Lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung ("normale" Zahngesundheit) oder sollte man das Geld besser z.B. in Aktienfonds investieren?

5 Antworten

Wenn man in jungen Jahren eine Zahnzusatzversicherung abschließt, kommt man mit etwa 10 bis 15 Euro Monatsbeitrag aus. Je später man einsteigt, desto teurer wird es.

Eine prothetische Versorgung beider Kiefer kann, wenn man anspruchsvollen Zahnersatz haben will, auf einen 5-stelligen Betrag kommen. Ich glaube kaum, daß man mit Aktienfonds derartigen Renditen aus so kleinen Summen erzielen könnte.

Von der hier anderenorts gegebenen Empfehlung, einfach abzuwarten bis Zähne sanierungsbedürftig werden, halte ich nichts. Diesen Trick kennen Versicherungen und es droht dann im schlimmsten Falle die Anfechtung des Vertrags wegen arglistiger Täuschung.

Allerdings ist es wie immer bei Versicherungen: Sie als Konkurrenz zu Geldanlagen zu sehen, ist  Äpfel mit Birnen zu vergleichen.


Eine Zahnzusatzversicherung macht Sinn, wenn man absehen kann, das Zahnersatz benötigt wird. Man hat in der Regel eine Wartezeit, bis die Versicherung zahlt, bzw. es werden am Anfang nur ein Teil der Leistungen bezahlt. Wenn also der Zahnarzt sagt, den Zahn werden sie in absehbarer Zeit verlieren, kann man eine Versicherung abschließen.

Jetzt habe ich mich aus Versehen gerade bedankt, kleine Panne, aber es sei Dir gegönnt ;-)

Trotzdem aber die Anmerkung, dass Dein Tipp zwar durchaus verführerisch klingt, aber sobald der Zahn vom Zahnarzt als "abgeschrieben" diagnostiziert ist, geht da mit der Versicherung gar nichts mehr. Es werden nur Zähne versichert, die zum Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses noch keine Diagnose haben. Sobald der Zahnarzt etwas festgestellt hat, muss man das im Antrag angeben und der/die Zahn/Zähne werden ausgeschlossen.

Und dies im Antrag zu verschweigen, wäre sehr riskant und könnte, wenn es herauskommt, zum Verlust des gesamten Versicherungsschutzes führen.

Eine Zusatzanmerkung: Wenn alle so denken würden und ihre Versicherung erst abschließen, wenn der Zahnersatz absehbar ist, wären die Prämien sicher fast unbezahlbar und die Versicherung keine echte Versicherung mehr.

Ich bin übrigens keine Versicherungsmitarbeiter/-vertreter !

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Das ist ein falscher Denkansatz, Versicherungen gegen Geldanlagen zu stellen.

Wenn man gar keine Versicherungen hat und das Geld einfach spart, kann man auch Glück haben und einen Überschuß erwirtschaften, wenn man keinen größeren Schadenfall hat. Das ist eher eine Sache der Lebenseinstellung. Wenn jemand meint "mir passiert schon nix, und wenn, das regelt sich schon", soll er. Das sind dann diejenigen, die im Schadenfall als erstes den Versicherungsvertreter fragen, wie kann ich mich jetzt noch schnell versichern, geht das noch.

Der eigentliche Sinn einer Versicherung ist aber, einen vor größeren finanziellen Schäden zu bewahren, die man eben nicht ggf. mit den ersparten Prämien finanzieren könnte, selbst wenn diese noch so ertragreich angelegt werden.

Bei der Zahnversicherung geht es nicht darum, vielleicht mal eine Krone für € 500 bezahlt zu bekommen, das könnte man natürlich gut aus ersparten Prämien finanzieren. Anders sähe es schon aus, wenn eine umfangreiche Sanierung mit Implantaten einen fünfstelligen Betrag kosten würde.

Das gilt im Prinzip für alle Verscherungen. Einen "richtigen" Schaden könnte man niemals aus ersparten Prämien finanzieren.

Hallo,

eine Versicherung lohnt sich für das Versicherungsunternehmen, nicht
die Versicherten. Die Summe aller Beitragszahlungen aller Versicherten
dieses Tarifs ist immer höher als die Summe der gezahlten Leistungen an
alle Versicherten dieses Tarifs.

Eine Versicherung ist sinnvoll, wenn man vor Risiken bewahrt wird, die man selber nicht tragen kann. Bei Zahnersatz hängt das stark von den vorhandenen und verfügbaren Rücklagen ab.

Sehr wichtig ist, genau zu prüfen, wie andere große Risiken bereits
abgesichert sind (Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeit/Erwerbsminderung,
Alter bis 90, 100 oder älter, Pflegefall, ggf. diese Risiken für Angehörige ...).
Vor einer Entscheidung sind zusätzlich diese Gespräche sinnvoll:

- mit der gesetzlichen Krankenkasse: welche Leistungen sind aktuell abgesichert? Wo können Eigenanteile anfallen?

- Infos zu den Kosten von Zahnersatz in der Region

- Gespräche mit Personen, die Zahnersatz haben (z.B. ab 50 Jahre aufwärts)

Die schlechteste Lösung ist meist, wenn man in jüngeren Jahren eine Versicherung abschließt und sich diese dann später (z.B. bei Rentenbeginn) nicht mehr leisten kann (und sie dann daher kündigen muss).

Gruß

RHW

Du schreibst ja alles richtig, bis auf eine ganz kleine Nebenbemerkung:

eine Versicherung lohnt sich ...,  nicht (für) die Versicherten

Dem muss ich nun doch für widersprechen, ich gehe fast davon aus, dass Du es nicht ganz so gemeint hast, wie es sich anhört. Es gibt zwar durchaus Versicherungen, die sich wirklich nur für die Unternehmen lohnen, aber so pauschal kann man das nicht sagen.

Speziell z.B. zur Zahnversicherung. Wenn jemand eine größere Sanierung mit Implantaten machen lassen muss, deren Kosten  schnell im fünfstelligen Bereich sind, bekommt er meist mehr zurück, als er jemals an Beiträgen gezahlt hat. Und wer legt sich die ersparten Beiträge schon wirklich für später zurück?

Und es kann auch sein, dass es in der Summe günstiger ist, schon in jüngeren Jahren mit niedrigen Beiträgen zu beginnen und dafür im Alter entsprechend niedrigere Beiträge zu zahlen.

Weitere Beispiele für andere Versicherungen, die sich auf jeden Fall im Schadensfall für die Versicherten lohnen, gibt es genug, Du nennst ja selbst einige davon in Deiner Antwort.

Und dass Versicherungen sich für das Versicherungsunternehmen lohnen, naja, lästig, aber verständlich ;-) Muss man sich eben ein günstiges Angebot suchen.

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@Zappzappzapp

Danke für den Kommentar.

eine Versicherung lohnt sich für das Versicherungsunternehmen, nicht die Versicherten.

Mit "die Versicherten" meine ich die Gesamtheit der Versicherten. Es gibt einzelne Versicherte, die von der Versicherung mehr bekommen, als sie eingezahlt haben. Das ist aber immer eine (kleine) Minderheit.

Falls für eine kurze Zeit eine sehr große Zahl an Versicherten mehr Geld an Leistungen bekommen, als sie eingezahlt haben, werden die Beiträge entsprechend deutlich steigen (oder die Versicherung geht pleite).

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@RHWWW

Na ja, im Prinzip sind wir uns einig.

Meine Interpretation ist nur, dass es bei jeder Versicherung normal ist, dass nur eine (kleine) Minderheit profitiert, sonst kann sie nicht funktionieren.

Das ist ja der Grundgedanke einer Versicherung, dass viele Leute "kleine" Beträge zahlen und damit die die Sicherheit für alle schaffen, in einem der seltenen großen Schadensfälle abgesichert zu sein. Das funktioniert natürlich nur, wenn nicht zu viele große Schadensfälle eintreten.

Der kleine "Schönheitsfehler" ist außerdem, dass die Versicherungsunternehmen Ihren Ertrag abzweigen und dass es auch Versicherungen gibt, die fast keine Vorteile für den Versicherungsnehemer bieten.

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Das lohnt sich bestimmt nur richtig wenn man in Aktien investiert. Denn wenn der Aktien Kurs urplötzlich in den Keller geht, kann man schon heftige Zahnschmerzen bekommen.

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