Lohnt es sich für einen einmaligen Nebenjob ein Gewerbe anzumelden?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Man kann nur davon abraten in solchen Fällen eine stehendes Gewerbe anzumelden. Man ist dann automatisch Zwangs-Mitglied in den Kammern und zahlt auch für das Gewerbe Fernsehsteuer. Zuvor prüfen, ob Tätigkeit anmeldefrei ist. Es gibt einige Ausnahmen (Handelsvertreter, Schausteller, Subunternehmer) die anmledefrei sind. Ferner tritt man einen ganzen Rattenschwanz los, der zwischen 350€ und 1000€/Jahr kostet, für den man keinen Gegenwert erhält. Wenn man sicher sein will und nix falsch machen möchte. Schriftlich anfragen, Tätigkeit genau schildern und um Prüfung bitten. Hinweis auf möglicherweise anmeldefreies Gewerbe nicht vergessen. Auf die Antwort kann man sich jederzeit berufen, falls Probleme auftauchen. Man kann dann sich dann auch auf einen Rechtsirrtum berufen.

Wenn du die Wahl hast auch auf Lohnsteuerkarte zu arbeiten wie bei einem Job im Service/auf einem Event, dann überzeug deinen Arbeitgeber lieber davon. Ein Gewerbe anmelden kostet nur Zeit und Geld. Geht kein Weg daran vorbei dann lass dir auf jeden Fall die Kosten für die Gewerbeanmeldung erstatten!

Wenn man nur 1 x tätig wird, ist das keine Gewerbe - hier muß eine regelmäßig Gewinnerzielungsabsicht zugrunde liegen. Frag hier vorsichtshalber bei der Stadt-Gewerbeabteilung nach. Nur wenn ein Gewerbe vorliegt, kann man es anmelden. Vielleicht will sich der AG nur die pauschalen SozBeiträge bei Dir sparen, wenn es eine abhängige BEschäftigung ist, ist er AG und es handelt sich um ein geringfügiges Arbeitsverhältnis oder er meldet eine kurzfristige Beschäftigung an, max. 50 KalTage, nicht berufsmäßig, hier sind keine SozBeiträge zu zahlen nur Steuern, günstig für Dich und den Arbeitgeber.

ob es sich lohnt? Wenn du auf Rechnung arbeiten willst, dann wirst du nicht drum rum kommen, ein Gewerbe anzumelden oder eine freiberufl. Tätigkeit.

Der Veranstalter sollte mehr zahlen, wenn du auf Rechnung tätig wirst, schliesslich spart sich der die Sozialkosten und du bist unternehmerisch aktiv.

Die Frage ist doch nicht, ob es sich lohnt, sondern ob es sich um einen anmeldepflichtigen Gewerbebetrieb handelt! Falls ja, hast du doch überhaupt keine Alternative.

Richtig.

Man kann ja hier gar nicht sagen, ob es sich überhaupt um eine gewerbliche Tätigkeit handelt. Aber vorsichtshalber kann man ja ein Gewerbe anmelden. Das ist nicht teuer und stört niemanden.

Ich kann ja auch einen Taxischein machen, obwohl ich gar kein Taxi habe.

0
@EnnoBecker

Nicht ganz.

Wer kein Gewerbe hat, der darf auch keins anmelden (§ 146 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a i. V. m. § 14 Abs. 1 Satz 1 GewO).

0
@blackleather

Aber da steht doch nur der umgekehrte Fall: Wer ein Gewerbe hat und dies nicht, nicht rechtzeitig oder nicht vollständig anzeigt...

Der Umkehrschluss scheint mir da etwas gewagt.

0
@EnnoBecker

Da steht: "Wer ... eine Anzeige ... nicht richtig, ...erstattet"

Ich glaube schon, dass sich das auf den Inhalt der Anzeige, nicht auf die Art und Weise der Anzeigeerstattung bezieht.

0
@blackleather

Das kann sich doch aber nur jemanden beziehen, der eine Anzeige zu erstatten HAT, oder nicht? Steht ja da.

Und außerdem muss das ganze vorsätzlich oder fahrlässig geschehen.

Wenn ich hingehe und die Aufnahme eines Steuerberatergewerbes anzeige, dann ist das vorsätzlich. Aber ist es auch ordnungswidrig?

Wenn der Fragesteller kein Gewerbe anmeldet, weil er davon ausgeht, dass es keines ist, dann ist das nicht vorsätzlich, sondern eine Rechtsauffassung. Allenfalls Fahrlässigkeit kann man vorwerfen, wenn er die Gewerblichkeit hätte erkennen müssen.

Aber wenn jemand ein Gewerbe anmeldet und sich dann doch nur in die Sonne setzt, kann man ihm ja nicht vorwerfen, er hätte dieses Gewerbe nicht anzeigen dürfen. Er kann ja jederzeit aktiv werden.

0
@EnnoBecker

Aber ich verstehe die Vorschrift so, dass der Steuerberater sein Gewerbe erst anzeigen darf, wenn er aktiv wird und nicht solange er noch in der Sonne sitzt. Weil: Er nimmt ja in der Sonne z.B. nicht am Marktgeschehen teil, und das soll ja nach m.h.M. ein ganz wesentliches Merkmal eines Gewerbebetriebes sein.

0
@blackleather

nach m.h.M.

"nach meiner herrschenden Meinung? :-)

Wir drehen uns im Kreis.

Also nochmal die Frage: Darf ich ein Gewerbe anmelden, ohne eines auszuüben? Unter der Voraussetzung, dass ich weiß, dass ich keines ausübe?

§ 146 ist überschrieben mit "Verletzung sonstiger Vorschriften über die Ausübung eines Gewerbes"

Da geht es doch schon los: Ich übe ja gar keines aus, wie soll da § 146 greifen? Höchstens durch Umkehrschluss.

..."eine Anzeige... nicht richtig... erstattet,"

ist eine (vorsätzliche/fahrlässige) Anzeige über die Ausübung eines Gewerbes, das nicht ausgeübt wird, "nicht richtig" erstattet. Und wenn dies zu bejahen ist: Wie sähe dann die richtige Anzeige aus?

0
@EnnoBecker

Da sehen wir mal wieder, mit welcher sprachlichen Präzision die GewO abgefasst wurde. Überragendes deutsch.

Ich gebe ja zu, dass auch deine Auslegung des Wortlautes der GewO nicht völlig von der Hand zu weisen ist und dass meine der teleologischen Erweiterung der Vorschrift bedarf. Aber ich glaube gemeint war von der Gesetzgeberin wohl eher, wie ich die GewO verstehe.

Deswegen ist meine Meinung auch die h.M. ;-)

0
@blackleather

Und ich muss einräumen, dass auch deine Teleologie nicht ganz ohne Berechtigung ist.

Ich hab auch schon gegurgelt, aber zu diesem Fall wollte anscheinend noch nie einer was wissen.

Vielleicht noch ein Gedanke:

Man darf ein Gewerbe ja nur ausüben, wenn man eine Gewerbeerlaubnis (vulgo Gewerbeschein) hat, richtig?

Daraus ergibt sich doch, dass man zuerst das Gewerbe anmelden muss und dann den Schein bekommt. Wer also ein Gewerbe anmeldet, hat noch gar keins. Er beabsichtigt lediglich, eines zu führen.

Wenn der nun aber nach erfolgter Anmeldung die Treppe runterfällt und erst mal ein Jahr im Koma liegt und danach seine BU-Rente bezieht, dann fehlt schon mal der Vorsatz/die Fahrlässigkeit. Aber wären die übrigen Tatbestandsmerkmale (...nicht richtig... anzeigt...) erfüllt?

0
@EnnoBecker

Man darf ein Gewerbe ja nur ausüben, wenn man eine Gewerbeerlaubnis (vulgo Gewerbeschein) hat, richtig?

Wo hast du denn das her? Schon bei dem Begriff Gewerbeschein wird mir schlecht. Den verwechselt der Volksmund nämlich landläufig mit der nach § 14 GewO fälligen Gewerbeanzeige; eine Legaldefinition eines "Gewerbescheines" dürfte man aber vergeblich suchen.

Grundsätzlich bedarf die Ausübung eines Gewerbes nämlich eben keiner Erlaubnis; das folgt aus dem Grundrecht der freien Berufsausübung gem. Art. 12 GG. Lediglich in einzelnen Fällen bzw. für einzelne Tätigkeiten oder Branchen darf dieses Grundrecht dadurch eingeschränkt werden, dass die betreffenden Gewerbe erlaubnispflichtig sind (§§ 29 bis 38 GewO).

Daraus folgt: Ein Gewerbe habe ich, sobald ich die tatsächlichen Voraussetzungen dafür geschaffen habe - Marktteilnahme, Anbieten von Waren oder Dienstleistungen, Entgeltlichkeit, Nachhaltigkeit, Berufsmäßigkeit der Ausübung, keine Freiberuflichkeit usw. Und sobald ich meinen Gewerbebetrieb in dieser Form eingerichtet habe, bin ich nach § 14 GewO zur Anzeige desselben verpflichtet; allerspätestens, wenn ich die erste gewerbliche Handlung dafür vornehme.

Nur falls ich bereits bei der Einrichtung meines Gewerbebetriebes die Treppe runterfalle, habe ich nichts anzumelden, weil ich die Gründung des Gewerbebetriebes nicht mehr vollenden konnte.

1
@blackleather

Natürlich habe ich in diesen Fällen ein Gewerbe auch ohne Anzeige. aber darum ging es nicht. Sondern darum, ob es ordnungswidrig ist, ein Gewerbe anzuzeigen und es tatsächlich nicht auszuüben - meinetwegen auch gern vor dem Hintergrund des Art.12 GG.

0
@blackleather

Nachhaltigkeit,

Aha, an Nachhaltigkeit scheint es beim Fragejob ja zu fehlen.

0

Für dich wäre auf Lohnsteuerkarte sicher besser. Für den Arbeitgeber ist es natürlich einfacher, wenn du ihm Quittungen schreibst. Denke mal von daher weht der Wind...

Was möchtest Du wissen?