Frage von Sschwelle03, 40

Landwirtschaftlichen Grund kaufen: Welcher Steuersatz fällt für Käufer und Verkäufer an?

Wir würden gerne ein Stück Land zu unserem Bestehenden Grundstück dazu kaufen. Um dort ein weiteres Haus zu bauen. Aktuell wird der besagte Grund zur Bewirtung von Kälbern genutzt. Das Grundstück selber ist auch bereits länger als 10 Jahre in deren Besitz.

Nun die Frage welcher Steuersatz fällt beim Kauf für Käufer und Verkäufer an?

Antwort
von EnnoWarMal, 32

Für welche Steuerart?

Kommentar von Sschwelle03 ,

Man hat uns gesagt der Verkäufer müsse vom Kaufpreis 53% ans Finanzamt abtreten. 

Kann dass stimmen? 

Kommentar von EnnoWarMal ,

Ja, das(!) kann stimmen. Ich war ja nicht dabei, als man euch das gesagt hat. Das müsstest du also besser wissen.

Vielleicht habt ihr euch aber auch nur verhört.

Kommentar von Broni ,

Grunderwerbssteuer ????? Einkommensteuer beim Verkäufer !

Kommentar von EnnoWarMal ,

Grunderwerbsteuer beträgt je nach Bundesland 3,5% und 6,5% der Gegenleistung - also meistens des Kaufpreises. Ausnahmen von der Besteuerung sind möglich.

Einkommensteuer beträgt bis zu 45 % (zuzüglich SolZ, KiSt) - aber vom Veräßerungsgewinn, nicht vom Kaufpreis. 

Um hier au eine Abgabenquote von 53% zu kommen, muss also der Verkäufer

  1. in einem teuren Bundesland wohnen und auf einen zahlungsschwachen Kaäfer stoßen, so dass er selbst zur GrErwSt heragngezogen wird
  2. das Grundstück gefunden haben oder aus der drölften Generation geerbt haben, so dass es keine Anschaffungskosten gibt
  3. das Grundstück seit Ewigkeiten im Betriebsvermögen gehalten werden (damit die 10 Jahre nicht zählen)
  4. ein Vielverdiener sein.

Alles andere funktioniert nicht - es ist also faktisch unmöglich, auf 53 % zu kommen. Selbst wenn es je eine solche Konstellation gäbe, könnte derjenige sich wohl erfolgreich auf § 163 AO stützen.

Selbst wenn das Grundstück mit Umsatzsteuer verkauft wird und es kein Reverse-Charge-Fall ist, kann die Umsatzsteuer nicht mitrechnen, da sie vom Käufer zusätzlich bezahlt würde.

Was beim Verkäufer hier bleibt, ist wohl die Einkommensteuer auf den Veräußerungsgewinn, da es nicht im Privatvermögen gehalten wird.

Und dem Käufer hängt die GrErwSt am Täschelchen.

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