KV zahlen bis Mindestbeitragsbemessungsgrenze?

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5 Antworten

Hallo,

wenn man während des Berufslebens in der weitaus überwiegenden Zeit in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert war, zahlt man immer nur prozentuale Beiträge aus der tatsächl. Rente (auch wenn die Rente z.B. nur 100 Euro beträgt). Ggf. sind zusätzl. noch Beiträge aus tatsächlich bezogenen rentenähnlichen Einnahmen und aus Einkünften aus selbständiger Tätigkeit  zu zahlen.

Wenn man während des Berufslebens längere Zeit in der privaten Krankenversicherung (PKV) oder teilweise bei bestimmten ausl. Staaten versichert war, gilt nach § 240 SGB V eine Mindesteinnahme von aktuell 991,67 Euro. Beim Wechsel von der PKV in die GKV ist diese Regelung für Nicht-Arbeitnehmer bereits seit 1989 genauso festgelegt und wurde seitdem nur an die Entwicklung der Bruttentgelte der Arbeitnehmer angepasst.

Es bestand vermutlich mehrfach eine Wahlmöglichkeit zwischen GKV und PKV.

Gruß

RHW

Brigi123 03.08.2017, 23:29

Super Antwort!

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Ich finde dieses Beitragssystem auch merkwürdig und noch einiges anderes in dieser Welt. 

Unter welcher Regierung das so entwickelt wurde und in welchen Ausschüssen o.ä. und vor allem warum das so beschlossen wurde, weiß ich nicht. Es würde Dir auch nicht helfen, ist einfach mal ärgerlich.

Hier in diesem Forum geht es jedenfalls nicht vorrangig um politische Fragen, sondern um die Anwendung der bestehenden Gesetze und Regelungen und darum, so den richtigen Weg zu finden um die eigenen Ansprüche durchzusetzen. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.

Und ich vermute außerdem, dass es bereits Klagen gab bzgl. der Beitragsbemessungsgrenze, auch bzgl. Deines Falles.

Falls Du keine privaten Rücklagen hast ( über dem Schonbetrag) würden ja zumindest die KV-Beiträge im Bedarf des Grundsicherungsamtes berücksichtigt werden. Und einen Zuschuß der RV zur KV hast Du hoffentlich auch beantragt.

Du  verschweigst, dass Du als Rentner zu der Gruppe der freiwillig versicherten Rentner gehörst. Dies ist einer der Nachteile der diese Personengruppe unterworfen ist. 

Du hast in Deinem Versicherungsverlauf in der zweiten Lebenshäfte nicht ausreichende Versicherungszeiten in der GKV. Damals hast Du Geld gespart und jetzt mußt Du halt etwas mehr bezahlen. 

Brigi123 03.08.2017, 19:40

Wieso hat er früher Geld gespart? Er war offenbar gesetzlich versichert. Vielleicht war er selbständig.

Es ist doch bei gering verdienenden aktiven Selbständigen genau das gleiche Problem, dass ein fiktives Mindesteinkommen zugrundegelegt wird, was gar nicht vorhanden ist. 

Nur, dass dieses Forum da natürlich auch nicht helfen kann. Aber “selbst Schuld“ ist der Fragesteller sicher nicht.

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Snooopy155 03.08.2017, 19:57
@Brigi123

Mir wurde einmal die Auskunft von einer BKK gegeben, dass es nur darauf ankommt in der GKV ausreichend Versicherungszeiten in der zweiten Lebenshälfte zu haben um als Rentner dann pflichtversichert zu sein. Ich war jahrelang ebenfalls freiwillig versichertes Mitglied der GKV und zähle nach dem Renteneintritt zu den pflichtversicherten Mitgliedern. Offenbar war der Fragesteller aber nicht in dem fraglichen Zeitraum nicht ausreichend lange in der GKV.

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Brigi123 03.08.2017, 20:29
@Snooopy155

Ach so, Du bist davon ausgegangen, dass vor der Berentung eine PKV bestand, und daher der vorwurfsvolle Ton. 

Davon gehe ich aber nicht aus. Soweit ich weiß, ist es nicht möglich, von der PKV zurück in die GKV zu wechseln ab dem 55. Lebensjahr (etc. p.p.).

 Darum ging es in der Frage aber gar nicht, sondern um das fiktive Einkommen, welches bei der Beitragsbrechnung zugrunde gelegt wird.

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Snooopy155 05.08.2017, 16:00
@Brigi123

Es bestand zumindest im zweiten Lebensabschnitt zumindest mal eine Zeit in der der Fragesteller entweder überhaupt nicht - weil im Ausland mit Wohnsitz tätig - krankenversicherungspflichtig war oder weil er in der eine zeit lang in der PKV war.

Daß ein solches fiktives Einkommen zugrunde gelegt wird halte ich für durchaus berechtigt, denn wer sich für die PKV entscheidet, der möchte die Vorteile der Solidargemeinschaft der GKV nur nutzen, wenn es um seinen Vorteil geht.

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Wer weniger als das fiktive Minimum verdient, sollte bei der Krankenkasse einen Antrag auf Beitragsanpassung stellen. Rechtfertigt das Einkommen nachweislich einen niedrigeren Beitrag, kann die Kasse eine Ermäßigung einräumen.

RHWWW 04.08.2017, 21:55

Hallo impact,

der Antrag wird erfolglos sein und auf Seiten des Versicherten und der Krankenkasse unnötige Arbeit verursachen.

Absolut seltene Ausnahme:

Fast immer in der GKV versichert, am 1.4.2002 bereits Rentenbezug und damals wurde ein Antrag gestellt, dass aufgrund der damaligen Gesetzesänderung keine Krankenversicherungspflicht  eintreten soll. Dann werden die Beiträge nur aus den tatsächlichen Einnahmen und nicht auds der Mindesteinnahme gezahlt. Die Ausnahme ist aber exotisch und bei allen Betroffenen sollte diese Regelung bereits praktiziert werden.

Grundlage: § 240 SGB V

Gruß

RHW

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Impact 04.08.2017, 22:14
@RHWWW

"sollte diese Regelung bereits praktiziert werden" - und wenn nicht ?!

Er sollte den Antrag stellen - auch wenn es irgendwo Arbeit macht (dafür werden die Leute auch bezahlt).

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Ich bin erstaunt, dass man bei einer geringeren Rente

Nicht generell "man", sondern nur bestimmte "männer und frauen". Siehe Antwort von RHWWW.

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