Längere Kündigungsschutzfrist bei langjähriger Betriebszugehörigkeit?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Es gibt zum einen gesetzliche Regelungen, aber oftmals kommen auch tarifvertragliche Regelungen zur Geltung, die über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen und nach langer Betriebszugehörigkeit sogar zur Unkündbarkeit führen können.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von gammoncrack
26.09.2014, 23:29
nach langer Betriebszugehörigkeit sogar zur Unkündbarkeit führen können.

Das bezweifel ich aber ernsthaft!

1

Da Gerichte und Arbeitgeber sich oftmals nicht an das halten, was bei Wikipedia steht, gilt gemeinhin das BGB als zuverlässige Quelle für solche Dinge: In §622 (2) findet sich:

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

  1. zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,
  2. fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  3. acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  4. zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  5. zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  6. 15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  7. 20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

das BGB gibt die Untergrenzen für die Kündigungsfristen an:

http://dejure.org/gesetze/BGB/622.html

Im Arbeitsvertrag können andere (längere) Fristen vereinbart sein. Ist im Vertrag nichts angegeben, dann gilt das BGB.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von gammoncrack
26.09.2014, 21:48

Allerdings ging es hier um einen Fall, bei dem die AN die gesetzliche Regelung für diskriminierend hielt, da sie als junge AN die lange Zugehörigkeit nicht erreichen konnte. Sie bezog sich auf Diskriminierung wegen Alters.

Allerdings ist sie mit der Klage gescheitert.

1

Wiki:

Für den Arbeitgeber erhöht sich nach § 622 Abs. 2 S. 1 BGB diese Frist nach einer Dauer des Arbeitsverhältnisses von

  • 2 Jahren auf 1 Monat zum Ende eines Kalendermonats,

  •    5 Jahren auf 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    8 Jahren auf 3 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    10 Jahren auf 4 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    12 Jahren auf 5 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    15 Jahren auf 6 Monate zum Ende eines Kalendermonats,
    
  •    20 Jahren auf 7 Monate zum Ende eines Kalendermonats.*
    

Allerdings gibt es diverse Ausnahmeregelungen, z. B. Schwerbehinderung, Betriebsräte, Unternehmensgröße unter Berücksichtigung der Art der Beschäftigten, etc.

Da Gesetz, kann arbeitsvertraglich nicht zum Nachteil des AN davon abgewichen werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?