Krankgeschrieben - Anspruch auf finanzielle Unterstützung?

3 Antworten

Benutze mal diesen Rechner um die Daten deiner Eltern einzugeben.

http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-rechner.html

Das zukünftige ALG1 deines Vaters muss dann unter "sonstige Einkünfte" eingegeben werden.

Auf diese Weise kannst Du feststellen, welchen Anspruch die Bedarfsgemeinschaft deiner Eltern denn hätte, sollte deine Mutter einen Antrag auf ALG2 stellen.

Zum 2. Teil Deiner Frage, ob es notwendig ist, dass sich deine Mutter gesundschreiben läßt? Definitiv nein! Wenn deine Mutter krank ist, ist sie krank. Punkt!

Im Übrigen ist es wichtig den Antrag zu stellen. Nur so kann deine Mutter sicherstellen, dass auch weiterhin ihre Krankenversicherung Bestand hat.

Vielen Danke für die Antwort. Okay..der Rechner spuckt was aus, aber das ist auch nicht die Welt. Aber zumindest sollten sie es probieren.

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Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II können NUR bezogen werden, wenn der Arbeitslose erwerbsfähig ist, und wenn Dein Vater aus dem Krankengeldbezug kommt, wird die Arbeitsagentur zuerst den ärztlichen Dienst einschalten um dies festzustellen, es wäre ja auch komisch, wenn er 1 1/2 Jahre Krankengeld bezieht und dann auf einmal gesund genug wäre Alg I zu bekommen, sollte er nicht arbeitsfähig sein, wird er kein Alg I bekommen und sollte dann schleunigst die Erwerbsminderungsrente beantragen. Sollte diese abgelehnt werden, bestünde Erwerbsfähigkeit und dann bekäme er Alg I. Bei Deiner Mutter ist es ähnlich, wenn sie Alg II beantragt und dort angibt nich arbeitsfähig zu sein, wird das Jobcenter auch prüfen, ob Erwerbsfähigkeit vorliegt, sie müßte mindestens 3 h am Tag arbeiten können (auch leichte Tätigkeiten). Wenn die Rente bei der Mutter kürzlich abgelehnt wurde (aus gesundheitlichen Gründen) ist dies ein Nachweis, daß Erwerbsfähigkeit besteht, Deine Mutter würde dann in diese zumutbaren Jobs (nicht lange sitzen...) vermittelt und sie müßte natürlich auch Bewerbungen schreiben, zuerst würde sie sicher zu einem Bewerbungskurs geschickt, da sie schon länger aus dem Arbeitsleben raus ist. Sollte die Mutter Alg II bekommen würde auch der Vater vom Jobcenter betreut, sein Geld käme (falls die Arbeitsagentur zahlt) aber von dort. Der Arbeitsmarkt ist momentan wirklich gut und ab und an finden auch Schwerbehinderte oder gesundheitlich angeschlagene Personen ihren Arbeitsplatz. Ich drücke Deinen Eltern die Daumen.

Wenn Gutachter meinen - und sich die Ämter darauf stützen -, Deine Mutter könne täglich 3 Std. arbeiten, dann hat sie Anspruch auf Hartz IV.

Ich verstehe Dich aber auch so, dass Deine Mutter krankgeschrieben ist, denn Du schreibst ja, sie überlege sich, sich gesundschreiben zu lassen.

Gesundschreiben gibt es ja nicht wirklich. Es gibt krankschreiben, und wenn das krankschreiben nicht verlängert wird, gilt man als "gesund".

Dass jemand eine Arbeit ausführen können soll ohne langes sitzen und viel stehen, damit ist Deine Mutter nicht allein. Auch in Kombination, dass sie älter ist - solche "Kunden" (wie es vollmundig heißt) haben die Jobcenter viele. Und viele "Kunden" hat das Jobcenter, die nicht vermittelbar sind, weil Arbeitgeber sie nicht einstellen.

Wenn Deine Eltern mit Wohngeld genauso hinkommen, wie mit ALG I (Vater) und ALG II (Mutter), dann ist das Wohngeld doch eine gute Lösung.

Kommen die beiden nicht damit hin, und wenn also Deine Mutter grundsätzlich in der Lage ist, 3 Std. täglich zu arbeiten, dann kann sie sich doch beim Jobcenter melden. - Bekommt sie keine Arbeit, ändert sich im Grunde nichts, "nur" dass sie wenigstens den Hartz IV-Satz zusammen haben. Bekommt sie doch eine Arbeit (was ich mir nicht vorstellen kann), dann ist die Arbeit möglicherweise sogar eine Bereicherung in ihrem Leben.

Wegen dieses Hin und Her, angeblich arbeitsfähig sein und doch krankgeschrieben, telefoniere doch mal mit einer guten behördenunabhängigen (!!!) Beratungsstelle wie dieser Hamburger

Arbeitslosen Telefonhilfe

0800 111 0 444 - wenn Du in Hamburg / Umgebung wohnst oder

040 22 75 74 73 - wenn Du in einem anderen Bundesland wohnst.

Dort ist man zum Thema Arbeitslosigkeit (ALG I + ALG II / Hartz IV) sehr erfahren, und möglicherweise bekommst Du für Deine Eltern dort noch wertvolle Infos.

Deinen Eltern alles Gute - und Dir auch.

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Ach ja, diese Hinweise noch von mir:

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger behandelt.

Siehe hierzu auch diese Information von gegen-hartz:

Wenn Hartz IV-Anträge verloren gehen

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wenn-hartz-iv-antraege-verloren-gehen-9001291.php

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos „im Vertrauen“ landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt als Zeugen eine Begleitung mitzunehmen. Diese muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Es gibt auch ehrenamtliche Behördenbegleiter. - Google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterlotsen sind wertvolle Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen, und bestenfalls kennen sie sich auch noch mit Gesetzen aus.

Ich vermute, wenn Deine Mutter zum Jobcenter gehen musst, wirst Du sie begleiten. Ohne Begleitung sollte sie nicht hingehen.

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