Lebensversicherer zahlen für Altverträge noch richtig hohe Garantiezinsen, zu Lasten Neuverträge?

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2 Antworten

Jein. Das Problem ist doch, dass die Lebensversicherer AKTUELL vor dem Problem stehen sich nur sehr schwer Refinanzieren zu können, obwohl der Garantiezins bei neuen Versicherungen bereits so gering ist. Altverträge haben hingegen teiweise aus heutiger Sicht unverschämt hohe Zinsgarantien, die aktuell nicht mehr finanzierbar sind, wären dort nicht noch ein paar langfristige Anlagen mit höherer Rendite als es heute der Fall wäre.

Daher ist es auf der einen Seite so, dass wenn man die Garantiezinsen der Altverträge reduzieren könnte natürlich die Neuverträge besser weg kommen würden. Aber dieses ist halt nicht möglich und auch nicht Sinn der Sache. Andererseits würden die alten renditebringenden Anlagen ohne die Altverträge überhaupt nicht existieren...

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betroffen 26.07.2013, 16:06

"Altverträge haben hingegen teiweise aus heutiger Sicht unverschämt hohe Zinsgarantien"

Die Zinssätze stammen aus der Zeit der Vertragsabschlüsse und waren damals keineswegs unverschämt.

Was unverschämt ist, dass die EU-Finanzbestimmer die Zinssätze zur Zeit so stark manipulieren, dass es mittlerweile garnichts mehr mit legalen Marktentwicklungen zu tun hat. Das ist das Problem !

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Das kommt grundsätzlich darauf an, was für eine Gesamtverzinsung das Unternehmen hat.

Es gibt Unternehmen, die haben z. B. eine Gesamtverzinsung von 3,6%. Wenn die dann eine nennenswerten Anzahl von 4%-Verträgen im Bestand hat, muss sie zur Erfüllung dieser Garantie bei den Übrigen mit niedrigeren Rechnungszins etwas wegnehmen. Inzwischen dürften die meisten Lebensversicherungen auch unter 4% Gesamtverzinsung liegen.

Der Gesetzgeber schreibt übrigens vor, dass für Verträge mit 4% Rechnungszins eine Extra-Reserve (Zinszusatzreserve) zu bilden ist, bis die Zinsen wieder steigen.

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