Lebensversicherung privat verkaufen?

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Natürlich kannst Du privat verkaufen. eine ordnungsgemäße Abtretung muss die Gesellschaft akzeptieren.

Aber die Unternehmen, die sich laufend damit befassen, werden vermutlich bessere Ergebnisse erzielen.

Bevor Du verkaufst solltest Du aber alle Möglichkeiten prüfen, ob sie zu einem Nutzen für Dich führen:

  1. Beitragsaussetzung

  2. Policedarlehn

  3. Kündigung

  4. Verkauf an ein Unternehmen.

Was meinst Du denn mit "privat" verkaufen? Es gibt Unternehmen die sich darauf spezialisiert haben. Reine Privatleute interessieren sich entweder überhaupt nicht dafür oder führen -wie Betrugsfälle in der jüngsten Vergangenheit gezeigt haben- nichts Gutes im Schilde.

theoretisch kann man natürlich privat verkaufen. Das Problem ist, dass es dafür keinen Markt gibt. Das hängt auch mit dem schlechten Ruf von Kapitallebensversicherungen und ihrer Intransparenz zusammen. Bislang haben sich den Kauf nur Profis zugetraut, auch weil die zugehörigen Verträge zu Abtretung und Bezahlung heikel sind. Es gibt zur Bewertung von Lebensversicherungen allgemein und speziell auch für das Verkaufsszenario eine Software (klv-check). Die berechnet aus den jährlichen Standmitteilungen Hochrechnungen für die Leistung bei Ablauf und kann so die Renditen sowohl für den Verkäufer wie für den Käufer ermitteln. Mit den Daten könnte man zumindest mal im Bekanntenkreis herumfragen. Aber wie gesagt - der Markt dafür muss erst noch erfunden werden...

Ist der geforderte Erbschein wirklich notwendig?

Mein kürzlich verstorbener Bruder hat mir vor 2 Jahren eine sehr umfassende Vollmacht durch einen Notar erstellen lassen, die mich bereits zu seinen Lebzeiten zu allen Handlungen und Entscheidungen im Zusammenhang mit seinen Bank- und Versicherungsangelegenheiten befugte und jetzt "über den Tod hinaus" zum Verwalter seines Nachlasses verpflichtet.

Meine beiden Geschwister akzeptieren diese Regelung; wir erben innerhalb der gesetzlichen Erbfolge alle 3 zu gleichen Teilen. Ehefrau und Kinder gibt es nicht.

Von allen Banken und Sparkassen wie auch vom zuständigen Grundbuchamt wurde die vorgelegte Vollmacht als Ersatz für einen Erbschein anerkannt, nur die Lebensversicherung besteht auf der Vorlage eines Erbscheins.

Nun ist so eine Beantragung eines Erbscheins mit einigem Aufwand verknüpft: nicht nur, dass er gar nicht billig ist, er ist auch mit einer Menge Zeitaufwand, Telefoniererei und Schreibarbeit verbunden. Außerdem muss ich für die Beantragung beim zuständigen Nachlassgericht persönlich vorsprechen, d.h. ein paar hundert Kilometer per Bahn und Bus durch Deutschland fahren. In meinem fortgeschrittenen Alter ist das eine erhebliche Belastung für mich. Und die Abwicklung des Nachlasses wird um Wochen, wenn nicht Monate, verzögert.

Die Lebensversicherung stellt sich stur und will nur gegen Vorlage des Erbscheins auszahlen. Ein Begründung für ihre Forderung hat sie nicht mitgeliefert.

Wer weiß, ob Lebensversicherungs-Gesellschaften bei Fällen, wie hier beschrieben, grundsätzlich nur nach Vorlage eines Erbscheins auszahlen können bzw. dürfen? Oder haben wir eine reelle Chance auf einen effektiven Widerspruch?

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