Lohnt sich das Heiraten steuerlich, wenn einer im Ausland arbeitet?

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2 Antworten

Danke schonmal für die Antwort(en). Ich fürchte, ich habe mich vielleicht nicht so deutlich ausgedrückt. Also, wir arbeiten im Moment beide in Italien. Ab September arbeite ich aber in einem neuen Job in Dtld. Ich verdiene in Dtld ungefähr ein Drittel mehr als er in Italien, er wird aber weiterhin in Italien arbeiten und NICHT in Dtld. Er wird allerdings alle Wochenenden bei mir in Dtld verbringen

Hallo Effi,

zunächst ganz nüchtern und sachlich meine Antwort auf deine steuerlichen Fragen:

Ist es möglich, dass ich nach der Heirat die Lohnsteuerklasse III bekomme?

Ja (§ 38b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Buchst. a Doppelb. bb EStG).

Bekommt er dann V?

Ja, denn nur unter dieser Voraussetzung bekommst du überhaupt III, siehe oben.

Zahlt er in Italien dann mehr Steuern als jetzt unverheiratet?

Keine Ahnung. Was sagt denn das italienische Steuerrecht dazu?

Oder muss er auch was in Deutschland zahlen?

Wenn er in Deutschland Einkünfte hat, ja. Im Falle der Zusammenveranlagung bleiben seine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (die er in Italien hatte) zwar in Deutschland steuerfrei, beeinflussen aber den Steuersatz auf das in Deutschland steuerpflichtige - also u. U. nur dein - Einkommen (§ 32b Abs. 1 Nr. 3 EStG i. V. m. Art. 15 DBA Italien).


So, und jetzt mal meine ganz persönliche Meinung zum Thema Heirat, vor allem aus steuerlichen Gründen:

... ach, die willst du lieber doch nicht wissen...

ok dann solltest du mal ihre andere Frage lesen, ab September geht sie auch ins Ausland für eine Uni und bekommt kein Geld für Equipment, für Dienstreisen etc., wie sieht es denn dann mit der Steuerpflicht in D aus???

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Bekommt er dann V?

Ja, denn nur unter dieser Voraussetzung bekommst du überhaupt III, siehe oben.

Nein. Wir sind hier nämlich nicht im Doppelbuchstaben bb), sondern im aa). Der Ehemann bezieht nämlich gar keinen Arbeitslohn. Ergo hat er auch keine Steuerklasse.

Möglicherweise hat er in Italien Arbeitslohn - oder auch nicht. Aber was interessiert dies das deutsche EStG?

Meinung zum Thema Heirat, vor allem aus steuerlichen Gründen:

Welche Gründe gäbe es denn noch? Mir fällt eigentlich keiner ein.

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@EnnoBecker

Nein. Wir sind hier nämlich nicht im Doppelbuchstaben bb), sondern im aa). Der Ehemann bezieht nämlich gar keinen Arbeitslohn. Ergo hat er auch keine Steuerklasse.

Na, immerhin gibst du mir Recht, dass sie trotzdem III kriegt.

Lit. aa) hatte ich auch erst überlegt, aber dann verneint, weil er de facto ja doch Arbeitslohn bezieht, wenn auch nicht in D. Aber von "Arbeitslohn im Inland" steht da ja nichts im Gesetz.

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@EnnoBecker

Meinung zum Thema Heirat, vor allem aus steuerlichen Gründen:

.

Welche Gründe gäbe es denn noch? Mir fällt eigentlich keiner ein.

Ich würde ja noch nicht mal den akzeptieren.

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@blackleather

Aber von "Arbeitslohn im Inland" steht da ja nichts im Gesetz.

Wirklich nicht?

Absatz 1 beginnt mit

"Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs werden Arbeitnehmer in Steuerklassen eingereiht."

Und bei einem im Ausland arbeitenden Menschen führt niemand in Deutschland einen Lohnsteuerabzug durch.

Mal ganz abgesehen davon, dass im SV auch gar nicht steht, dass er überhaupt abhängig beschäftigt ist. :-)

Ich würde ja noch nicht mal den [steuerlichen Grund] akzeptieren.

Und gewissen Umständen nicht. Beispielsweise in einer Hausfrauenehe. Da kommst du mit § 33a (1) genausoweit.

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@blackleather

@blackleather & EB: schade, ich wollte Euch beiden demnächst einen Antrag machen. Ich stelle mir das schön vor, so abends bei Kerzenschein. Der eine mit der AO, der andere mit dem Hartz-Meessen-Wolf oder Pallandt.

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@EnnoBecker

"Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs werden Arbeitnehmer in Steuerklassen eingereiht."

Und bei einem im Ausland arbeitenden Menschen führt niemand in Deutschland einen Lohnsteuerabzug durch.

Ja, nee, is klar. Aber wenn du anhand von Satz 1 feststellst, dass Arbeitnehmer in LSt-Klassen eingeschubladet werden, und dann in Satz 2 weiter liest "Dabei gilt folgendes...", so bezieht sich also das Folgende nur auf den Arbeitnehmer, für den da eine LSt.-Klasse gefunden werden muss. Und das, was für diesen folgt, steht dann in Nr. 3, Buchst. a., nämlich dass er (in diesem Falle: sie) in III gehört, wenn der Ehegatte (überhaupt keinen) Arbeitslohn bezieht (Doppelbuchst. aa) oder wenn der Ehegatte in V reingeantragt wird (Doppelbuchst. bb). Und Männe kann selbst dann in V einsortiert werden, wenn er nicht im Inland arbeitet, ja sogar dann, wenn er überhaupt nicht arbeitet. (Plausibilitätsprobe: Wenn dem nicht so wäre, dürfte § 46 Abs 2 Nr. 3a EStG nicht die Möglichkeit offen lassen, dass bei III/V auch nur einer von beiden Arbeitslohn bezogen hat, was die Pflichtveranlagung ausschlösse).

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@FREDL2

Ich hab mir auch gerade gedacht: wer sich unsere Diskussionen hier durchliest, muss zwangsläufig zu der Schlussfolgerung kommen, dass mindestens einer von uns einen an der Waffel hat.

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@blackleather

Meinetwegen gerne.

Du kannst dich vorsorglich ja auch noch in alle möglichen Erbschaftsteuerklassen einsortieren lassen. Irgendwer wird schon noch sterben....

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@FREDL2

Ach Fredl2, wir sind doch hier wie Dick & Doof.

Nur wer "Dick" sein soll, das haben wir noch nicht rausgekriegt.

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