Kündigung während der Probezeit, Entlohnung der Einarbeitungszeit

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5 Antworten

Ich kann Dir leider nur mein Bauchgefühl hierzu mitteilen: Für eine Empfangstätigkeit ist eine Probezeit von 6 Monaten unbillig lange, diese Dauer ist zusätzlich im Mißverhältnis zu einem Einjahreszeitvertrag. Es handelt sich offensichtlich nicht um eine besonders anspruchsvolle Tätigkeit, für die eine derart lange Probezeit angemessen wäre. Dies wird noch verstärkt durch die nur 2 Wochen dauernde Einarbeitungszeit, an deren Ende ja die volle Einsatzbereitschaft steht. Somit dürfte die komplette Probezeitklausel unwirksam sein, einschließlich der beinhalteten Rückerstattung der Einarbeitskosten.

Da die Rückerstattungsklausel sich ferner auf eine offenbar betriebsübliche und -interne Einarbeitung und nicht auf eine persönliche externe Fortbildung bezieht, ist hier ratsam, sich arbeitsrechtlichen Beistand zu suchen, wenn Du es genauer wissen willst. Ansonsten kannst Du auch sagen: "Für's Leben gelernt!"

Die Firma müßte übrigens schon darlegen, was sie unter Einarbeitungskosten im einzelnen versteht. Das stillschweigende Gleichsetzen dieser Einarbeitungskosten mit Deinem Gehalt dürfte ebenfalls nicht rechtswirksam sein.

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Was hier noch nicht angesprochen wurde:

Wie verhält es sich mit den Sozialabgaben? Wurdest Du bei der Krankenkasse vom Ex-Arbeitgeber ordentlich angemeldet? Wurden Beiträge bezahlt?

Ich gehe mal davon aus, das wohl eher nicht. Nachfrage bei der KK und schon kommt Schwung in die Sache ...;-)

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Kommentar von alfalfa
18.09.2014, 16:35

D.H. Der Tipp um Schwung in den Laden zu bringen ist Gold wert. Als Sahnehäubchen noch bei der Berufsgenossenschaft anfragen. Die sind noch unangenehmer...:-)

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Ist soetwas überhaupt zulässig?

Hierfür müsste man schon mal den Wortlaut des Arbeitsvertrages kennen und insbesondere wissen, ob du tasächlich 106 Stunden gearbeitet hast oder eben i. W. an einer dem eigentlichen AV vorausgehenden (internen) Schulung teilgenommen hast.

G imager761

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Kommentar von Kathliii1995
16.09.2014, 19:36

Ich habe nochmal meinen Stundenzettel angeschaut.
Habe 109 Stunden gearbeitet. Eigentlich auch direkt ab dem 1. Tag. Die Kollegin saß nur dabei.

Zitat Absatz Probezeit: "Bei austritt aus dem Arbeitsverhältnis, sei es durch schuldhaftes verhalten des / der Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin oder durch Veranlassung des/der Arbeitnehmer können die Kosten für Einweisungszeiten vom Arbeitgeber zurück verlangt werden. " Ich wurde nach Stundenlohn bezahlt.

Da ich ja bereits im ersten Monat gekündigt habe, wurden diese Kosten also nicht zurück gefordert, sondern garnicht erst ausgezahlt.

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Nein. Zulässig sind nur Rückzahlungsvereinbarungen, wenn eine Ausbildung finanziert würde. Und auch das nur in engen Grenzen. Dazu hat sich sogar das BAG schon im Jahr 2000 geäußert.

Diese Passage ist sittenwidrig, nur kannst Du deine Ansprüche nur anwaltlich durchsetzten. Leider.

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Laß Dir mal die Kosten der Einarbeitung aufschlüsseln.

Wenn sie das nicht wollen, dann sagst Du ihnen, dass Du die Kosten durch das Arbeitsgericht prüfen lässt.

Dann wollen wir mal sehen ...

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