Lohnsteuer und Einkommenssteuer?

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5 Antworten

Die Angabe eines Monatsbruttolohnes von € 2.500 führt über einen Jahresbruttolohn von € 30.000 bei Ledigen zu einer Jahressteuer von € 4.073, nicht nur € 2.500. Dazu fehlen also noch weitere Angaben, wie Ehestand, Werbungskosten, Gesamteinkommen (falls verheiratet). Um auf eine Jahressteuer von € 2.500 zu kommen, müsstest Du z. B. noch Werbungskosten von € 5.630 haben. Ferner hättest Du bei einer Jahressteuer (ohne Soli, ohne KiSt) ein zu versteuerndes Einkommen von ca. € 19.250. Soweit alles klar?

Wie komme ich eigentlich auf € 19.250? Setze diesen Betrag bitte hier ein: https://www.abgabenrechner.de/ekst/? und lasse rechnen.

Nun erhöhst Du um Deinen Gewerbegewinn von € 5.000 Dein bisheriges zu versteuerndes Einkommen von € 19.250 auf € 24.250 und gibst diesen höheren Wert in dem Linkrechner ein. Die Einkommensteuerbelastung steigt in dem Jahr auf € 3.888. Davon hast Du aber erst € 2.500 gezahlt, so dass ein Nachzahlungbescheid über die Höhe von € 1.388 (plus Soli und KiSt) zu erwarten ist. Liegt Dein zu versteuerndes Einkommen (z. B. wegen des Gewerbegewinnes) um wenige Euro höher oder niedriger, dann werden diese wenigen Euros mit dem in der Tabelle ausgewiesenen Grenzsteuersatz von 28,9 % be- oder entlastet. Das kannst Du auch in der Grafik ablesen.

Der Steuersatz wird also erst nach dem Zusammenrechnen aller (Netto)Einkünfte (zuzüglich fiktiver Einkünfte, z. B. Lohnersatzleistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen) festgelegt.

Sollte in Deinem in der Frage erwähnten Steuerbetrag von € 2.500 aber auch noch Soli und KiSt enthalten sein, dann gehst Du die Rechenschritte nochmal entsprechend durch. Im angegebenen Link findest Du einen Unterlink "Berechnung der Lohnsteuer". Mit diesem Link fängst Du Deine Berechnungen an.

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Kommentar von LittleArrow
04.09.2012, 20:51

Korrektur: "Ferner hättest Du bei einer Jahressteuer (ohne Soli, ohne KiSt) von € 2,500 ein zu versteuerndes Einkommen von ca. € 19.250."

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  1. ich glaube nicht das Du bei 2500€ brutto im Monat 2500€ Lohnsteuer monatlich zahlst, denn das wären 100% Steuersatz :)

  2. Lohnsteuer ist nur eine spezielle Form/Art der Einkommensteuer. Es sind also beides Einkommenssteuern

Beispiel: Ich gehe mal von Steuerkl.1 aus, dann sind bei 2500€ brutto monatlich etwa 338€ Steuern einbehalten. Im Jahr also 2500x12 = 30.000€ Jahresbrutto und ca. 338x12 = 4056€ Steuern einbehalten. Falls keine weiteren abzugsfähigen (Werbungs)Kosten oder Sonderausgaben dazukommen ist die Steuer ausgeglichen

Falls nun 5.000€ GEWINN aus selbständigen Arbeiten hinzukommen, so erhöht sich Dein zu versteuerndes Einkommen um diesen Betrag und wird mit Deinem persönlichen Einkommensteuersatz berechnet. Auf diese 5.000€ gewinn werden in diesem Beispiel mit 30.000€ Brutto aus nicht-selbständigen Arbeiten ca. 1600€ Steuern zu zahlen (gerechnet mit http://n-heydorn.de/steuer.html)

Wenn Du aber weitere Ausgaben geltend machen kannst, egal ob aus selbständigen oder nicht-selbständigen Arbeiten als Werbungskosten, senkst Du damit Dein zu versteuerendes Einkommen und damit auch die zu zahlende Steuer.

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Kommentar von Kingarturs
04.09.2012, 14:42

Ich meine natürlich 2.500 Euro Lohnsteuer im Jahr bei 2.500 Euro verdienst Brutto-monatlich. Normalerweise würde ich ja einen Großteil der Lohnsteuer wiederbekommen, kann man dass dann nicht auf den Gewinn des EU gegenrechnen?

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Kann mir da jemand weiterhelfen?

Ja.

Wie wird dass nun verrechnet, dass ich wenn möglich ein Plus an Lohnsteuer wiederbekomme?

Du musst als erstes schauen, dass du für deine nichtselbständige Arbeit Werbungskosten produzierst. Kaufe dir Fachliteratur, so viel du kannst (du musst sie ja nicht lesen). Zieh weiter weg von deiner Arbeitsstätte und fahr täglich eine Stunde länger. Kaufe einen möglichst teuren Computer (am besten einen Großrechner) und verwende ihn ausschließlich beruflich.

Als zweites darfst du mit deinem Einzelunternehmen auf keinen Fall Gewinn machen, sondern Verlust. Du solltest also bei konstanten Kosten deinen Umsatz um mindestens 5.000 € senken.

Falls es dann immer noch nicht reicht - spende! Zum Beispiel für die SOS-Kinderdörfer, für den Tierschutz, für das Finanzbeamten-Genesungswerk oder für die Kirche. Wenn dir gar nichts anderes einfällt, nimm die SPD. Die Parteispende kannst du zur Hälfte unmittelbar von der Steuer absetzen.

Dann sollte es zu einer Lohnsteuererstattung reichen.

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Kommentar von EnnoBecker
04.09.2012, 15:06

ROFL.

Bin gespannt, ob das verstanden wird.

(Aber was man wieder bekommt, ist ja keine Lohnsteuer. Lohnsteuer ist ja die spezielle Erhebungsform der Einkommensteuer. Man bekommt aber keine "Erhebungsform" wieder, sondern schlicht und einfach zuviel bezahlte Einkommensteuer.)

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wenn du 2.500 Euro brutto bekommst und 2.500 Euro Lohnsteuer abführst, dann ist es ein Verlustgeschäft, denn du wirst noch weitere Abgaben haben und damit mehr als 100%.

(Lohn)Steuer zurückbekommen? Klingt unwahrscheinlich, denn ich vermute in dem Einzelunternehmer eine selbständige Tätigkeit. Und gegenrechnen ist da nicht, sondern du wirst auf den "Gewinn" Steuern zahlen.

Rechne deinen Bruttoverdienst und sonstige Einkunftsarten zusammen und dann ermittle die EkSt. Die abgeführte Lohnsteuer siehst du als Steuervorauszahlung. Und dann siehst du den Saldo: also bekommst du noch was oder zahlst noch mehr.

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kann man dass dann nicht auf den Gewinn des EU gegenrechnen?

Wasssss kann man wo gegenrechnen? Willst du jetzt die Lohnsteuer als Betriebausgabe abziehen oder wie meinst du das?

Du versteuerst deinen Arbeitslohn und deine Einkünfte aus deinem Einzelunternehmen und deine Kapitaleinkünfte und und und.

Beim Arbeitslohn werden Quellensteuern (Lohnsteuern) einbehalten und bei der Unternehmenstätigkeit eben nicht. Bei den Kapitaleinkünften werden ebenfalls Quellensteuern (Kapitalertragsteuer) einbehalten.

Und wenn nun deine Steuerlast berechnet ist, muss man nur noch deine Vorauszahlungen kennen und schon weiß man, ob du etwas zurückbekommst oder etwas nachzahlen musst. Was ist daran schwer?

Im Übrigen kannst du nicht "Lohnsteuern" wiederbekommen, da die Lohnsteuer eine besondere Erhebungsform von Einkommensteuervorauszahlungen ist. Du würdest ja auch keine Einkommensteuervorauszahlungen wiederbekommen. Sondern schlicht und einfach das, was dabei rauskommt, wenn die tatsächliche Steuer geringer ist als die Vorauszahlungen. Das ist wie bei den Betriebskosten in deiner Wohnung.

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