Kredit als Belastung bei der Berechnung des Kindsunterhalts?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Bei nachehelichen Schulden kommt es auf den Grund der Verbindlichkeit an. Schulden für reine Luxuszwecke (teures Auto, Reitpferd, Weltreise u.ä.) sind nicht abziehbar. Schulden, die der Vermögensbildung dienen, sind ebenfalls nicht absetzbar. Schulden für Wohnungseigentum sind absetzbar, wenn die Kinder ebenfalls in der Wohnung wohnen. Soweit eine Schuld grundsätzlich anerkannt wird, müssen die monatlichen Raten in einem vernünftigen Verhältnis zum monatlichen Einkommen liegen. • Kreditraten für ein gemeinsames Haus oder eine gemeinsame Eigentumswohnung: Hier muss je nach Einzelfall unterschieden werden.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/recht/familie/sperling/schulden.html#ixzz2nZx3aNne

Um die Antwort von @vulkanismus zu ergänzen: bei einer PV Anlage muss man ggf. Ja auch die Stromeinsparung, bzw. den Erlös aus dem Stromverkauf einrechnen.

Das ist klar eine nachehelich entstandene Belastung, d.h. nicht als Minderung des unterhaltsrelevanten Einkommens angesehen werden kann.

Du solltest über Deinen Anwalt/Deine Anwältin eine Einkommensauskunft bei Deinem Ex-Mann anfordern und dann nach dem Verfahren des zuständlich OLG den Unterhaltsanspruch nochmals berechnen lassen. Ergibt sich hier eine Differenz, so wäre klar der Unterhalt aufzustocken und ggf. sogar nachzuzahlen.

PS: Es kann natürlich sein, daß der Ex-Mann nun argumentiert, daß er sich mit der Einspeisung des Stroms ein Gewerbe aufbaut, um leistungsfähiger zu sein. Das muß sich jedoch dann auch in den Erträgen aus dem eingespeisten Strom ausdrücken, d.h. die Bilanz muß nachhaltig positiv zu erwarten sein. In diesem Fall wäre der Unterhalt auch zu überprüfen, da die Einkünfte ja durch die PV-Erträge höher liegen. Ggf. kommt er dadurch sogar in eine andere Unterhaltsstufe.

Also: Einkommensauskunft anfordern und gespannt sein :-)

0

Nur die Raten abzusetzen wäre ja sehr kurz gedacht, man müßte die Einnahmen gegenrechnen. Ohnehin aber würde ein Unterhaltspflichtiger gehalten sein, sein Einkommen nicht durch mutwillige Kreditaufnahmen zu reduzieren. Diesen Kredit kann er niemals unterhaltsmindernd geltend machen.

Der Anspruch ist das eine, dazu sind mehr oder weniger die richtigen Aussagen von meinen Vorrednern getroffen/gegoogelt worden. Spannender ist die Frage - nachdem der Anspruch ja bejaht würde - die Frage nach der Durchsetzung des Anspruchs. Im Rahmen der Reform des Scheidungsrechts wurde auch die Erstrangigkeit von Unterhaltsansprüchen festgelegt. Auf gut Deutsch: Der Anspruch auf Kindesunterhalt - im Mangelfall - hat Vorrang vor der Photovoltaik Anlage. Und: Es kann auch unter die Pfändungsgrenze gepfändet werden.

Nein, natürlich nicht. Stell´ Dir vor, er sollte noch viel höhere Raten begleichen. Dann könnte er keinen Unterhalt mehr zahlen.

Was möchtest Du wissen?