Liebhaberei vs. Kleinunternehmen: Steuer-KONFLIKT bei Veräußerung?

2 Antworten

Der Fehler lag beim Start- 10 Tage.

Warum bist Du nicht mal zu einem Infogespräch zu einem meiner Beraterkollegen gegangen?

Der hätte Dir geraten:

  1. Eine Aufstellung Deiner Sammlung zu fertigen um dann ggf. zu entscheiden, die entweder in den Betrieb einzubringen, oder aber strickt getrennt zu halten.
  2. Zu überlegen, ob für das Gesamtunternehmen nicht die Regelbesteuerung in der Umsatzsteuer besser gewesen wäre.

So wie Du es schilderst wäre es sogar möglich, dass Dein Mineralienhandel nur Liebhaberei und kein Gewerbe ist. Allerdings kann man das nur ermitteln, wenn man Zahlen kennt.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
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Mögen Sie mir die grundätzlichen Vor- und Nachteile zu 1. Im Forum darlegen? Vielen Dank vorab!!

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@fossilfreak

Zu 1.:

Es spielt keine Rolle, der Verkauf der früher privat verkauften Gegenstände führt zu keiner Ertragsteuer.

Entweder werden sie aus dem privaten Bereich heraus verkauft, dann lösen sie keine Steuer aus, und das aus 2 Gründen: Erstens ist die Auflösung von privaten Sammlungen per Richterspruch keine einkünfteerzeugende Tätigkeit. Und zweitens wäre das Jahr "Spekulationsfrist" bereits verstrichen.

Oder du legst die Gegenstände ins Betriebsvermögen ein. Das kann nur zum Verkehrswert erfolgen (Ausnahme: Der kauf ist weniger as 3 Jahre her). Und den Verkehrswert kennen wir: das ist der Verkaufspreis. Es entsteht also kein Gewinn.

Und die Einlage ins Betriebsvermögen wirkt genauso wie das unter "Entweder" Geschriebene.

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@EnnoWarMal

EnnoWarMal: Vielen Dank! Auf den Punkt gebracht. Ganz ohne Besserwisserei und versteckter Akquise für eigene Beratungsagentur. Klasse!

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Noch ist erst ein Bruchteil verkauft, die Weichen möchte ich für die Zukunft stellen. Blick nach vorn! Was tun?

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Zahlen: Kleiner 7,5 k könnte ich den Altbestand 10 Jahre lang peu a peu verkaufen

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Was ist fatal daran, Einnahmen zu haben?

Sei doch froh, dass Du die Staubfänger auch noch mit Gewinn verkaufen kannst.

Auch wenn Du über die 17.500 kommst - was wäre schlimm daran?

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Einnahmen ohne Ausgaben: Dann zahl ich nochmal komplett die Einkommensteuer, oder?

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@fossilfreak

Von einem Unternehmer könnte man schon erwarten, dass er die einfachsten Dinge über Steuern weiss.

Hat er dagegen wenig bis keine Ahnung, sollte er dringend einen Steuerberater aufsuchen.

Wie kommst Du auf "komplett die ESt"?

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@correct

Betonung liegt auf KLEINUnternehmer. Wie EnnoWalMar verständlich ausgeführt hat - vielen Dank ! - ist den Einnahmen aus dem Wiederverkauf der Verkehrswert gegenzurechnen - neutral. Andernfalls müsste ich diese Erträge versteuern gemeinsam mit meinen regulären Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit, z.B. 35 %.

Stimmt's?

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@fossilfreak

Nein. Unternehmer ist Unternehmer - da gibt es nichts zu betonen.

Was die Dinger wert sind bzw. waren, kannst nur Du beurteilen.

Erträge werden nicht versteuert.

Aber der Gewinn daraus erhöht das zu versteuernde Einkommen.

Was das ist, kannst Du dem letzten Bescheid entnehmen.

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§ 23 EStG Private Veräußerungsgeschäfte, Nutzung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken, Kind erwerbstätig?

Angenommen Herr Steuerzahler und Vater 'V.' hat 2016 ein Haus gekauft.

Das Haus wurde renoviert und vermietet. Vermietung endet Ende 2018.

Anschliessend stellt V. das Haus seiner Tochter 'T.' zu "ausschliesslich privaten Wohnzwecken zur Verfügung". T. meldet sich ordnungsgemäß mit der dortigen Anschrift bei der Meldebehörde.

T. ist seit 2017 in Ausbildung. Ausbildung endet voraussichtlich 08/2019 - sie wird vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden.

Haus soll 2021 verkauft werden.

Gem. § 23 EStG würde für den Verkaufserlös ESt anfallen, aber, da die Tochter dort wohnt, würde der Verkauf steuerfrei passieren, denn von der sog. "Spekulationssteuer" ausgenommen sind: "Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden"

Dies gilt auch für die Überlassung der Wohnung an ein im Sinne des § 32 EStG zu berücksichtigendes Kind T. zur alleinigen Nutzung. Dies beruht auf der Obliegenheit, für die Unterbringung des Kindes zu sorgen, sofern dies aufgrund einer unterhaltsrechtlichen Verpflichtung geschieht (Unterhaltspflicht des V. ggü. T.).

Ist V. ggü. T. auch dann unterhaltspflichtig, wenn T. Lohn/Gehalt bezieht (derzeit ca. €600,- als Azubi und ab 08/2019 mehr, wenn sie übernommen wird). Ich nehme an, die Unterhaltspflicht des V. endet, sobald T. ihr eigenes Geld verdient? Oder gilt V. weiter formell (und i.S. EKStG) als unterhaltspflichtig, muss aber faktisch nicht mehr für ihren Unterhalt aufkommen, weil sie selbst Einnahmen in enstsp. Höhe hat? Gilt T. auch nach Beendigung der Lehre als unterhaltsberechtigtes "Kind" i.S. EStG?

Andersrum gefragt:

Kann V. das Haus 2021 steuerfrei verkaufen, da die Tochter T. unentgeltlich dort wohnt und das Haus 2,5 Jahre ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde ODER fällt ESt. in Höhe des Steuersatzes des V. an, weil die Tochter seit 2019 erwerbstätig ist und seit Beginn der eigenen Erwerbstätigkeit steuerlich nicht mehr als 'Kind' berücksichtigt werden kann?

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Vielen Dank!

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Ab wann wird mir dieses Unternehmen als Liebhaberei ausgelegt? Und wenn es nicht direkt in diesem ersten Verlustjahr passiert, könnte es später rückwirkend auf den jetzigen Zeitpunkt gelegt und Steuern rückverlangt werden? Welchen Effekt hätte die völlige Betriebsauflösung, würde ich nicht durch Übergabe des Betriebs- ins Privatvermögen Gewinne erzeugen, die die Steuerlast erhöhen?

Besten Dank und MfG,

Gregor

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