

Hätte ich eine akademische Karriere eingeschlagen, so wäre die Promotion für die weitere Entwicklung sicher erforderlich gewesen, da dies schlichtweg die akademisch-fachliche Ausweisung darstellt. Ich hätte diese Promotion dann wahrscheinlich aber nicht in Deutschland, sondern in USA durchgeführt.

Eine Promotion lohnt sich allenfalls dann, wenn Du später in den öffentlichen Dienst willst, weil sich das da auszahlt oder wenn Du Hochschullehrer werden willst, denn da ist das zwingend oder wenn Dir die Promotion aus persönlichen Gründen wichtig sein sollte.

In der Wirtschaft wirst Du den Ausfall an Einkommen und Rentenansprüchen und Zeit - die Dir für die Karriere fehlt - regelmässig nicht wieder hereinspielen können

Kommt doch sehr auf die Disziplin und deinen Karrierewunsch an.

Für Naturwissenschaften und Medizin kann man das nur machen, wenn man gleichzeitig aus einem Arbeitsverhältnis Geld bekommt.

Für die Geisteswissenschaft und auch für Jura war eine Promotion schon immer viel aufwendiger, da man sehr oft Geld mitbringen musste - und das hat sich wohl nicht geändert.

Eine Promotion ist so überflüssig wie ein Kropf!

  1. Das Image ist hin. Man wird viel zu oft als Profilneurotiker oder als bisher noch unentdeckter Plagiateur eingeschätzt.
  2. Die Zeit ist verschwendet und kann durch ein minimal höheres Anfangseinkommen auch nicht mehr ausgeglichen werden.
  3. In vielen Ländern macht man sich mit so einem Titelgehabe nur lächerlich.
  4. Man muss immerzu gebildet daherreden, damit nicht hinter seinem Rücken getuschelt wird, man habe den Titel in Österreich erworben.

Sinnvoll ist die Nutzung des Dr.-Titels nur noch als Berufsbezeichnung und Anrede für Ärzte. Da bekundet er zwar keine außerordentliche wissenschaftliche Leistung (inskribiert und nicht krepiert = promoviert) aber dem armen Kranken wird die Mühe erspart, sich den Namen des Weißkittels zu merken..

5 Jahre sind ein wenig lange. Vielleicht macht es mehr Sinn zu arbeiten und in einigen Jahren nebenbei zu promovieren.

Es kommt auf deinen Fachbereich und deine Karriereambitionen an. In grossen Konzernen hilft der Titel, in kleinen Unternehmen weniger.

Denke auch mal an einen MBA. Der kann auch sehr viel bringen.

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