Laufende Insolvenz, Neuer Gläubiger (Krankenkasse) Pfändet jetzt bei Arbeitgeber nach Aufgabe der Selbständigkeit, bevor der Insoverwalter zugreifen konnte...?

3 Antworten

Naja, Finanzamt und Krankenkasse können zumindest einen Entzug der Gewerbezulassung beantragen. Und falls sie bereits vor der PI Gläubiger waren, eine Versagung der Restschuldbefreiung veranlassen.

Inzwischen bin ich wieder AN aber es sind NEUE Schulden dazugekommen. ( Erheblicher Forderungsausfall).

Wundert Dich jetzt etwa die neue alte Situation wirklich?

Bist Du so überrascht oder tust Du nur so? Dir muss doch klar gewesen sein, wozu es eine Privatinsolvenz überhaupt gibt (Reue - Neustart sowas) und was bei Neuschulden auf Dich zukommen wird. Diesofortige Pfändung liegt ja auf der Hand, der öffentlichen Hand (GKV = KdöR) hat Vollzugriff auf Insolvenzregister.

https://www.schuldnerberatung.de/insolvenz-neue-schulden/

Das Wichtigste zur Insolvenz: Werden neue Schulden im Verfahren berücksichtigt?

Darf ich während meiner Privatinsolvenz neue Verbindlichkeiten eingehen?

Ja. Es ist insolventen Schuldnern nicht per se verboten, neue Verträge abzuschließen oder neue Schulden zu machen. Wer im Insolvenzverfahren neue Schulden anhäuft, sollter aber bedenken, dass er diese vollständig bezahlen muss.

Es gibt doch die Restschuldbefreiung. Dann müssten mir doch neue Schulden auch erlassen werden – oder nicht?

Nein. Die Restschuldbefreiung gilt nicht für neue Schulden, die erst nach Eröffnung der Privatinsolvenz entstehen.

Welche Folgen hat es, wenn ich während meiner Insolvenz neue Schulden mache?

Wer in der Insolvenz neue Schulden anhäuft, obwohl er weiß, dass er diese nicht bezahlen kann, macht sich unter Umständen wegen eines Eingehungsbetrugs strafbar. Beruhen die neuen Verbindlichkeiten auf unangemessenen Ausgaben oder einer Vermögensverschwendung, können die Gläubiger die Versagung der Restschuldbefreiung beantragen.

Danke, aber die Frage war eine andere.

Nach Insolvenzeröffnung 2018 wurde meine Tätigkeit freigeben und ich hatte gute, neue Aufträge. Es hat nach einiger Zeit trotzdem nicht mehr für die neuen Krankenkassenbeiträge gereicht und die neuen Forderungen vom Finanzamt. Dies sind die neuen Verbindlichkeiten.

Der Insolvenzverwalter hat seit ca. 5 Monaten nichts unternommen obwohl der Pfändbare Betrag aus meinem neuen Arbeitsverhältnis ja eigentlich in die Insolvenzmasse gehen müsste, denke ich. Das Insolvenz Verfahren ist nicht abgeschlossen. Ist es rechtens das die Neugläubiger s.o. jetzt darauf zugreifen?

Aus diversen Gründen möchte ich meinerseits zur Zeit noch nicht auf den Insolvenzverwalter zugehen...

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@catcat

www.forum-schuldnerberatung.de

Dort findest Du zich Insoexperten und genauso viele, die es hinter sich haben.

Aus diversen Gründen möchte ich meinerseits zur Zeit noch nicht auf den Insolvenzverwalter zugehen...

Das wird NICHT gut gehen !!

Du musst Dich bei ihm melden, denn eigentlich hat nur er es in der Hand, die Pfändungen abzuwehren. Dein Gläubiger ist der Staat. Alter Schwede!! Der Staat zieht bei Schulden immer alle Register! Warum? Dein und mein Krankenversicherungsschutz, Deine und meine Krankenversicherungsbeiträge, Deine und meine Kasse - das ist eine Gemeinschaftssache - das ist ein Solidarsystem - das geht uns alle an! Die GKV richtet sich nach dem SGB.

Die werden Dir beim Forum zu nichts anderem raten, als sich sich beim Insoverwalter zu melden. Du kannst doch nicht immer weiter im Dunkeln herumstochern. Das muss jetzt was passieren!! Warum ist eigentlich nicht schon viel früher was passiert?

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Also, den Firmenwagen habe ich wegen der Aussendiensttätigkeit und weil ich auf dem Land lebe. Brutto habe ich weniger als 14€, Vollzeit.

Bin alleinlebend und war stets alleinerziehend, da ist nichts übriggeblieben Durch den Firmenwagen kommt nicht mal mehr die Pfändungsfreigrenze aufs Konto. Wovon soll ich da einen Anwalt zahlen. Das erscheint mir auch wenig zielführend, darum Frage hier gestellt.

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@catcat

Die Grundfrage ist natürlich auch, woher die neuen GKV-Schulden denn überhaupt kommen? Du bist doch über den Arbeitgeber via AN/AG-Beiträge ganz normal gesetzlich krankenversichert? Die Beiräge werden doch monatlich vom AG (Gehalt/Lohn) überwiesen?

Oder irre ich mich? Bist Du irgendwie freiwillig gesetzlich krankenversichert und konntest die Beiträge irgendwann nicht mehr stemmen?

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@catcat

Brutto habe ich weniger als 14€, Vollzeit.

Stundenlohn?

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Weil Du eine Arbeitsstelle (mit Firmenwagen) hast, wende Dich umgehend an einen Fachanwalt für Insolvenzrecht, denn es scheint hier keine klare Trennung zwischen Altforderungen und neuen Forderungen zu geben. Ich betone das Firmenfahrzeug, weil hier von einem Gehalt mit mehr 4k aufwärts u. a. ausgegangen werden kann. Du kannst nicht warten/aussitzen, bis sich der Insoverwalter selbsttätig bei Dir rührt. Das weisst Du auch. Was meinst Du, wie viele hunderte Mandate der zu bearbeiten hat? Wende Dich aktiv an ihn. Nehme notfalls Geld für einen RA in die Hand.

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