Lohnbesteuerung und Sozialversicherung bei amerikanischem Arbeitgeber in D

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6 Antworten

das geht, aber ich würde mich nicht selbst darum kümmern, sondern das Thema an einen Steuerberater geben. Diese Kosten wird jemand tragen müssen und das sollte der AG sein.

Der StB macht dann die Lohnbuchhaltung für dich, meldet die Daten an die nötigen Stellen wie Sozialversicherungen und Finanzamt und lässt die abführen, wenn so gewünscht.

Mir fällt die Berufsgenossenschaft noch ein. Die wird noch anfallen (geringen Kosten, aber nötig).

Wenn der AG sich um gar nichts kümmert, dann sollte dir bekannt sein, dass in dem Falle die Anteile des Arbeitgebers anfallen bei den Sozialversicherungen. Das können gut 20% sein (je nach Verdienst).

Problem der Scheinselbständigkeit

Das sehe ich nicht, denn du schreibst ja von

Lohnbesteuerung sowie Sozialversicherung

Und Lohn heisst Festanstellung. Und bei Festanstellungen gibt es keine Scheinselbständigkeit.

Ich bin heute noch darauf aufmerksam geworden, dass es ja auch die Variante des Handelsvertreters gibt, hier fällt dann die Problematik der Scheinselbständigkeit von vornherein weg. Dazu sagt Wikipedia:

"...wird der Selbständige als sogenannter „arbeitnehmerähnlicher Selbständiger“ eingestuft. Eine „Scheinselbstständigkeit“ scheidet bei Handelsvertretern per Gesetz aus."

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@schoenma

mit dem Handelsvertreter machst du jedoch ein ganz anderes Fass auf.

Ob in deinem Falle überhaupt ein HV in Frage kommt, weiss ich nicht. Aber ich sehe bei der ganzen Frage das Thema Scheinselbständigkeit nicht, denn du sprichst von Lohnbesteuerung. Das ist eine Festanstellung. Das ist keine Selbstständigkeit. Damit kann es auch keine Scheinselbständigkeit geben.

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Du mußt das Gehalt hoch genug vereinbaren, weil Du die AG Beiträge selbst tragen mußt.Also statt 3.000,- Brutto müßten es schon 3.750,- sein, bei der KV und auch bei der Berufsgenossenschaft anmelden.

Das Finanzamt setzt dann Vorauszahlungen fest. Eigentlich müßte auch noch ein Zuschlag für Dich drin sein, für die Rennerei und die Papiere, die Du auszufüllen hast.

Ich bin seit mehreren Jahren in einer vergleichbaren Situation. Ich habe mir vom Betriebsstätten-Dienst der Arbeitsagentur eine Betriebsnummer zuweisen lassen, mit der ich bei der örtlichen Krankenkasse (z.B. AOK) meine Sozialversicherungsbeiträge abführe. Beitragsnachweise und Sozialversicherungsmeldungen lassen sich unkompliziert mit der kostenlosen Software "sv.net" (einfach mal googlen) erstellen und übermitteln.

Bei der Berechnung der SV-Beiträge wird dich die Krankenkasse sicherlich unterstützen, es gibt im Netz aber auch genügend Rechner und Serviceseiten zu dem Thema. Dort findest du auch Details, welche Gehaltsbestandteile (z.B. Sonderzahlungen) wie zu berücksichtigen sind und welche Umlagen (U1, U2, INSO) zu entrichten sind.

Desweiteren ist noch die gesetzliche Unfallversicherung für die entsprechende Branche fällig, wende dich dazu direkt an den Unfallversicherungsträger.

Der ausländische Arbeitgeber muss sich gemäß deutschem Recht an den Sozialversicherungsbeiträgen zu beteiligen, die Umlagen U1, U2, INSO und die gesetzliche Rentenversicherung sind komplett vom Arbeitgeber zu tragen. Diese Beiträge kannst du im Namen deines Arbeitgebers an die entsprechenden Stellen abführen, die Arbeitgeber-Beiträge sollte er dir aber zusätzlich zu deinem Bruttogehalt überweisen.

Die steuerliche Seite ist dagegen einfach: Die Einkommensteuer veranlagst du einfach mit der jährlichen Einkommensteuererklärung. Das Finanzamt wird für Folgejahre eine vierteljährliche Vorauszahlung festsetzen, du kannst aber auch schon vorher eine Vorauszahlungsvereinbarung mit dem Finanzamt treffen.

Okay, das klingt nach einem regulären Angestelltenverhältnis, wobei jedoch Du als Arbeitnehmer (AN) die Pflichten des Arbeitgebers (AG) zur Abführung der Sozialversicherungsbeiträge (SVB) und Einkommenssteuer (ESt) erfüllst, richtig? Hast Du dann auch einen normalen Arbeitsvertrag nach deutschem Arbeitsrecht?

In meinem Fall läuft es jetzt so, dass der amerikanische AG sich von einem deutschen Steuerberater (Stb) eine deutsche Steuernummer geben lässt, mich in USA als dt. Vertriebsrepräsentant (sog. Rep Office) nach deutschem Arbeitsrecht anstellt und die fälligen SVB und ESt wie es sich gehört über den dt. Stb abführt.

Da ich als selbständiger Handelsvertreter durch die alleinige Tätigkeit für nur einen AG sowie den Bezug eines zusätzl. Festgehaltsanteils in die Scheinselbständigkeit gefallen wäre, hätte es hier neben dem fragwürdigen Aufwand für die Firmengründung - der AG plant ohnehin in absehbarer Zeit abhängig vom Erfolg die Gründung einer dt. GmbH - auch rechtliche Probleme gegeben.

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@schoenma

Mein Arbeitsvertrag ist direkt mit meinem in Singapur ansässigen Arbeitgeber geschlossen und bindet meinen AG an die deutschen Sozialversicherungsgesetze - also so gesehen ist er nach deutschem Recht geschlossen.

Was die Abführung der SV-Beiträge angeht, mache ich sozusagen meine eigene Lohnabrechnung, nur dass ich die Lohnsteuer eben nicht wie ein Arbeitgeber monatlich mit der Lohnabrechnung abführe, sondern "privat" über eine Vorauszahlungsvereinbarung mit dem Finanzamt.

Den Umweg über einen deutschen Steuerberater (mit guten englischen Sprachkenntnissen) haben wir bei Anstellungsbeginn gar nicht in Betracht gezogen, wäre aber auch eine Möglichkeit gewesen. Der Einfachheit halber mache ich das bereits von Beginn an selbst :-)

In Deutschland haben wir übrigens ebenfalls nur eine Repräsentanz (Rep Office) zur Betreuung unser lokalen Kunden, bei Expansion ist die Gründung einer deutschen Niederlassung ebenfalls nicht ausgeschlossen.

So gesehen sitzen wir also in einem ähnlichen Boot :-)

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Korrektur meines Schreibfehlers im vierten Absatz:

Der ausländische Arbeitgeber muss sich gemäß deutschem Recht an den Sozialversicherungsbeiträgen zu beteiligen, die Umlagen U1, U2, INSO und die gesetzliche Unfallversicherung (nicht Rentenversicherung) sind komplett vom Arbeitgeber zu tragen. Diese Beiträge kannst du im Namen deines Arbeitgebers an die entsprechenden Stellen abführen, die Arbeitgeber-Beiträge sollte er dir aber zusätzlich zu deinem Bruttogehalt überweisen.

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Das Bundeszentralamt für Steuern schreibt dazu :

"Ein ausländischer Arbeitgeber (ohne Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt, Geschäftsleitung, Sitz, Betriebsstätte oder ständigen Vertreter in Deutschland) ist nicht verpflichtet, die Lohnsteuer für in Deutschland tätige Arbeitnehmer einzubehalten uns abzuführen. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer Einkommensteuervorauszahlungen an sein zuständiges Finanzamt zu entrichten."

http://www.steuerliches-info-center.de/DE/SteuerrechtFuerInvestoren/Allgemeine_Informationen/Arbeitgeberpflichten/Arbeitgeberpflichten_node.html

Bei den Sozialabgaben sollte es ähnlich sein.

Ein Steuerberater gibt dir Auskunft.

Gruß Z... .

ohne Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt, Geschäftsleitung, Sitz, Betriebsstätte oder ständigen Vertreter in Deutschland

tja...

für eine in Deutschland zu besetzende Vertriebsposition
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@EnnoBecker

Ich habe in einem anderen Beispiel gelesen, dass man als Angestellter des ausländischen AG als ständiger Vertreter bzw. Betriebsstätte (Home Office) angesehen werden kann, d.h. nämlich dann nach meinem Verständnis, dass sehr wohl der AG für die Abgaben verantwortlich wäre...

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Es ist möglich, zulässig und nicht strafbar. Vergleichbare Fälle gibt es zu Abertausenden.

Genaue Auskünfte erteilen Steuerberater/innen.

Ich sehe das anders als Kollege vulki.

Du kannst es nach links und nach rechts drehen, du bist und bleibst Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber haftet für die abzuführenden Lohnsteuern und Sozialbeiträge, aber wenn er nicht zahlen kann, musst du die am Ende selber tragen.

Nun weiß ich nicht, aus welchem Land dein Arbeitgeber kommt. Aber die Amis, speziell die aus Nordamerika, ticken an dieser Stelle merkwürdig und begreifen nicht, dass in Deutschland nun mal deutsches Recht gilt.

Wer hat hier eigene Erfahrungen

Wozu bruachst du denn einen Erfahrungsaustausch, was soll dir das bringen?

Wer .... kann mir zu den Steuerfragen Auskunft geben?

In Steuerfragen Auskunft zu geben hat sich in Deutschland und auch in andere Ländern ein spezieller Berufsstand gebildet.Einen griffigen Namen gibt es auch: Steuerberater.

also ich kenne sogar jemand der bei der amerikanischen Botschaft arbeite als Deutscher, die zahlen einfach nur Summe x und der Rest interessiert diese überhaupt nicht. Das Schlimme daran ist - die Krankenkasse rechnet rückwärts, weil der AN ja AG + AN Beiträge abführen muß. Das Finanzamt setzt Vorauszahlungen fest. Den AN hat es die ersten 2 Jahre ganz bitter getroffen weil er dort als "Hausmeister" arbeitet und die KK das nicht so richtig alles ermittelt hatte und er dicke Nachzahlungen hatte, das selbe war mit dem Finanzamt.

Lt. Aussage der Krankenkasse und dem FA wäre die Abwälzung wohl rechtlich legal ....

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Zum Steuerberater geh ich dann, wenn die mich auch nehmen - mir ging's jetzt um eine erste Einschätzung...

Problematisch sehe ich nämlich genau das Scheuklappendenken der Amis, nach dem Motto wir zahlen Dir halt einfach Betrag x, um alles andere musst Du Dich selbst kümmern. Wenn die sich nämlich nicht um die Steuern und Abgaben scheren, bleibt's am Ende ja an mir hängen.

Drum will ich das ja lieber vorher geklärt haben...

Danke.

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